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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 12:45 Uhr

Hundeschlitten-Rennen : Mit fünf Jahren – Leonie aus Burg ist die jüngste Weltmeisterin

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dank „Königin Elsa“ ist das Mädchen aus Dithmarschen ein Star – in der Hundeschlitten-Szene.

Einen Wecker braucht Leonie Tetzner nicht, um morgens aus den Federn zu kommen. Den Weckdienst übernehmen die knapp 60 Hunde auf dem Hof ihrer Eltern in Burg im Landkreis Dithmarschen. Leonie schlüpft schnell aus ihrem Bett, um vor der Schule beim Füttern ihrer vierbeinigen Freunde zu helfen. Noch in der Kinderkarre sitzend, teilte sie die Begeisterung für Hunde mit ihren Eltern Doreen und Michael Tetzner. Und seit sie laufen kann, ist sie dabei, wenn die europäischen Huskys gepflegt, angespannt und trainiert werden. Sie redet viel mit den Hunden, das gehört zum Training dazu. Leonie ist ein besonderes Mädchen. Mit ihren langen, blonden Haaren, der für ihr Alter typischen Zahnlücke und ihrer Vorliebe für rosa bis pinke Kleidung unterscheidet sie sich kaum von ihren Altersgenossinnen. Doch sie hat ein ungewöhnliches Hobby, das wohl kein anderes Mädchen in Deutschland mit ihr teilt: Hundeschlittenrennen fahren.

Seit Januar 2016 darf sich Leonie Tetzner jüngste Weltmeisterin im Hundeschlittenrennen nennen. Dafür war sie mit ihren Eltern und einem Tross an Rennhunden aus Dithmarschen nach Alaska gereist. Mit ihrer Leithündin „Königin Elsa“, die sie als Welpe mit aufgezogen hat, gelang der Fünfjährigen nicht nur die Nordamerikanische Meisterschaft. Sie setzte sich auch bei der Weltmeisterschaft in der Rennklasse der Vier- bis Achtjährigen gegen acht Konkurrenten durch. Dafür hat Leonie an drei Tagen die schnellste Zeit eingefahren und Spitzengeschwindigkeiten bis 35 km/h erreicht. In ihrer Klasse mit einem Hund ist es besonders schwer, denn Leonie muss mit ihrem Hund reden, da sie keine Zügel in den Händen führt. Bei mehreren Hunden motivieren diese sich untereinander.

Konzentriert beim Rennen: Leonie hinter „Königin Elsa“.
Konzentriert beim Rennen: Leonie hinter „Königin Elsa“.

Für die Wettbewerbe trainiert Leonie zusammen mit ihrem Vater am Nord-Ostsee-Kanal. Michael Tetzner wurde 2012 selbst Weltmeister mit seinem Hundegespann und hat sich ganz der Aufzucht, dem Training und der speziellen Futterherstellung von Hunden mit seiner Firma Icepaw verschrieben. Der Rennvirus sprang auf die Familie über. Leonie hilft seit sie drei Jahre alt ist bei der Fütterung und konditioniert so die Hundearbeit mit Sprechen und Vertrauen aufbauen. So oft es geht begleitet sie den Dogwalker, der täglich mit ca. 20 Hunden am Hof vorbeikommt. Dann schwingt sich Leonie auf ihr Fahrrad und nimmt ein paar eigene Hunde mit an den Kanal. Das ist ein gutes Training und baut Konzentration und Vertrautheit auf. Schon in ihrer ersten Rennsaison 2015 wurde die damals Vierjährige mit ihrem Leithund „Waldorf“ Zweite bei der Nordamerikanischen Meisterschaft. Jetzt genießt Waldorf sein Rentendasein auf dem Hof und spielt oft mit seinem jungen Frauchen.

Leonie liebt Sport, vor allem Schwimmen und Radfahren. Zudem malt und spielt sie gerne Spiele mit ihren Freundinnen. Diese haben allerdings eher Angst vor Hunden. Am 18. April 2016 feierte die Weltmeisterin ihren sechsten Geburtstag. Leonie liebt Alaska und die Kälte und freut sich auf Ende Januar 2017, wenn sie ihren WM-Titel in Kanada verteidigen kann.

Bei der Deutschen Meisterschaft im Hundeschlittenrennen im November 2016 in Dithmarschen darf Leonie allerdings nicht starten, da die Altersgrenze hierzulande bei zwölf Jahren liegt. Dafür wird die mutige Weltmeisterin ihren Vater beim Rennen um den Titel anfeuern.

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erstellt am 07.Aug.2016 | 13:59 Uhr

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