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Norddeutsche Rundschau

29. Juni 2016 | 09:24 Uhr

Friedrichstadt : Nach acht Jahren: Katze Else kehrt heim

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

2006 verschwand die schwarze Katze Else in Friedrichstadt. Jetzt ist sie durch die Bemühungen der Katzenhilfe Itzehoe wieder bei ihrem Eigentümer.

Es war ein warmer Tag im August 2006. Sven Jürgensen saß mit seiner Katze Else auf der Dachterrasse seiner Wohnung mitten in Friedrichstadt. Dann klingelte es plötzlich, Else erschrak sich, floh aufs Dach – und war verschwunden. Die schwarze Katze war damals ziemlich genau ein Jahr alt. Am 1. August 2005 wurde sie geboren, Anfang 2006 hatte Sven Jürgensen sie aus dem Tierheim geholt.

Anfangs war er noch guter Dinge, dass Else bald wieder nach Hause kommt. Er hatte die Katze schließlich chippen und die Nummer bei Tasso sowie beim Deutschen Haustierregister eintragen lassen. Sollte jemand die Katze finden, könnte er also sofort kontaktiert werden. „Wir haben die Tür offen gelassen, damit sie rein kann. Ich habe auch alles abgesucht, und wir haben in der Stadt Suchmeldungen aufgehängt, dass unser Kater seine Freundin vermisst“, erzählt der 31-Jährige. Doch keine Spur von Else. „Sie war einfach verschwunden.“

Mit den Monaten schwand die Hoffnung. Als Sven Jürgensen schließlich nach mehr als drei Jahren umzog und beim Packen Elses Unterlagen fand, hat er die Papiere schweren Herzens weggeworfen. Neue Katzen und zwei Hunde fanden ein neues Zuhause bei ihm. Die Erinnerungen an Else rückten in den Hintergrund. Bis vorige Woche sein Telefon klingelte. Katja Breuer von der Katzenhilfe Itzehoe war dran und fragte: „Sagt Ihnen der Name Else etwas?“

Sven Jürgensen kann immer noch kaum glauben, was er dann erfuhr: Else, die inzwischen Muschi genannt wurde, saß wohlbehalten in Itzehoe bei der Katzenhilfe. Dort war sie gelandet, nachdem ihre vorherige Besitzerin sie nach dem Auszug in Hohenlockstedt zurückgelassen hatte (wir berichteten).

Als die Katzenhilfe das Tier aufnahm, wurde routinemäßig geprüft, ob es gechippt ist. „Wir kontrollieren das natürlich immer, genau wie geprüft wird, ob das Tier kastriert ist – und wenn kein Chip drin ist, kommt einer rein, damit die Katze in Zukunft zugeordnet werden kann“, erklärt Susanne Sorgenfrei. Über Tasso erfuhr Katja Breuer die Telefonnummer von Sven Jürgensen. „Er hatte zum Glück für Tierschutz-Zwecke auf den Datenschutz verzichtet.“ Doch die Nummer stimmte nicht mehr – erst durch ihre eigene Internet-Recherche fand Katja Breuer schließlich die aktuellen Daten des 31-Jährigen.

Der ist immer noch fassunglos: „Mir ging seit dem Anruf die ganze Zeit durch den Kopf: Wie ist sie da hin gekommen? Das sind 80 Kilometer, die wird sie ja nicht gelaufen sein.“ Doch das weiß nur Else allein. „Ich wünschte, jede Katze, die zu uns kommt, könnte wenigstens zehn Minuten reden“, sagt Katja Breuer, die sich tierisch über das Happy-End freut. „Für uns ist es natürlich immer das Größte, wenn wir ein Tier wieder nach Hause bringen können – vor allem, wenn wir wissen, dass es ein gutes Zuhause ist“, sagt sie. „Aber nach so langer Zeit – das hatten wir noch nie. Das längste war ein dreiviertel Jahr.“ Else zeige damit, wie wichtig es ist, sein Tier chippen und registrieren zu lassen – aber auch, wie wichtig es ist, ein Tier, das man findet oder das einem zuläuft, nicht einfach zu behalten. „Man muss es zumindest melden, sonst macht man sich der Fundsachenunterschlagung schuldig“, betont Susanne Sorgenfrei.

Inzwischen ist Else wohlbehalten in ihrem neuen Zuhause in Koldenbüttel angekommen. Bei den Tierfreunden der Katzenhilfe wird sie aber immer einen ganz besonderen Platz im Herzen behalten: „Wir werden uns immer an ihren langen Weg nach Hause erinnern“, sagt Katja Breuer. „Ich würde die Geschichte selbst nicht glauben, wenn sie sie mir jemand erzählen würde.“

 

> Beim Chippen wird dem Tier beim Tierarzt mit einer Spritze ein 12 mal 2 Millimeter großer Mikrochip ins Gewebe an der linken Nackenseite eingesetzt. Mit einem Lesegerät wird eine 15-stellige, nur einmal vergebene Nummer wird sichtbar. Die Kupferspule wird nur dann aktiv, wenn ein Lesegerät daran gehalten wird. Die Kennzeichnung ist allerdings wertlos, wenn sie nicht mit den Tier- und Halterdaten in einer zentralen Datenbank kombiniert wird. Dies ist unter anderem bei www.tasso.net und bei www.registrier-dein-tier.de möglich.

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erstellt am 04.Mär.2014 | 10:00 Uhr

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