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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 21:33 Uhr

Workshop : Museum setzt weiter auf Keramik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Über die Zukunft der städtischen Einrichtung ging es bei einem Workshop in Kellinghusen. Die Bürger zeigen aber nur mäßiges Interesse.

Quo vadis Museum? In der Störstadt dreht sich derzeit ein Karussell räumlicher Möglichkeiten. In Gang gesetzt durch den Bau des neuen Amtsgebäudes und dem nachfolgenden Leerstand des Rathauses gerät auch das Keramik-Museum in die Überlegungen. Eine Rolle bei der Frage um die Zukunft der kleinen aber feinen Institution mit einer Keramik-Schausammlung und einer Galerie für Sonderausstellungen spielt dabei auch die Personalfrage. Leiter Hans-Georg Bluhm wird 2017 nach 23 Jahren in den Ruhestand gehen.

Bevor politische Entscheidungen getroffen werden, sollten im Rahmen eines Workshops jetzt Bürger das Wort haben. Wichtigste Aussage am Ende: Das Museum soll bleiben, die Keramik als Alleinstellungsmerkmal weithin gepflegt und gefördert werden. Mit einiger Erleichterung fasste Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) zusammen: „Toll, dass die Keramik so bestärkt wurde und die Abwicklung des Museums kein Thema war.“ Weiterer Wunsch aus der Versammlung: Neben dem Schwerpunkt historischer und moderner Keramik sollen verstärkt auch andere Formen von Kunst und Kultur zur Attraktivität der Stadt beitragen.

Allerdings spiegelt sich Volkes Meinung in dieser Bilanz nur zum geringer Teil wider. Zur Veranstaltung mit dem sperrigen Titel „Was erwarte ich vom städtischen Museum im Hinblick auf die Zukunft des Museums der Stadt Kellinghusen?“ hatte sich die angesprochene Zielgruppe rar gemacht. Nur eine Handvoll Kellinghusener zeigte Interesse am Schicksal ihres Museums. Darunter Vorstandsmitglieder des Vereins Keramik Centrum Kellinghusen sowie als Vertreterin der Werkstätten vor Ort die Keramikerin Si-Sook Kang. Zum „Gehirnsturm“ begrüßten Tore Dobberstein und Dr. Christian Hirte vom Complizen Planungsbüro in Berlin in der Überzahl Kommunalpolitiker. Pietsch relativierte die enttäuschende Resonanz mit dem Hinweis auf das große Bürgerengagement anlässlich des Workshops zur Nachnutzung des Rathauses. Schwerpunkt unter den seinerzeit 174 aufgelisteten Vorschlägen sei auch die Unterbringung von städtischem Einrichtungen im historischen Gebäude gewesen. Mit finanzielle Förderung der Aktivregion Auenland sei es nun möglich, anstehende Veränderungen im Rahmen eines Ortsentwicklungskonzepts mit fachkundigem Personal fort zu führen, so Pietsch.

Für das dazugehörige Museum übernehmen die Berliner Complizen die Regie. Unter ihrer Leitung wurden im Workshop vier Themenbereiche gebündelt und in kleinen Gruppen verfeinert. Überraschend die kalte Schulter zeigten die Besucher allein der Stadtgeschichte. An dem für diesen Teilbereich vorgesehenen Tisch blieben alle Plätze leer. Die unterschiedlichen Ideen für den Keramikstandort seien gar nicht so weit voneinander entfernt, stellte Hirte nach der Gruppen-Präsentation fest. Wesentlicher Punkt: Die keramische Tradition soll als Schwerpunkt und Identitätsmerkmal der Stadt modernisiert und aufgewertet sowie weitere kulturelle Bereiche erschlossen werden. Ein Beispiel für bereits vorhandenes Potenzial im musikalischen Bereich lieferten im Anschluss die Pianisten Mari Kitagawa und Marc Feller mit einer vierhändig gespielten Mozart-Darbietung auf historischem Tasteninstrument in der „Villa Westphal“.




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