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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 05:07 Uhr

Beschwerden : Müllabfuhr bittet um Geduld

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Täglich 300 bis 400 Beschwerde-Anrufe von verärgerten Steinburgern. Entsorgungsunternehmen kämpft mit Startschwierigkeiten

Die Telefone stehen nicht still – zahlreiche Steinburger machen ihrem Ärger über die Müllabfuhr Luft. 300 bis 400 Anrufe am Tag gehen allein dazu in der Zentrale der Kreisverwaltung ein – etwa genau so viele wie bei der Firma Bischof in Kremperheide. Das Unternehmen der Familie Walter hat seit Jahresbeginn die Entsorgung von Restmüll, Bio- und Papiertonne übernommen. Doch es gibt Anlaufschwierigkeiten, vielerorts klappte bislang die Abholung nicht. Im Pressegespräch schilderten gestern Gernot und Kathy Walter gemeinsam mit Ines Wittmüß (Leiterin des Amtes für Umweltschutz) und Anja Martens (Leiterin der Abteilung Abfallwirtschaft) die Problematik, mit der das Unternehmen zu kämpfen hat – und baten die Bürger um Geduld. Gernot Walter geht davon aus, dass nach der zweiten Tourenrunde, die zurzeit läuft, die Müllabfuhr rund läuft.

Neben den Touren gibt es noch ein spezielles Problem: Lieferschwierigkeiten bei den gelben Säcken. „Wir haben schon im September bestellt“, so Walter, doch die Säcke für Leichtverpackungsmaterial (LVP) werden nun erst Ende Januar/Anfang Februar (4./5. Kalenderwoche) kommen und wieder an die Auslegestellen wie Amtsverwaltungen gelangen. Bis dahin kann, wer keinen gelben Müllsack mehr hat, einfach Kunststoffbeutel nutzen und diese deutlich mit den Buchstaben LVP kennzeichnen. Im Gelber-Sack-Bereich gibt es ansonsten keine Beschwerden, die Abfuhr läuft reibungslos und obliegt seit Januar 2015 dem Kremperheide Unternehmen.

Genauso reibungslos hätten sich alle Beteiligten auch den Start für Biotonnen-, Restmüll- und Papiertonnen-Abholung gewünscht. Aber schon durch die Weihnachtstage und den Jahreswechsel ergaben sich Zusatztermine, die die Müllentsorger meistern mussten. Die Papiertonne beispielsweise sollte am Sonnabend abgeholt werden, die Annahmestelle in Glückstadt hatte allerdings lediglich bis 13 Uhr geöffnet. Alles was später kam, musste in den Fahrzeugen und auf dem Firmenhof bleiben, schildert Kathy Walter. Am Montag konnten die Fahrzeuge erst entleert und dann noch übrige Papiertonnen geleert werden. Daraus ergab sich dann notgedrungen, dass die nächsten Mülltouren sich verspäteten.

Zu Schwierigkeiten führte außerdem der „Fullservice“: Die Müllwerker holen die die Abfallbehälter von deren Stellplätzen und bringen sie auch wieder zurück. Wer das will, geht einen privatrechtlichen Vertrag mit dem Abfuhrunternehmen ein. „Wir wussten aber nicht, wer einen solchen Vertrag mit dem Vorgängerunternehmen vereinbart hatte“, erklärt Anja Martens. Die Namen hatte das Vorgängerunternehmen nicht überliefert. „Weder der Kreis noch der neue Entsorger hatte eine Info über die vorherigen Abfuhrnutzer“, fügt sie hinzu. Das wiederum führte bei den ersten Touren dazu, dass Anwohner anriefen, warum in der Straße alles abgeholt wurde, nur ihr Müll nicht. Firma Bischof startete daraufhin Sonderabfuhrtouren. „Wir sind kreuz und quer gefahren – von Brokstedt bis Glückstadt“, berichtet Kathy Walter. Hunderte nutzen den Hol-und-Bring-Service, ergänzt Gernot Walter. Auch dadurch ergab sich natürlich zeitliche Verzögerung. Zwar habe das Unternehmen auch Mitarbeiter aus dem Vorgängerunternehmen übernommen, die allerdings nicht auf deren bisherigen Touren unterwegs waren. Und so seien auch noch manche abgelegene Ecke übersehen worden. „Aber unsere Fahrer sind mit Navis und Telefonen ausgestattet, demnächst wird auch ein GPS unter die Fahrzeuge gebaut“, kündigt Kathy Bischof an. Dann kann auch nachvollzogen werden, welches Fahrzeug wann wo war.

25 Müllwerker beschäftigt die Firma allein für die Müllentsorgung, zehn Fahrzeuge sind im Einsatz. Der Biomüll wird mit ganz neuer Technik gefahren, wobei sich die engen Straßen in den Städten als problematisch erwiesen haben. Dort wird mit anderer Technik weitergemacht. Dort, wo es im ländlichen Raum Gewichtsbeschränkungen gibt, werden Pritschenwagen eingesetzt, die vollen Biotonnen werden gegen leere ausgetauscht. Und nach dem zweiten Abfuhrrhythmus geht Gernot Walter davon aus, „dass wir langsam von Entlastung sprechen“. Kathy Bischof fügt hinzu: „Wir bemühen uns sehr.“ Das bekräftigen auch Ines Wittmüß und Anja Martens: „Jeder neue Entsorger hätte mit der Problematik zu kämpfen.“ Das sei auch bei anderen Wechseln so gewesen – zuletzt 2005.  

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erstellt am 22.Jan.2016 | 05:00 Uhr

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