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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 12:42 Uhr

Glückstadt : Mit dem Motorrad durch Europa

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Rene Rychlik hat jetzt sein Buch veröffentlicht über Touren durch verschiedene Länder. Ehepaar will demnächst wieder starten

Ein gutes Glas Cognac und ein Plätzchen vor dem Kamin. In dieser Atmosphäre schrieb Rene Rychlik (55) sein Buch. Gefüllt mit Geschichten über seine Motorradreisen durch Europa, über schöne und traurige Momente, über neue Freunde und unendliche Landschaften.

Sein Debütroman „Nur ein kleines Stück vom Kuchen“ ist autobiografisch. „Es handelt von unserer Tour rund um Polen 2014“, sagt der Glückstädter. Er reist zusammen mit seiner Frau Michaela (51). Beide fahren leidenschaftlich gern Motorrad. „Der Leser begleitet mich auf der Reise. Darin schweife ich immer wieder mit den Gedanken ab und erinnere mich an vorherige Touren.“ Als er in Polen einen Hund sah, erinnere es ihn an Rumänien. „Da gab es unglaublich viele Hunde.“

In seinem Roman will er auch die Schönheit Europas zeigen. „Das sind Strecken, die Motorrad-Reisende in ihrer Lebenschablone unterbringen können.“ Entfernungen, die in drei, vier Wochen Urlaub möglich, sind zu fahren und zu erleben. „Die wenigsten, die auf ihren Maschinen verreisen, machen das beruflich. Die sind dann aber auch ein dreiviertel Jahr und länger unterwegs.“ Diese Fahrer reisen durch Südafrika, den Himalaya, Russland oder durchqueren mehrere Wüsten. „Doch auch auf unserem Kontinent können sie viel erleben.“

Im Winter 2014 hat der Mitarbeiter für die Veterenär- und Lebensmittelaufsicht die ersten Sätze zu Papier gebracht. „Dann kam der Sommer dazwischen, da fehlte mir die Zeit.“ In der kalten Jahreszeit schrieb er weiter. Er habe nie so etwas wie eine Schreibblockade gehabt, eher im Gegenteil. „Wenn ich mich hingesetzt habe, dann ging das Schreiben erst langsam los. Mein Motor musste erst warm laufen.“ Und plötzlich sei er im Kopf wieder auf der Reise gewesen und die Bilder liefen an seinem inneren Auge vorbei. „Dann war ich im Schreibfluss.“ Auf der ganzen Tour hat er sich keine Notizen gemacht, aber er erinnert sich genau.

Seine Frau Michaela Rychlik: „Er hat auch Dialoge zwischen uns aufgeschrieben und das im Wortlaut.“ Sie hat das Buch gelesen, als es fertig war. Die 51-Jährige war selbst auf der Tour dabei – beim Lesen habe sie sich zurückversetzt gefühlt.

Beide sind auf ihren Reisen rund 60  000 bis   70  000 Kilometer gefahren. Dabei hat er seinen Motorradführerschein erst vor 15 Jahren gemacht, sie ein Jahr später. „Eigentlich war ich kein Freund von Motorrädern, bis ich mir ein Moped geliehen und Spaß dran hatte“, so Rychlik. Danach hätte er einen größeren Motorroller fahren wollen. Dafür wollte er dann den Führerschein machen. „Letztendlich wurde es dann doch ein Motorrad.“

Zu dem Reisen mit dem Zweirad kam der Glückstädter durch einen guten Freund. „Er fragte, ob ich nicht mit nach Rumänien fahren möchte.“ Zuvor habe er nicht einmal daran gedacht, dort hinzureisen. „Da habe ich mich beim Gedanken an das ein oder andere negative Vorurteil erwischt.“ Doch er wurde vom Gegenteil überzeugt. Die Rumänier seien sehr gastfreundlich gewesen und sie seien schnell in Kontakt gekommen. „Das ist auf den meisten Touren so. Das Motorrad und die Strecke, die wir zurückgelegt haben, ist immer ein Gesprächsthema.“ Auch Kinder würden fragen, ob sie einmal auf der Maschine sitzen dürften und Väter würden Bilder davon machen. „Und schon ist der Kontakt hergestellt.“

Ihre Reisen plant das Ehepaar nicht genau durch. Sie wissen in welchem Zeitraum sie unterwegs sind und welche Länder sie durchfahren wollen. Sie fahren einfach in den Tag hinein, sagt der Debüt-Autor. Die Unterkunft wird spontan gesucht. Sie übernachten in Herbergen, schönen Hotels und im Zelt. „Nur die Polenreise war etwas organisierter als die anderen. Es gab bestimmte Orte, die wir unbedingt sehen wollten, unter anderem Krakau und Auschwitz. Was ich im ehemaligen KZ gesehen habe, hat sich bei mir eingebrannt und findet auch Platz im Buch.“

Im Sommer fährt das Paar wieder nach Polen, dann weiter durch die Slowakei und Tschechien. Sie reisen drei Wochen lang. Nächstes Jahr stehen dann Island, Lettland und Litauen auf dem Programm. Eine Wunschtour ist Norwegen und der Nordcup. „Mein Ziel ist es, alle europäischen Länder zu bereisen“, sagt Rene Rychlik. Und vielleicht inspiriere ihn das für einen weiteren Roman.


> Der autobiografische Reiseroman „Nur ein kleines Stück vom Kuchen“ ist in der Bücherstube am Fleth sowie bei den bekannten Online-Buchhändlern erhältlich.

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erstellt am 07.Mai.2016 | 08:00 Uhr

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