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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 19:39 Uhr

Sport : Mit Inlinern auf das Siegertreppchen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Daniela Johnsen (46) holt den dritten Platz im französischen Le Mans und wird norddeutsche Landesmeisterin

Die Zeiten, als Inlineskaten zu den Trendsportarten zählte, sind vorbei. Daniela Johnsen allerdings hat der Spaß am schnellen Rollen seitdem nicht losgelassen. Mittlerweile hat sie bereits mehrere Preise eingefahren und ist auch mit viel Freude dabei, wenn es darum geht, junge Leute von ihrem Sport zu überzeugen.

Seit 2008 leitet sie mit viel Erfolg den Kurs Inlineskaten beim ETSV Fortuna Glückstadt für Kinder und Jugendliche ab sieben Jahren. Dabei steht vor allem der Spaß an der Bewegung im Vordergrund. „Die Kinder haben heutzutage schon so viel Druck zu bewältigen, dass sie bei mir im Kurs einfach nur Spaß an der Freude haben sollen“, erklärt die Glückstädterin ihr Konzept. Die älteren Kinder sind allerdings schon ehrgeizig und wollen von ihrer Trainerin auch mal ordentlich angespornt werden. Im Winter wird in der Halle, im Sommer auf der Skaterbahn an der Docke trainiert. Einmal in der Woche – immer am Freitag ab 15 Uhr für ab Elfjährige und ab 16.30 Uhr für Sieben- bis Zwölfjährige – treffen sich die Skater.

Daniela Johnsen hingegen hat erst als Erwachsene das Skaten für sich entdeckt. „Es fing damit an, dass mein Mann vor elf Jahren beim Berlin-Marathon als Läufer starten wollte“, erinnert sich die 46-Jährige. Dem Läufermarathon vorgeschaltet war ein Skatermarathon, den sie gemeinsam mit ihrem Mann fasziniert beobachtete. „Wie die Skater da so locker und manchmal in irrem Tempo an uns vorbeirollten, hat in mir damals den Wunsch geweckt, diese Sportart auch mal auszuprobieren.“

Schon ein Jahr später war sie selbst unter den Skatern, die in Berlin die 42 Kilometer lange Strecke fuhren. Seitdem nimmt sie jährlich teil, während ihr Mann immer noch bei den Läufern dabei ist. „Das ist ein Wochenende im Jahr so richtig für uns und unseren Sport.“

Doch nur Berlin ist der Anästhesieschwester einfach nicht genug. Sie nimmt auch regelmäßig an regionalen und nationalen Meisterschaften teil und gewinnt auch immer wieder Preise. Mit den Jahren hat sie ihre Technik verfeinert, legt viel Wert auf gutes Material und hat dabei dann auch kräftig an Geschwindigkeit zugelegt. Das veranlasste sie, in diesem Sommer an einer ganz besonderen Veranstaltung teilzunehmen: dem 24-Stunden-Skaterrennen im französischen Le Mans.

Über 5000 Skater rollen oder rasen dabei 24 Stunden lang über die Rennstrecke, die eigentlich den schnellen Motoren vorbehalten ist. „Ein tolles Erlebnis, dort dabei zu sein.“ Sie startete mit einem gemischten Zwölfer-Team: sechs Frauen und sechs Männer aus Berlin, Leipzig, Basel und eben Glückstadt. „Le Mans ist wie eine Liebeserklärung an unseren Sport“, schwärmt die norddeutsche Skaterin. In der Region hat sie nicht mehr so viele Möglichkeiten, sich mit anderen zu messen, denn die Szene wird immer kleiner.

Nur noch selten begegnet sie bei ihren Trainingsrunden am Glückstädter Deich anderen Skatern. Daher war die Teilnahme in Le Mans für sie etwas Besonderes. Und diese Teilnahme wurde auch noch mit einem Platz auf dem Siegertreppchen gekrönt. „Irgendwann kam ein Platz unter den ersten Drei in greifbare Nähe. Da mobilisierte ich nochmal alle Kräfte, auch, wenn ich während der 24 Stunden nur wenig geruht hatte.“

Am Ende reichte es für den dritten Platz unter 67 gemeldeten Teams. Ein toller Sieg für das deutsch-schweizerische Team. „Es war schon erhebend für uns, auf dem Treppchen zu stehen, auf dem sonst die schnellsten Rennfahrer der Welt stehen.“

Und als wäre dieser Erfolg an sich nicht schon genug, hat Daniela Johnsen sich jetzt auch noch den norddeutschen Landesmeistertitel auf der Asphaltbahn in Heide geholt. Unter 132 Teilnehmern gewann sie den Titel in ihrer Klasse ganz souverän. Schon jetzt ist der Gedanke da, wieder nach Le Mans zu fahren. „Das wäre natürlich toll.“

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