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Berufliche Chancen : Mint-Messe macht Mädchen Mut

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

120 Schülerinnen informierten sich in Itzehoe über berufliche Chancen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen.

Der Bedarf ist nach wie vor groß: Rund 120 Schülerinnen strömten ins Fraunhoferinstitut Isit in Itzehoe, um sich beim bereits neunten Aktionstag Mint (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) über Zukunftsberufe für Mädchen zu informieren. Mehr als 20 Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Institutionen präsentierten die unterschiedlichsten beruflichen Perspektiven, die zwar immer noch überwiegend bei Männern auf Interesse stoßen, aber auch immer mehr Frauen begeistern.

„Ich finde es sehr interessant, wirklich gut!“, sagte Hilke Matalewski (18) aus Borsfleth, die das Detlefsengymnasium in Glückstadt besucht, über die kleine, aber feine Berufsmesse. „Man kann mit den Ausstellern reden, genauere Fragen stellen und darauf eingehen, wie man sich einen Beruf vorstellen kann. Und es gibt persönliche Tipps.“ Das gefällt auch ihrer Freundin Pia Hippauf (18), die ebenfalls aus Borsfleth kommt und aufs Detlefsengymnasium geht. Das unbefangenere Informieren, vor allem auch weil an den Ständen Auszubildende aus ihrem Arbeitsalltag erzählten, hob sie noch hervor. „Es gibt viele verschiedene Aussteller, da ist für jeden etwas dabei“, waren sich die beiden jungen Frauen einig.

Und sprachen damit dem Organisationsteam quasi aus vollem Herzen. „Es ist gut, dass die Unternehmen auch mit ihren Auszubildenden kommen, das schafft weniger Distanz“, sagte Astrid Nielsen von der Beratungsstelle Frau und Beruf Steinburg. Sie hat gemeinsam mit Regina Hübinger (Koordinatorin für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen) Birte Johannßen (Agentur für Arbeit), Claus Wacker (Fraunhoferinstitut Isit), Horst Schlemminger (Kreisfachberater Berufsorientierung Kreis Steinburg), Astrid Gruber (Frau und Beruf Dithmarschen) und Karin Lewandowski (Gleichstellungsbeauftragte Itzehoe) die Messe auf die Beine gestellt. Die Anmeldung hatte zunächst schleppend begonnen, doch schließlich war der Zuspruch wieder groß. 120, das sei „genau die Zahl, die wir bewältigen können“, so Claus Wacker erfreut. Und es sind mehr Aussteller geworden, wie Astrid Nielsen hinzufügte. Erstmals dabei war das Land mit dem Landeslabor, Landesamt für Vermessung und Geoformationen sowie Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, die Uni Hamburg und X-Fab Mems Foundry Itzehoe (Mikrotechnologie). Und nach wie vor sei die Rückmeldung der Unternehmen, dass die Mädchen sehr interessiert seien, in den vergangenen Jahren auch zunehmend besser vorbereitet, berichtete Astrid Nielsen. Und der Aktionstag führe auch dazu, dass sich Mädchen für Berufe aus dem Mint-Bereich bewerben, ergänzte Karin Lewandowski. Als einen Erfolg der Ausstellung, wertet da auch Claus Wacker, dass die Firmen konstant dabei sind. „Das Format hat sich bewährt.“ Und die Erfahrung habe den Vorteil gezeigt, dass der Kontakt zu Frauen im Beruf motiviere, sich zu bewerben.

Neben Tipps zur Bewerbung gab es darum auch Gesprächsrunden, in denen Frauen über ihre Berufe erzählten. Anne Wefer ist Ingenieurin (physikalische Technik) im Deutschen Elektronen Synchotron Desy in Hamburg. Sie hatte erst eine Ausbildung bei den Draeger-Werken in Lübeck zur Industrieelektronikerin absolviert. Danach studierte sie physikalische Technik und erzählte aus ihrem Arbeitsbereich bei Desy. „Es ist ganz spannend.“ Genauso engagiert vermittelte Gaby Ter-Minassian, Toningenieurin beim NDR, ihren Beruf. Technik und Musik waren ihre Leidenschaft, und gleich nach dem Studium hatte sie das Glück, beim NDR-Fernsehen beruflich einzusteigen. Was sie an ihrem Beruf fasziniert, ist die Technik und das Arbeiten im Team, berichtete sie ihren jungen Zuhörerinnen. Und ebenso wie Anne Wefer riet sie den Mädchen, den Beruf zu ergreifen, der sie wirklich interessiere – und sich nicht davon abbringen zu lassen. Das machte auch Jessica Rehder deutlich, die im ersten Lehrjahr als Chemikantin bei Sasol in Brunsbüttel arbeitet. Sie betonte, wie vorteilhaft Praktika seien, um sich ein richtiges Bild vom Beruf machen zu können – und dran zu bleiben. Unter den Chemikanten-Auszubildenden ist sie einziges Mädchen. „Aber das fällt nicht auf, wir sind alle ein Team“, betonte sie und berichtete begeistert über ihren Arbeitsalltag. „Traut euch“, ermutigte sie die Mädchen. Und sprach damit auch Organisatoren ebenso wie Messeausstellern wohl aus den Herzen.

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erstellt am 06.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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