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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2016 | 01:23 Uhr

Oldtimer : Mit dem Pflug zur Weltmeisterschaft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bei den Titelkämpfen im Oldtimerpflügen im britischen York will der 63-jährige Hein Ramm ganz oben aufs Treppchen

Siebenmal war er schon Deutscher Meister, bei den letzten Europameisterschaften schrammte er nur haarscharf am Titel vorbei. Jetzt will Hein Ramm es auf der Weltbühne wissen. Der 63-Jährige aus Heiligenstedtenerkamp reiste gestern mitsamt Lanz Bulldog und Anhängepflug zu den ersten Weltmeisterschaften im Oldtimerpflügen im britischen York ab. Mit von der Partie ist wieder sein Freund Werner Frings, der bei dem Wettbewerb in England als Head Steward eingesetzt ist.

„Ich fahre nicht dorthin, um zweiter zu werden“, gibt sich Hein Ramm ebenso optimistisch wie zielsicher. Bisher wurden die europäischen Wettbewerbe zumeist von Teilnehmern aus Großbritannien beherrscht, wo das Oldtimerpflügen fast schon eine Art Volkssport ist. Werner Frings sieht im weltweiten Wettbewerb allerdings durchaus Chancen, die britische Phalanx durchbrechen zu können. Immerhin kämen dort auch Kampfrichter zum Einsatz, die nicht nur das auf der Insel gepflegte Ackerbild im Hinterkopf haben. „Die Engländer haben da einen anderen Style. Und das wollen die sehen.“

„Ein Platz unter den ersten drei ist gut, unter den ersten fünf in Ordnung“, wirft Hein Ramm ein. Vergangenes Wochenende wäre er beim Warmfahren fast ein weiteres Mal deutscher Meister geworden. Bei dem Wettbewerb im ostholsteinischen Lensahn lag er am Ende punktgleich mit seinem Lehrmeister und nationalen Dauerkonkurrenten Geert Wommelsdorf aus Bistensee an der Spitze. Nach den Wettbewerbsregularien wurden daraufhin die einzelnen Bewertungskriterien und dabei vergebenen Punkte noch einmal in umgekehrter Reihenfolge ausgezählt. Dabei hatte dann Wommelsdorf das Glück auf seiner Seite. „Das ist eben Sport“, nimmt Hein Ramm das Ergebnis gelassen – und konzentriert sich ganz auf die bevorstehende Weltmeisterschaft.

Um mit seinem Gerät überhaupt nach York kommen zu können, dafür sorgt der Dägelinger Dachdeckerbetrieb Aul. Die Gebrüder Thomas und Rüdiger stellen Hein Ramm und Werner Frings eine Zugmaschine zur Verfügung – mit Doppelkabine, damit diesmal auch die Ehefrauen mitfahren können. In York wird es dann sehr international zugehen. Gerechnet wird mit gut 300 Teilnehmern, unter ihnen auch Kanadier, US-Amerikaner, Neuseeländer und Südafrikaner. Das Oldtimerpflügen ist dabei nur eine von mehreren Kategorien. Aus Deutschland ist ein weiterer Teilnehmer mit einem Hydraulikpflug dabei.

Apropos Pflug: Das von Hein Ramm eingesetzte und – gemäß den Wettbewerbsvorschriften – nur leicht modifizierte Ackergerät hatte er einst aus dem Dornrößchenschlaf hinter einer Scheune in Winseldorf geweckt. Als Zugmaschine dient sein inzwischen ebenfalls 63 Jahre alter Lanz Bulldog vom Typ D 2206. Gepflügt wird in York in zwei Durchläufen auf einem Stoppelacker, wobei am Ende die perfekte Ackerfurche in den Wertungsbögen stehen muss.

Nächsten Dienstag kehren Ramm und Frings aus England zurück – um gleich wieder nach Irland zu reisen. Dort ist eine Woche Urlaub geplant, bevor dann in Wales die Europameisterschaften im Oldtimerpflügen folgen. Hier sind Hein Ramm und Werner Frings dann aber lediglich als Kampfrichter im Einsatz.

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erstellt am 07.Sep.2016 | 12:24 Uhr

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