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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 21:43 Uhr

Segeltörn : Mit dem Katamaran rund um die Ostsee

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Harald Frank und Norbert Franzbecker aus Kollmar sind zurück von einem Segel-Abenteuer auf der Ostsee.

„Nach dem Ende unseres Berufslebens wollen wir ohne Zeitdruck im Nacken etwas Besonderes machen. Wenn nicht jetzt – wann dann.“ Diese Idee hatte Harald Frank an seinem 60. Geburtstag vor drei Jahren. In diesem Sommer ist er zusammen mit seinem Freund Norbert Franzbecker, der dieses Jahr ebenfalls in den Ruhestand gegangen ist, mit seinem Katamaran „Lütt un Lütt“ über viereinhalb Monate um die ganze Ostsee gesegelt.

Die beiden Segler aus Kollmar kennen sich vom Wassersportverein und haben sich dort jahrelang im Vorstand für die Jugendarbeit engagiert. Deshalb kamen jetzt zum Empfang beim Einlaufen in den Glückstädter Hafen viele Freunde und Vereinsmitglieder. Im April begann die Fahrt über Kiel - Oslo - Göteborg - Götakanal - Stockholm - Haparanda - Helsinki - Stockholm - Bornholm - Rügen - Kiel. Die Gesamtstrecke betrug 3450 Seemeilen, das entspricht etwa 6400 Kilometer. Den nachhaltigsten Eindruck hat der Hafen in Haparanda hinterlassen. „Haparanda ist der nördlichste Punkt der Ostsee. Das ist der Traum aller Segler. In einer Hütte am Hafen haben wir den Vereinswimpel des Wassersportvereins Kollmar aufgehängt. Das war ein bewegender Moment für uns“, erinnert sich Harald Frank an den 16. Juli.

Auf Tagesetappen von 40 bis 50 Seemeilen haben die beiden Abenteurer über Dänemark und Norwegen und dem Götakanal durch Südschweden die Ostsee an der schwedischen Ostküste hoch und an der finnischen Westküste wieder runter umfahren. Für Norbert Franzbecker waren die Schären am eindrucksvollsten. „Diese nordländische Küste hat was Ursprüngliches. Die Granitfelsen, die aus dem Wasser ragen und teilweise mit schwedenroten Holzhäusern als Feriendomizil bebaut sind, haben mich fasziniert. Auch von der warmherzigen Atmosphäre der Skandinavier war ich begeistert.“

Durch den geringen Tiefgang des Katamarans von unter einem Meter konnten die beiden Segler bis ins Innere der Schärenlandschaft fahren. Das Boot aus dem Baujahr 1968 hat eine Länge von 9,14 Meter, ein Breite von 4,11 Meter und eine Masthöhe von 10,20 Meter. Durch die Bauweise des Katamarans hatte jeder Segler seine Koje in einem eigenen Rumpf.

„Zum Streiten hatten wir aber sowieso keine Zeit, denn die navigatorischen und seglerischen Anforderungen mit Wind, Wetter und Steinen haben uns mehr gefordert, als wir zunächst dachten. Außerdem bindet so ein starkes gemeinsames Erlebnis“, resümiert Norbert Franzbecker seine Eindrücke. Der 64-Jährige hat als technischer Angestellter bei der Stadt Elmshorn gearbeitet, Harald Frank (63) als Elektrokonstrukteur bei der Verpackungsmaschinenfirma Affeldt in Neuendorf. Für beide war es ein einmaliger Traum: warmes sonniges Wetter mit wenig Regen, keine Reparaturen am Schiff und nachhaltige Landschaftsbilder.

Harald Frank: „Es soll für uns auch einmalig bleiben, aber vielleicht machen wir noch mal was anderes mit dem Rad zusammen. Andere Segler kann ich aber nur ermuntern, diese Reise selbst einmal anzutreten – für uns hat es sich gelohnt. Wir sind aber jetzt auch froh, wieder zu Hause bei unseren Familien und der gewohnten Umgebung zu sein.“

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