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Lokale Wirtschaft : Mehr als nur Beschriftungen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit den Folien ihrer Design-Werkstatt will Familie Jeßen auch Einbrechern das Leben schwer machen – ein Start up-Unternehmen aus Itzehoe.

In loser Folge stellen wir junge Unternehmen mit innovativen Ideen vor. Heute: „stoerwerk:designwerkstatt“.

Entstanden ist die Idee im März 2016 am Frühstückstisch der Jeßens, schon einen Monat danach erfolgte die Eröffnung des Handwerker-Start-ups: „stoerwerk:designwerkstatt“ heißt die junge Firma der drei Familienmitglieder. Ein Unternehmen für Beschriftungen, Scheibentönungen und Folierungen an Autos und Gebäuden – keine Lackiererei und auch kein Anbieter, der ausschließlich Tunern ihre Autos verschönert. Mit Folierungen lässt sich heutzutage schließlich noch viel mehr anstellen: Einbrechern das Leben schwer machen zum Beispiel.

Das Herz des Unternehmens ist Lennart Jeßen (23), der für Beschriftung, Tönung und Folierung zuständig ist. Eine Arbeit, die je nach Beschaffenheit der Folie und des Lackzustandes viel Geduld und Feingefühl benötigt. Sein Vater Christoph Jeßen unterstützt ihn und kümmert sich um das Thema Sicherheitsfolie an Gebäuden, Schwester Lena (28) übernimmt Marketing und Vertrieb.

„Meine Freundin und Freunde standen hinter mir“, sagt Sohn Lennart Jeßen über seine Gründungsphase, auch er hat in der Industrie gelernt. Das Handwerk des Folierens brachte er sich nebenher in Seminaren selbst bei und übte am eigenen Auto – oder an dem seiner Schwester. „Ich kam nach einem Wochenende wieder und plötzlich sah mein Auto anders aus“, erinnert sich Lena Jeßen. Sauer war sie aber nicht, sagt sie, weil ihr das Ergebnis gefallen habe.

Christoph Jeßen bescheinigt seinem Sohn großes Talent: „Selbst die kompliziertesten Ecken und Kanten stellen mittlerweile keine Herausforderung mehr dar. Es gibt nichts, wo wir uns nicht rantrauen.“ Weil es sich beim Folieren und Beschriften um ein zulassungsfreies Handwerk handelt, das jeder auch ohne spezielle Ausbildung ausüben darf, gebe es viele schwarze Schafe auf dem Markt – „da gibt es dann schon mal einen Lackschaden oder die Folie geht wieder ab, weil der Wagen nach dem Aufbringen nicht 24 Stunden in einer beheizten Halle stand“, sagt Lennart Jeßen. Hochwertige Folie beschafft er über einen Branchenkontakt. Kunden melden sich entweder über Facebook oder erfahren über Mundpropaganda von ihrer Arbeit. Mit Beschriftungen für Firmenwagen wollen die Jeßens Handwerker und Unternehmer ansprechen. „Wir erstellen ein individuelles Design für jeden einzelnen Kunden“, sagt Lena Jeßen.

Tuner lassen zwar häufig Folien auf ihren Autos anbringen, aber es gibt auch andere Möglichkeiten: zum Beispiel Folien, die verhindern, dass Scheiben splittern. Sie gibt es für Fahrzeuge und komplett unsichtbar auch für Gebäude. So haben Einbrecher keine Chance. „Es wissen nur wenige, dass es sowas gibt“, sagt Lennart Jeßen. Ein weiteres Geschäftsfeld: Scheibentönungen, die vor UV-Strahlung schützen. Nur eine professionell durchgeführte Scheibentönung schütze beispielsweise Kinder vor den gefährlichen UV-Strahlen und biete zusätzlichen Schutz vor Hitze und unbeliebten Blicken. „Bei den Tönungen wollen wir in den Fokus rücken, dass es mehr als cool ist. Das Thema Gesundheit ist mir wichtig“, erklärt Christoph Jeßen.

Die drei Familienmitglieder möchten das Unternehmen in Zukunft weiter solide führen und bald den ersten Mitarbeiter einstellen. Die Arbeit sei sonst nicht mehr zu bewältigen. Ihre Werkstatt in der Feldmannstraße 1 hat dafür einen guten Standort. „Die Lage hier ist perfekt“, sagt Christoph Jeßen. In direkter Nähe befinden sich eine Tankstelle, der Tüv und eine Fahrschule. Potentielle Kunden sind also immer in der Nähe.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 12:08 Uhr

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