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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 17:24 Uhr

Bücherei : Mehr Zeit für Wilsters Leseratten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Büchereileiterin der Stadt bekommt 2017 mehr Wochenstunden. Trotzdem geht es nicht ohne ehrenamtliches Engagement.

Für ihre Arbeit in der Stadtbücherei bekommt Karin Labendowicz im neuen Jahr mehr Zeit. Die einzige hauptamtliche Kraft in der öffentlichen Einrichtung für Leseratten soll dann von einem geringfügigen in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis wechseln. In Arbeitszeit heißt das: Aus bisher 6,5 Stunden pro Woche werden dann zehn Stunden. Im Sozialausschuss wurde diese Regelung jetzt einhellig befürwortet.

Auch künftig wird die Stadtbücherei im Erdgeschoss des Neuen Rathauses aber nicht ohne ehrenamtliches Engagement zu betreiben sein. Karin Labendowicz stehen dazu vier Kräfte zur Verfügung. Nur so kann die Bücherei an vier Tagen in der Woche für insgesamt 15,5 Stunden geöffnet werden. Die Büchereileiterin schaut dabei aber auch selbst nicht auf die Uhr. Fällt aus dem Ehrenamts-Quartett jemand aus – wie zuletzt für längere Zeit vor knapp einem Jahr – springt sie ein.

Um den personellen Engpass zu beseitigen, hatte der Hauptausschuss bereits im März die Einstellung einer zusätzlichen Kraft zur Unterstützung beschlossen. Darauf wird nun verzichtet, stattdessen erhöht Karin Labendowicz ihr wöchentliches Stundensoll. Mit dieser Regelung soll insbesondere ein so genannter Bürotag eingeführt werden. Immer mittwochs will die Büchereileiterin sich dann vor allem um die immer umfangreicheren administrativen Aufgaben kümmern. Bislang standen ihr in der Woche dafür lediglich 30 Minuten zur Verfügung. Wie Karin Labendowicz im Sozialausschuss erläuterte, nehme insbesondere die enge Zusammenarbeit mit der Büchereizentrale einige Zeit in Anspruch. Von dort sei der Hinweis gekommen, dass man in den Büchereien mehr Mut zum Aussortieren haben solle. Das heißt: Gerade die kleineren Büchereien sollten sich verstärkt auf Belletristik konzentrieren und – zum Beispiel – eher fachliche Literatur aussortieren. Die gründliche Überarbeitung des Angebots nehme allerdings wiederum eine gewisse Zeit in Anspruch.

So „nebenbei“ kümmert sich Karin Labendowicz um die Betreuung von Schulen und Kindertagesstätte und arbeitet intensiv im Verein Leselust mit. Das alles fällt allerdings in ihr ehrenamtliches Engagement.

Die Personalentscheidung, die jetzt noch von der Ratsversammlung abgesegnet werden muss, schlägt im städtischen Etat mit jährlich rund 4000 Euro zu Buche. Eine zusätzliche Kraft mit etwa sechs Wochenstunden wäre teurer gewesen und hätte rund 7000 Euro gekostet. Ganz ohne eine sehr moderate Anpassung der Ausleihgebühren geht es trotzdem nicht. Für Schüler, Soldaten, Behinderte und Bezieher von Grundsicherung bleibt es allerdings beim Jahresbeitrag von acht Euro. Kinder bis 10 Jahre können auch weiterhin kostenlos lesen, Jugendliche bis 17 sind mit jährlich sechs Euro dabei. Leicht erhöht wird der Jahresbeitrag aber für Erwachsene (von 16 auf 18 Euro) und für Familien (von 18 auf 20 Euro).

„Das ist auch ein Zeichen gegenüber der Kommunalaufsicht“, begründet CDU-Fraktionschef Mark Dethlefs angesichts der chronisch leeren Stadtkasse. Für Natascha Böhnisch von der SPD steht ohnehin fest: „Die Bücherei ist eine tolle Sache. Ein Verzicht darauf würde unseren Haushalt auch nicht sanieren.“

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erstellt am 22.Okt.2016 | 15:41 Uhr

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