zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2016 | 07:19 Uhr

Im Aufwind : Mit Akkus erfolgreich in den Nischen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Weltspitze mit innovativen Speichertechnologien: Firma Custom Cells Itzehoe wächst stark.

Die Nischenmärkte waren das Ziel. Und dort ist die Custom Cells Itzehoe GmbH (CCI) angekommen. Vor vier Jahren wurde das Unternehmen aus dem Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (Isit) heraus gegründet. „Es hat sich sehr positiv entwickelt“, sagt Leopold König, der zusammen mit Torge Thönnessen die Geschäfte führt.

Die Grundlage sind Lithium-Akkumulatoren mit einer patentierten Technologie. CCI stellt Elektrodenfolien her, die zu Akkus verarbeitet werden können – und in Europa, vielleicht sogar weltweit, gebe es niemanden, der eine vergleichbare Vielzahl an Elektrodenarten anbiete, sagt König. Auch neueste Produkte wie eine Silizium-Kohlenstoff-Anode würden gefertigt, „das sind die Materialien der Zukunft“. Der stärkste Kooperationspartner sei neben der Altana AG das Isit, wo seit mehr als 17 Jahren Lithium-Akkumulatoren erforscht werden.

In der relativ kleinen Branche habe sich das Unternehmen einen guten Ruf erarbeitet, sagt König. Es habe „gewaltige Schritte“ nach vorn gemacht und technologisch mit den Spitzenproduzenten gleichgezogen. Mindestens: „Die beste Lithiumeisenphosphat-Technologie, die man auf dem führenden asiatischen Batteriemarkt finden kann, haben wir in zahlreichen Parametern deutlich übertroffen.“ Dabei geht es um Lade- und Entladezeit, um Energiedichte und um die Lebensdauer. Mit einem kanadischen Unternehmen für Erdölfördertechnik werde ein Hochtemperatur-Akku entwickelt: Den gebe es in dieser Form auf dem Markt nicht zu kaufen, „aber es löst viele Probleme bei unserem Endkunden“, sagt der Geschäftsführer.

Verwendet werden die CCI-Produkte von der Tiefsee- bis hin zur Medizintechnik – in den Nischenmärkten eben: „Es ist exakt so gekommen, wie wir prognostiziert haben.“ Auch die zwischenzeitliche Resignation in der Elektromobilität habe sich gelegt, so König. Das Itzehoer Unternehmen liefert nicht in Großserie, sondern produziert im Innovationsraum Kleinserien für kleine Märkte, Prototypenserien und Test-Akkus mit neuesten Technologien für Forschung und Entwicklung.

Einige 1000, maximal etwa 10  000 Zellen im Monat kann CCI herstellen in dem Zweig, den das Unternehmen „Laboratories“ nennt. Jetzt wird Stufe 2 in Angriff genommen unter dem Titel „Industries“: Bis zu insgesamt eine Million Zellen sollen in verschiedensten Kleinserien gefertigt werden. Das braucht Platz, deshalb ist CCI inzwischen in größere Räume im Innovationsraum umgezogen. In einer modernen Produktionshalle wird ebenso gearbeitet wie in Sicherheitscontainern auf dem Außengelände, denn mit manchen der Substanzen ist nicht zu spaßen. „Wir haben erhebliche Ressourcen, Elektroden herzustellen“, sagt König. Das Schwierigste sei dabei der chemische Teil – etwa 70 Prozent der Gesamtleistung eines Akkus hätten ihren Ursprung in gut gemachten Elektrodenfolien. Diese werden im Produktionsprozess zu Akkumulatoren gestapelt.

Jedes Jahr weist die Firma, die auch ein Vertriebsbüro in Hamburg unterhält, ein erhebliches Wachstum auf. „Wir schreiben seit einiger Zeit schwarze Zahlen“, sagt König. Lithium-Akkus seien nicht nur durch die Elektromobilität für viele Anwendungen sehr populär geworden, diesen Schwung wolle CCI nutzen: Aus jetzt 16 Mitarbeitern sollen bis zum Jahresende mindestens 20 werden.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 09.Aug.2016 | 12:05 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen