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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 18:29 Uhr

Auf Wohnungssuche : Mit vier Kindern in drei Zimmern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit einem Jahr sucht die alleinerziehende Mutter Heike Lappanese eine neue Wohnung für ihre große Familie.

Zu zweit kann man sich in der Küche kaum bewegen, das Wohnzimmer ist zur Hälfte auch Schlafzimmer, und im eigentlichen Schlafzimmer müssen drei Menschen auf einmal Platz finden. Eigentlich wollte Heike Lappanese mit ihren vier Kindern schon längst aus ihrer viel zu kleinen Drei-Zimmer-Wohnung ausgezogen sein, aber eine neue Unterkunft für die Familie ist nicht in Sicht. Seit Juli vergangenen Jahres ist die alleinerziehende Mutter auf der Suche – bislang ohne Erfolg. Wohnungsbauunternehmen haben aktuell nichts Passendes für sie im Programm, private Vermieter wiesen sie angesichts der Zahl ihrer Kinder vielfach ab.

Bis vor einem Jahr war die Wohnungssituation noch in Ordnung: Die beiden Jüngsten, Gino (8) und Filomena (6), lebten bei Lappaneses Ex-Mann, während sie selbst mit Massimo (9) und Macello (10) die drei Zimmer bewohnte. „Das war völlig ausreichend“, sagt die 39-jährige Mutter. Doch vor einem Jahr ereilte die Familie ein Schicksalsschlag: Der Vater starb, auch die beiden jüngeren Kinder kamen zur Mutter. Fortan hatte die Familie nicht nur mit ihrer Trauer, sondern auch mit Platznot zu kämpfen.

Gemeinsame Mahlzeiten sind kaum möglich: Meist isst die eine Hälfte der Familie in der Küche, die andere im Wohnzimmer. Dort steht auch Macellos Bett, während Filomena und Gino mit Mama im Schlafzimmer nächtigen. Nur Massimo hat noch sein eigenes Kinderzimmer in der 60 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Wohnung. An einen Einzug ihres neuen Lebensgefährten ist im Moment überhaupt nicht zu denken. „Wir bräuchten mindestens 100 Quadratmeter“, sagt Lappanese. Bis zu 1000 Euro könnte die Mutter ausgeben, die von Erziehungsgeld und Halbwaisenrente lebt. Weil sie kein Auto hat, sollte die Fehrs-Schule, die ihre Kinder besuchen, in erreichbarer Nähe liegen.

„Frau Lappanese hat auf mich einen guten Eindruck gemacht“, sagt Jürgen Schoof, Geschäftsführer der gleichnamigen Immobilienfirma. Es habe keine persönlichen Gründe gehabt, dass man eine Wohnung, die in Frage kam, an einen anderen Bewerber vergeben habe. Leider gebe es nur eine begrenzte Zahl großer Wohnungen in Itzehoe.

Ganz ähnlich äußert sich auch die Wankendorfer Baugenossenschaft: „Aktuell haben wir leider keine Wohnung in der von der Familie gewünschten Größe“, so Vorstandsvorsitzender Helmut Knüpp. Die Masse der Mietwohnungen habe eine Größe von maximal gut 80 Quadratmetern. Geräumigere Wohnungen seien wenig gefragt und entsprechend rar.

Bei Privatleuten traut sich Heike Lappanese kaum noch zu fragen: „Den meisten sind vier Kinder leider zu laut.“ Dennoch wird der Mutter nichts anderes übrig bleiben, als weiter zu suchen. „Die Enge möchte ich meinen Kindern nicht weiter zumuten. Irgendjemand muss uns doch einmal helfen können.“

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erstellt am 18.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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