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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 12:59 Uhr

Mehr Platz fürs Wachstum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brunsbütteler Elektronikunternehmen ESCD investiert 1,6 Millionen in Neubau zweier Hallen und eines Büros.

Zufrieden steht Jörg Grimsmann auf der Baustelle der Brunsbütteler ESCD an der Jahnstraße: Arbeiter bereiten gerade den Bereich vor, auf dem die Betonplatte für eine 540 Quadratmeter große Halle geschüttet werden soll. Grimsmann ist Inhaber und Geschäftsführer des Elektronikunternehmens, das derzeit 1,6 Millionen Euro in eine dringend benötigte Erweiterung investiert. Insgesamt werden auf dem ehemaligen Sportgelände zwei Produktionshallen entstehen sowie ein Büro. Letzteres ermöglicht den Umzug aus der Fährstraße, wo die ESCD ihren Ursprung hat und heute nur noch die Verwaltung mit fünf Mitarbeitern sitzt. Im Frühjahr ist der Umzug geplant.

Mit der Investition wird nicht nur die räumliche Kapazität fast verdoppelt. Jörg Grimsmann möchte in diesem Zuge auch die Zahl seiner Mitarbeiter vergrößern. Derzeit sind 50 Leute beschäftigt, darunter vier Azubis als Mikrotechnologen und Industriekaufleute. Mittelfristig soll die Belegschaft auf etwa 80 Mitarbeiter anwachsen.

Die gute Auftragslage des Unternehmens, das im Jahr rund zehn Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, mache die Vergrößerung um 1000 Quadratmeter Produktionsfläche unerlässlich, sagt Grimsmann. Nur kurz lässt der Brunsbütteler anklingen, dass ein Abzug aus der Schleusenstadt Richtung Itzehoe durchaus denkbar gewesen wäre, hätte er kein grünes Licht für seine Pläne bekommen. Der Standort sei angesichts der qualifizierten Mitarbeiter aber im Grunde unverzichtbar.

Die ESCD wurde 1978 gegründet als Elektronik Service – Christoph Dichte. Kunden waren unter anderem AEG, Philipps und Siemens. Sechs Jahre später begann ESCD mit der Fertigung von Teilen für den legendären Computer Commodore C64. In den Folgejahren wuchs der Betrieb, neue Märkte wie Medizin- und Leittechnik kamen hinzu. Heute werden die Steuerungselemente made in Brunsbüttel in so genannten Flurförderfahrzeugen, die mit höchster Präzision Lastwagen bewegen, und in komplexen Maschinen verwendet, bei denen es auf höchste Präzision ankommt.

Ein weiteres Standbein des Unternehmens sind die Produkte der Tochtergesellschaft Smart Power Electronics GmbH & Co. KG, die unter anderem einphasige Wechselrichter für kleine Windkraftanlagen entwickelt oder Steuerungsanlagen für Wasserkraftanlagen und Blockheizkraftwerke. Eingesetzt wird die Technologie nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland sowie in Indonesien, Russland, Chile und der Mongolei. In die USA werden die Fühler gerade ausgestreckt.

Der eigene Maschinenpark gehöre zu dem modernsten seiner Branche, erzählt Grimsmann. Dazu gehören auch Anlagen zur Qualitätskontrolle, unter anderem seit vorigem Jahr ein Röntgengerät zur Kontrolle der elektronischen Bausteine. Sein Erfolgsgeheimnis fasst der Unternehmer, der die ESCD GmbH 2007 mit Christoph Dichte neu gründete in wenige Worte: „Gute Qualität, Liefertreue und gute Facharbeiter.“

Als jetzt Landrat Jörn Klimant und Egeb-Chefin Martina Hummel-Manzau sowie Wirtschaftsförderer Peter Neumann die Firma besuchten, erfuhren sie, was Jörg Grimsmann auch wichtig ist: zufriedene Mitarbeiter. Denn das reduziere die Fluktuation. Trotz der wachsenden Zahl an Aufträgen und hoher Anforderungen der Kunden sind Überstunden im Unternehmen tabu – oder zumindest sehr selten. Für die meisten Mitarbeiter beginnt das Wochenende am Freitagmittag. Eine betriebliche Altersvorsorge schaffe zusätzlich Zufriedenheit.  

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erstellt am 24.Nov.2016 | 05:08 Uhr

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