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Norddeutsche Rundschau

23. März 2017 | 19:32 Uhr

Kulturmärz : Musikalisch in den echten Norden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gelungenes Konzertereignis mit dem Kieler Marineorchester: Erlös kommt dem Reitverein Glückstadt zugute.

Ganz still wurde es im Saal, als sich das komplette Orchester erhob und das Schleswig-Holstein-Lied anstimmte. Auch das Publikum erhob sich bei den ersten Tönen und stimmte in die bekannte Melodie mit ein: „Schleswig-Holstein meerumschlungen“. Mit diesem fast schon feierlichen Moment endete das diesjährige Gastspiel des Marinemusikkorps Kiel in Glückstadt.

Begonnen hatte das Konzertereignis rund zweieinhalb Stunden zuvor mit dem „Gruß an Kiel“. Schon das Stimmen der Instrumente ließ die Kraft des großartigen Orchesters erahnen. „Das Marinemusikkorps spielt bereits im vierten Jahrzehnt hier in Glückstadt und ich denke, der eine oder andere Gast wird heute Abend nicht zum ersten Mal dabei sein“, begrüßte Bürgervorsteher Paul Roloff die Besucher im Theater am Neuendeich. Die waren zahlreicher als in den vergangenen Jahren erschienen. 180 Plätze bot die Spielstätte für diese Veranstaltung und nahezu alle waren besetzt. Darüber freuten sich nicht nur Veranstalter und Musiker, sondern auch der Reitverein Glückstadt, denn ihm kommt der Erlös des wie immer als Benefizveranstaltung angelegten Konzertes zugute.

„Echt Norden“ war in diesem Jahr das Motto des musikalischen Abends und mit Norden war nicht nur der Norden Deutschlands gemeint, sondern vielmehr ganz Nordeuropa. So spielten sich die Musiker im Laufe des Abends durch die großen und kleineren Kompositionen aus Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und auch Russland und Deutschland. Den Anfang machte die symphonische Dichtung „Finlandia“ des Komponisten Jean Sibelius. Viel Wut und Zorn über die russische Besatzung hatte der finnische Komponist in seine Komposition hineingelegt, aber auch ermutigende Töne für und Freude über den Widerstand, der sich regte.

Gewohnt souverän dirigierte Fregattenkapitän Friedrich Szepansky die ihm unterstellten Musiker. Ebenso souverän und mit hintergründigem Humor führte er das Publikum durch den Abend. Unter seiner Leitung liefen die Musiker zur Bestform auf, spielten Stücke von Ronald Binge, Reinhold Gliére, Martin Böttcher und auch Edward Grieg. Für einige Stücke überließ Szepansky den Dirigentenstab jedoch seinem Stellvertreter, Kapitänleutnant Andreas Siry.

Auch dieser führte das Orchester sehr gefühlvoll durch die Stücke. Er dirigierte unter anderem ein Medley mit bekannten Melodien der Karl-May-Filme, die das Musikkorps als Hommage an die Segeberger Festspiele im Programm hatte. Das Marinemusikkorps präsentierte wieder einmal die ganze Bandbreite seines Könnens, spielte Musik nicht nur aus verschiedenen Ländern, sondern auch verschiedener Stilrichtungen. Ballettstücke waren im Programm genauso vertreten wie leichte Unterhaltungsmusik und sogar ein Ausflug in die Oper. Der dann allerdings gleich richtig mit dem „Ritt der Walküren“ von Richard Wagner.

Besonders viel Freude machten die bekannten Melodien wie das Karl-May-Medley und auch das Medley bekannter Songs der schwedischen Popband Abba, aber auch die Filmmusik zum Trickfilm „Drachen zähmen leicht gemacht“. Spaß machte auch der „Kopenhagener Dampfeisenbahngalopp“ und zwar sowohl dem Publikum wie auch den Musikern, die bei dem flotten Stück so richtig schwungvoll und rasant spielten.

Insgesamt war der Abend sehr unterhaltsam und das Publikum erlebte mit nahezu jedem Stück etwas Neues. Zum Abschluss gab es dann noch ein ganz besonderes Highlight: Norman Röh sang Udo Lindenberg „Hinter dem Horizont“. Dafür gab es dann noch einmal großen Applaus.

„Ich freue mich schon auf das nächste Jahr“, dankte Bürgermeisterin Manja Biel dem Musikkorps. Sie durfte den Auftritt des Orchesters in Glückstadt in diesem Jahr zum ersten Mal miterleben und war beeindruckt. Das Konzert war eine Veranstaltung der Stadt Glückstadt im Kulturmärz.

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