zur Navigation springen

Ausstellungseröffnung : Mit der Bahn kam der Aufschwung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die „Bedeutung der Eisenbahn für Glückstadt“ wird in der gleichnamigen Ausstellung ab sofort gezeigt.

„Die Bedeutung der Eisenbahn für Glückstadt“: Der Verein Freunde der Marschbahn Glückstadt eröffnete ihre neue Ausstellung im Konferenzsaal der Stadtwerke. Und die Resonanz am Eröffnungstag war überwältigend. Zahlreiche Glückstädter, aber auch etliche Auswärtige, ließen sich die Schau nicht entgehen.

Die Einführung in dieses Thema nahm Bürgermeisterin Manja Biel vor. Sie outete sich als echter Fan der Eisenbahn, sie ist gelernte Gleisbaufacharbeiterin. Dieses Handwerk lernte sie zusätzlich zu ihrem Studium. Ihre vielsagende Erklärung gegenüber unserer Zeitung: „Das war in der DDR so üblich. Ich hatte in Halle nur die Wahl zwischen Kuhstall und Gleisbau. Sie wissen jetzt, wofür ich mich entschieden hatte.“ Manja Biel schilderte die Entwicklung der Eisenbahn von den Anfängen ab 1845, sprach über die Gründung der Hafenbahn sowie über den Bau verschiedener Streckenabschnitte und Bahnhöfe. Vor allem betonte sie den wirtschaftlichen Aufschwung, den Glückstadt mit der Bahn erlebte. Sei es mit der Hafenbahn, die es ermöglichte, Güter direkt von den Schiffen auf die Schiene zu bringen. Nicht zu vergessen die Verbindung der Bahn als Umschlagplatz zur Marinekaserne. Und natürlich die Arbeit im Eisenbahnausbesserungswerk (EAW). Dort waren in Blütezeiten annähernd 1000 Menschen beschäftigt.

Doch der Strukturwandel vollzog sich 1995 mit der Bahnreform. Das EAW wurde 2000 geschlossen, industrielle Frachten verlagerten sich auf die Straße. Heute erinnern nur noch stillgelegte Gleise am Hafen und zur heutigen Firma Steinbeis an diese Zeit. Manja Biel: „Diese Ausstellung ist etwas ganz Besonderes. Es steckt viel Herzblut und Engagement darin, dies für unser Jubiläumsjahr 2017 zu gestalten und die Erinnerung zu bewahren.“

In der Tat: Die Schaulustigen – unter ihnen viele Ex-Eisenbahner und EAW-Angehörige – durchlebten in der Ausstellung den Brückenschlag von der Historie zur Gegenwart an Hand vieler Fotos vor allem aus der Sammlung von Vereinsmitglied Gerd Neumann, historischer Zeichnungen, Textbeiträgen, Bauplänen, Zeitungsartikeln und vielen weiteren Bahn-Exponaten.

Bedauert wurde in der allgemeinen Fachsimpelei, dass bei der Auflösung des EAW alte Maschinen, Pläne, Zeichnungen und Fotos zerstört wurden. Vereinsvorsitzender Jürgen Friese dankte darum in seiner Begrüßung auch vor allem seinem Team, das diese Ausstellung mit ganz viel Fleiß und Akribie ermöglicht habe. Frieses Dank galt aber auch den vielen Spendern. „Ohne diese Zuwendungen könnten wir vieles nicht verwirklichen.“ Damit spielte Friese auch auf den neuen Lokschuppen am ehemaligen Güterbahnhof an.

Die Historie der so genannten Marschbahn zu bewahren, hat sich der 2000 gegründete Verein zur Aufgabe gemacht. Seit 2008 steht der Museumszug mit dem neuen Lokschuppen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs.

Zu sehen ist die derzeitige Ausstellung noch an den Wochenenden 18. und 19. sowie 25. und 26. März in der Zeit von 14 bis 17 Uhr im Konferenzsaal der Stadtwerke. Während der Ausstellung lädt eine Leseecke zum Schmökern ein; eine Tombola rundet die Aktionen ab.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen