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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Nach 50 Jahren auf der Bühne noch immer eine starke Stimme

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Was für eine Frau! Was für eine Stimme! Gleich zu Beginn ihrer diesjährigen Kirchenkonzert-Tournee war Angelika Milster nach Wilster gekommen und lieferte in der St. Bartholomäus-Kirche eine beeindruckende Leistung ab. Vielen ist sie noch im Gedächtnis aus der Zeit, als sie 1983 in Wien in der deutschsprachigen Fassung des Musicals „Cats“ berühmt wurde. Aus dem Star ist eine Grande Dame geworden. Hoch professionell, die Gesangstechnik perfekt, die Gesten einfach, aber groß. Und sie kann nicht nur Musical. Das zeigte sie auch bei ihrem Konzert in Wilster, das unter dem Motto „Begegnungen“ die große Palette aus ihrem Sängerherzen offenbarte.

Mit ihrer einzigartigen Stimme feierte sie die Liebe, das Leid, das Leben. Und ließ auch nachdenkliche Töne anklingen. Sehr gern übernahm sie dabei immer wieder den deutschen Text, was den Effekt der Authentizität noch intensivierte. Nach „Guten Abend, gute Nacht“ fragte sie im Dirnenlied von Berthold Brecht „Wo sind die Tränen vom vergangenen Jahr?“. Dann wieder erklang mit „Agnus dei“ ein kirchliches Lied mit lateinischem Text. Und jedes sang sie voller Überzeugung.

Wie lange steht sie schon auf der Bühne? Sie nuschelte etwas von 50-jährigem Jubiläum. Auch wenn hier keine junge Frau mehr stand: Vor dem Mikrofon, im Scheinwerferlicht ist und bleibt Angelika Milster die starke Stimme, die vor mehr als 30 Jahren Tausende Musical-Fans begeisterte. Das Publikum ist mit ihr älter geworden und ließ sich zu Bravo-Rufen und Standing Ovations hinreißen.

Mühelos füllte Angelika Milster mit ihrem Gesang den gesamten Kirchenraum, für ihre leisen Töne nutzte sie das Mikrofon. Selbst ihr „Dankeschön!“ kam von Herzen. Seit 15 Jahren bildet sie mit Professor Jürgen Grimm von der Universität der Künste Folkwang ein musikalisches Paar. Mit ihm kann sie ihre Neugier und ihre Bühnenleidenschaft wachhalten, denn er begleitet sie wohltuend professionell, und das mit jedem Instrument. „Er setzt sich um 17 Uhr an die jeweilige Orgel, und dann klappt das schon. Sehr flexibel, der Mann!“, weiß Tourenmanager Julian Maria Sieben.

Bis zum Jahresende stehen noch mehr als 30 Konzerte auf dem Tourneeprogramm (am 12. Oktober in Elmshorn). Gerade die Kirchenkonzerte liegen Angelika Milster am Herzen. „In kleinen Städten wie hier in Wilster kann ich den Menschen nahekommen!“, so die Sängerin, die in diesen Wochen zwischendurch auch immer wieder im Berliner Schlosspark-Theater als Doris Day auf der Bühne steht. Für das nächste Jahr plant sie eine Tournee ausschließlich mit Musical-Highlights. Es bleibt zu hoffen, dass sie dann wieder in Wilster Station machen wird.






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erstellt am 19.Sep.2016 | 10:10 Uhr

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