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Norddeutsche Rundschau

07. Dezember 2016 | 09:39 Uhr

Software : Mit Linux die Privatsphäre schützen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Für den Einsatz des alternativen Betriebssystems Linux engagieren sich die Mitglieder des Computer Clubs Itzehoe. Am Sonnabend geben sie Einblicke bei einem Präsentationstag.

Seine Lebenszeit von zehn Jahren sieht man Jochen Krähenbergs Laptop nicht an, keine Kratzer auf dem Display, saubere Tastatur, der Aufkleber mit dem Windows-Logo glänzt. Dennoch: Vor einigen Monaten zeigte das Betriebssystem erste Alterserscheinungen, begann allmählich zu haken. Als dann auch noch der Umstieg auf Windows 10 anstand, begann der 69-jährige Itzehoer über Alternativen nachzudenken. Durch Zufall stieß er bei einem „Tag der Vereine“ auf den Stand des Itzehoer Computer Clubs, die Mitglieder rieten ihm zum Umstieg auf Linux. Von dem kostenlosen Open-Source-Betriebssystem mit dem Pinguin im Logo hatte Krähenberg zwar schon einmal gehört, den Wechsel aber nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Die Experten des Clubs überzeugten ihn: Krähenberg besuchte das nächste Treffen des Vereins. „In einer Stunde war der Umstieg erledigt.“

Die Mitglieder des Computer Clubs sind große Linux-Verfechter. „Natürlich sind wir grundsätzlich offen für alle Betriebssysteme“, sagt zweiter Vorsitzender Volker Jacobs. Hauptsächlich würden aber alle der 20 Mitglieder Linux nutzen. Die Vorteile liegen für Jacobs auf der Hand: Linux, das in diesem Jahr 25 Jahre alt geworden ist, sei zum einen frei zugänglich und biete zum anderen weniger Datenschutzprobleme als andere Betriebssysteme. „Microsoft oder Apple sind ganz schöne Datenkraken geworden“, ergänzt Vorsitzender Helge Gertsen. Außerdem laufe es auf älteren Computern häufig besser. „Man kann Systeme dadurch länger nutzen. Das hat auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun“, so Gertsen.

Argumente, die Jochen Krähenberg überzeugten. „Mein alter Laptop läuft nun wieder reibungslos.“ Statt Word benutzt er Open Office, statt Windows Explorer das ebenfalls frei verfügbare Mozilla Firefox. „Es gibt für fast alle kommerziellen Programme Alternativen“, so Volker Jacobs. Selbst für professionelle Bildbearbeitungssoftware gebe es inzwischen Open Source-Angebote.

Für Laien könne das Aufsetzen des neuen Betriebssystems vielleicht ein bisschen knifflig werden, geben die Experten zu. Aber: „Für denjenigen, der ein bisschen Computer-Erfahrung hat“, ist das kein Problem.“ Schwierigkeiten könne die Übernahme alter Dateien in das neue Betriebssystem bereiten. Für einfache Text-Dokumente sei das kein Problem, für komplizierte Tabellen mit vielen Makros schon. „Die müssen dann zur Not neu angelegt werden.“

Gerne sind die Mitglieder des Itzehoer Computer Clubs beim Umstieg behilflich. Bei ihren wöchentlichen Treffen am Donnerstagabend versuchen sie oft gemeinsam die technischen Probleme von Mitgliedern oder Besuchern zu lösen. „Vor Kurzem ist eine junge Frau vorbeigekommen, die Schwierigkeiten mit ihrem Smartphone hatte“, erzählt Gertsen. „Viele Probleme lassen sich schnell lösen. Da helfen wir natürlich.“ Bei größeren Reparaturen würden die Leute an den lokalen Handel verwiesen. „Schließlich wollen wir ja keine Konkurrenz machen“, so der Vorsitzende.

Anlässlich des europaweiten Linux Presentation Day, der seit 2015 zwei Mal im Jahr stattfindet, gibt der Itzehoer Computer Club am Sonnabend, 22. Oktober,Einblick in seine Tätigkeit – und in die Funktionen des alternativen Betriebssytems. „Zielgruppe sind Leute, die sich zwar ein bisschen für Linux interessieren, aber noch zu wenig darüber wissen, um sich für einen Umstieg entscheiden zu können“, so Helge Gertsen. Mittlerweile würden zwar zahlreiche Webserver mit dem System laufen, auf privaten Desktop-PCs komme es aber noch sehr wenig zum Einsatz. „Das möchten wir ändern.“


>Am Linux Presentation Day, Sonnabend, 22. Oktober, stehen von 11 bis 17 Uhr die Türen des Computer Clubs Itzehoe im Vereinsheim des Hockey-Clubs, Carl-Stein-Straße 32, offen.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 17:01 Uhr

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