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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 20:47 Uhr

Tüv-Report : Mehr als jedes dritte Auto mangelhaft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Tüv Nord legt Jahresbilanz für Station Itzehoe vor: Viele Pkw-Besitzer erhalten Plakette erst im zweiten Anlauf

Rund 94  000 Autos gibt es im Kreis Steinburg. In der Regel sind sie gut in Schuss, stellt der Technische Überwachungsverein (Tüv) Nord in der Jahresbilanz für seine Station in Itzehoe fest. Nur ein einziges Auto wurde in den vergangenen zwölf Monaten als völlig unsicher eingestuft und aus dem Verkehr gezogen. Alle anderen Fahrzeuge, die zur Hauptuntersuchung vorgestellt wurden, bekamen eine neue Plakette.

Wie der Tüv mitteilt, wurden bei ziemlich exakt der Hälfte der Fahrzeuge überhaupt keine Mängel festgestellt. Bei 11,7 Prozent wurden geringe Mängel gefunden. Diese Fahrzeuge bekamen von den Itzehoer Prüfern sofort eine neue Plakette. In die Werkstatt mussten dagegen gut ein Drittel der Fahrer. Ihre Autos erhielten erst in der Nachprüfung die Freigabe des Tüv, weil zunächst erhebliche Mängel festgestellt wurden.

Gegenüber dem Vorjahr ist die Quote der Autos mit erheblichen Mängeln leicht rückläufig. „Wir stellen fest, dass Autohäuser und Werkstätten ihre Anstrengungen in Sachen Qualitätssteigerung verstärkt haben“, sagt dazu Jens Scheunemann, Leiter der Tüv-Station Itzehoe. Ein Grund für die abnehmende Zahl der Mängel vermutet er aber auch in der guten Wirtschaftslage. „Die Autobesitzer kümmern sich mehr um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge und nehmen fällige Termine zur Inspektion und Instandhaltung wahr.“

„Stiefmütterlich“ behandelt wird laut Scheunemann aber gelegentlich die Beleuchtung. Das zeige die Verteilung der entdeckten Mängel: Licht und Elektrik lägen weit vorn. An zweiter und dritter Stelle kämen Mängel aus den Bereichen Umweltbelastung und Bremse.

Im deutschlandweiten Vergleich schneiden die Autos der Steinburger nicht gut ab: Laut dem bundesweiten Tüv-Report, für den die Ergebnisse von rund neun Millionen Hauptuntersuchungen ausgewertet wurden, liegt die Quote von Fahrzeugen mit erheblichen Mängeln durchschnittlich bei nur knapp 20 Prozent und damit nur fast halb so hoch wie im Kreis Steinburg, wo es 38 Prozent waren.

Der höhere Anteil an mangelhaften Fahrzeugen dürfte damit zusammenhängen, dass die an der Tüv-Station Itzehoe geprüften Fahrzeuge auch deutlich älter waren als im Bundesvergleich: Der durchschnittliche Pkw, der in Itzehoe geprüft wurde, war 10,8 Jahre alt und hatte eine Laufleistung von 131  000 Kilometern. Auf ganz Deutschland gesehen liegt das Alter der beim Tüv geprüften Fahrzeuge im Durchschnitt nur bei 9,2 Jahren. Aus beiden Werten kann nicht direkt auf das Alter der Autos auf den Straßen geschlossen werden: Neuwagen sind in den Tüv-Zahlen statistisch unterrepräsentiert, weil sie erst nach drei Jahren zur Hauptuntersuchung müssen – bei älteren Autos sind es zwei Jahre. Ableiten lässt sich aus den Zahlen aber, dass die Autos auf den Straßen in Itzehoe und Umgebung in der Regel älter sind als im deutschen Durchschnitt.

Allen Autofahrern, die noch mit einer braunen Plakette für 2016 unterwegs sind, rät Jens Scheunemann, sich bald um einen Termin für die Hauptuntersuchung zu kümmern. Denn mit dem Jahreswechsel ändert sich die Farbe der Aufkleber auf dem Nummernschild von Braun auf Rosa, und es ist so schon farblich erkennbar, dass der Tüv-Termin überzogen wurde. Dann ist nach mehr als zwei Monaten ein Verwarnungsgeld fällig – ab dem achten Monat kommt noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

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