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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 19:12 Uhr

Nach Spatenstich drei Monate Pause

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schmutzwasserleitung sorgt für Verzögerungen beim B 5-Ausbau / Amt Wilstermarsch lässt Vorwürfe nicht gelten

Mit gut drei Monaten Verspätung begannen gestern die Arbeiten für den Ausbau der Bundesstraße 5 zwischen Wilster und Itzehoe. Bis auf den symbolischen ersten Spatenstich durch Verkehrsminister Reinhard Meyer am 8. Juli hatte es hier bislang praktisch keinerlei Aktivitäten gegeben. Hintergrund für die Verzögerungen ist Schmutzwasser aus der Stadt Wilster. Die Druckrohrleitung nach Itzehoe verlief nämlich genau dort, wo die Ersatzbrücke über die Wettern in Höhe der Stördorfer Bockmühle entstehen soll.

Das Abwasserrohr hatte auch schon während der Planungen für Aufregung gesorgt – es war zunächst offenbar nicht beachtet worden. Die Landesbehörde für Straßenbau hatte wie immer bei solchen Vorhaben alle von dem Straßenausbau Betroffenen in die Planungen einbezogen, nur beim Amt Wilstermarsch hatte offenbar niemand nachgefragt. Dort sorgte die kurzfristige Aufforderung, die Abwasserleitung aus dem Weg zu schaffen, zunächst für hektische Betriebsamkeit. Pünktlich zum anvisierten Baubeginn war es dem Amt aber dann gelungen, für eine Ausweichleitung zu sorgen.

Unerwarteterweise sorgte dann die alte Leitung für Verdruss. Der Landesregierung bescherte der zögerliche Baubeginn schließlich sogar eine offizielle Anfrage aus den Reihen der Opposition. Mit Hinweis auf zahlreiche Rückfragen aus der Region wollte der Brunsbütteler CDU-Landestagsabgeordnete Jens-Christian Magnussen wissen, warum es bei dem dreistreifigen Ausbau keinerlei Fortschritte gebe.

Antwort aus Kiel: „Das Amt Wilstermarsch hat den Zeitraum bis zum 12. September für Sondierungen benötigt, um die tatsächliche Lage seiner im Baufeld befindlichen Schmutzwasserleitung festzustellen.“ Mit anderen Worten: Das Amt soll schuld sein, weil es nicht mehr wusste, wo es die eigenen Leitungen verbuddelt hat? – „Wir haben uns nichts vorzuwerfen“, reagiert Bauamtsleister Roman Stöckmann, als er gestern von unserer Zeitung mit dieser Darstellung konfrontiert wurde. Tatsächlich sei die Leitung bis Juli fristgerecht verlegt worden. „Wir haben auch sofort Vollzug gemeldet.“ Weil die in acht Meter Tiefe verbuddelte alte Leitung natürlich liegengeblieben war, habe dann wohl die ausführende Baufirma eine Behinderung ihrer Arbeiten gemeldet.

Das Problem: Die Leitung war seinerzeit im so genannten Spülbohrverfahren verlegt worden. Dabei könne es pro Meter Tiefe Abweichungen von jeweils zehn Zentimetern nach links oder rechts geben. Erst Ende August habe das Amt dann die Anforderung bekommen, den exakten Verlauf der Rohrleitung darzulegen. Sofort sei ein Bodengutachter eingeschaltet worden, der wenig später auch diese Daten geliefert habe.

Nachdem jetzt weitere vier Wochen vergangen sind, rückte gestern erstmals schweres Baugerät an. Hier laufen jetzt die Vorarbeiten für eine Behelfsumfahrung an. Nach der Winterpause soll dann die Wetternbrücke abgerissen werden. Ernst wird es damit auch für Autofahrer. Was auf sie zukommt, haben sie phasenweise bereits erfahren. Immer wenn die Baustellenampel bisher aktiv war, bildeten sich lange Staus. Laut Landesregierung soll nach Februar 2017 das europaweite Vergabeverfahren für den Straßenausbau erfolgen. Baubeginn sei voraussichtlich Oktober 2017 für den Abschnitt von der Anschlussstelle Bekdorf bis Itzehoe.

Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollte mit diesem ersten Abschnitt übrigens schon im Dezember 2016, also in sechs Wochen begonnen werden. Immerhin: Die Aufträge für die erforderlichen Rodungsarbeiten sind schon vergeben. Damit soll – entsprechend der naturschutzrechtlichen Vorgaben – nach dem 1. Dezember begonnen werden. Der offizielle Abschluss der Arbeiten ist nach wie vor für Ende 2021 geplant.

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erstellt am 17.Okt.2016 | 16:59 Uhr

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