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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 03:14 Uhr

Millionenzuschuss für die Region

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zukunftsträchtige Projekte in Dithmarschen und Steinburg erhalten Fördergelder / Brunsbüttel und Itzehoe unter einem Dach

Das sei in Europa einmalig, betonte der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Reinhard Meyer bei der Vorstellung eines 30 Millionen Euro großen Förderprogramms vor knapp zwei Jahren in Heide: Gelder aus dem neuen EU-Programm Integrierte Territoriale Investition (ITI) fließen gezielt in nur eine Region. Die reicht von Nordfriesland bis Helgoland. Das habe Modellcharakter. Jetzt haben Westküstenbeirat und ITI-Gremium in Husum die förderfähigen Projekte gekürt. Unter den insgesamt 81 Projekten sind fünf große in Itzehoe und Brunsbüttel angesiedelt.

Insgesamt, so Wirtschaftsstaatssekretär Frank Nägele, stehen die als förderfähig anerkannten Projekte für Investitionen zwischen 1,4 und 15,7 Millionen Euro. Ressourcen schonender Tourismus und erneuerbare Energien stehen im Fokus des Programms. Jetzt müssten die Projekte konkretisiert und gemeinsam mit der Investitionsbank und der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH die letzten Fragen geklärt werden. „Danach bin ich sehr zuversichtlich, dass wir mit dem Ideen-Feuerwerk, das in den einzelnen Vorhaben steckt, für die Westküste in den nächsten drei bis fünf Jahren Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe auslösen werden“, so Nägele.

Unter dem Dach „Innovationsregion Itzehoe & Brunsbüttel“ haben die Steinburger Kreisstadt und der größte Industriestandort des Landes zusammengefunden. Gerade für Brunsbüttel drängte die Zeit, ein eigener Schwerpunkt war nicht in Sicht – trotz verschiedener Ideen. Daher schloss sich die Schleusenstadt mit Itzehoe zusammen. Die jetzt als Siegerprojekte herausgestellten Vorhaben verfolgen beide Städte jedoch unabhängig von einander.

In Itzehoe gehören zum Konzept die am ISIT angesiedelte Idee „Windenergieanlagen Powerbooster zur Netzstabilisierung“, ein intelligentes Energiemanagement im Innovationspark Itzehoe sowie die energetische Optimierung des Kreismuseums.

Brunsbüttel hat sich mit dem Projekt Wind to Gas – der Umwandlung von Windstrom in Gas – sowie mit der ehemaligen Plathe-Villa in der Koogstraße als möglichem Standort für ein maritimes Museum für Fördergelder qualifiziert.

Der gemeinsame Wirtschafts- und Technologieraum Itzehoe-Brunsbüttel gilt nach Ansicht des Wirtschaftsministeriums als wirtschaftlicher Kern an der Westküste mit großem Potenzial. Das gemeinsame Konzept habe zum Ziel, die Region als innovativen Energiestandort mit hoher Lebensqualität weiter zu entwickeln.

In diese Kerbe schlägt Ralf Thiericke, Geschäftsführer des Innovationszentrums Itzehoe (IZET). „Ich freue mich, dass unser Konzept der Innovationsregion Itzehoe & Brunsbüttel im Wettbewerb gegen starke Tourismuskonzepte so gut abgeschnitten hat. Die viele Arbeit im zweistufigen Wettbewerb trägt nun Früchte. Mit fünf förderfähigen Einzelprojekten werden wir die Innovationsachse Itzehoe – Brunsbüttel stärken.“ Ohnehin, das IZET sei das Technologiezentrum im Land.

Auch Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck ist zufrieden. Die Plathe-Villa an der Koogstraße gehörte dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) und wird von der landeseigenen Immobiliengesellschaft BIMA zum Kauf angeboten. Um den einstigen Dienstsitz der Kanalverwaltung in unmittelbarer Schleusennähe gab es in der Vergangenheit viel politisches Gerangel. Die Stadt überlegt nun, dort ein Schleusenerlebniszentrum und Schifffahrtsmuseum einzurichten. Jetzt, so Mohrdieck, müsse dies konkretisiert werden. Eine grobe Machbarkeitsanalyse gibt es bereits. „Es ist die Chance, einen touristischen Akzent zu setzen.

Das Projekt Wind to Gas bekam erst vor einer Woche doch noch grünes Licht im Brunsbütteler Bauausschuss. Noch im Juni schien bereits das Aus besiegelt (wir berichteten).



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erstellt am 20.Jul.2016 | 10:23 Uhr

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