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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 01:10 Uhr

Glückstadt : Marktplatz ohne Barrieren

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Seniorenbeirat fordert glatte Gehwegstreifen.

„Der Marktplatz mit seinem Kopfsteinpflaster ist für viele ältere Bürger nur schwer nutzbar. Die Steine haben sich verschoben, und die Fugen sind ausgewaschen. Dadurch können Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Rollatoren sich nicht ohne Hilfe auf der Fläche bewegen.“ Zu diesem Ergebnis kommt der Seniorenbeirat der Stadt Glückstadt.

Hans-Peter Tiedemann (67) als Sprecher des Gremiums fordert eigentlich den barrierefreien Umbau des Marktplatzes. Allerdings sei dies nicht gewollt, „deshalb genügt uns schon barrierearm“. Durch glatte Gehwegstreifen zwischen den Kopfsteinen könne die Nutzung erleichtert werden.

Der Bauausschuss hatte sich in seiner Sitzung im Juni bereits mit dem Thema befasst und der Seniorenbeirat war im Vorwege zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. „Wir haben uns für die Variante mit den Streifen aus geschliffenen Granitsteinen ausgesprochen“, sagt Marita Endemann (69). „Und wir sind empört, dass die CDU-Vertreter im Bauausschuss dagegen gestimmt haben. Ich kann nicht verstehen, dass die Bedürfnisse der Menschen nicht so wichtig genommen werden, nur um das historische Stadtbild nicht zu zerstören“, macht sie ihrem Ärger Luft.

Gespräche mit den Fraktionen hat es bisher nicht gegeben. Christa Kolmorgen (67) berichtet aus eigener Erfahrung: „Zur Veranstaltung auf dem Marktplatz zur Matjeswoche war ich mit einer Gruppe von Rollstuhlfahrern aus dem DRK-Seniorenheim gekommen. Ich hatte große Mühe, mit einem Bewohner den Weg zur öffentlichen Toilette im Großen Schwibbogen zu erreichen. Allein hätte er es nie geschafft.“

Aber nicht nur für Menschen mit Gehbehinderungen bringen die glatten Streifen im Kopfsteinpflaster eine Verbesserung, erklärt Hans-Peter Tiedemann. Auch Frauen mit hochhackigen Schuhen oder Mütter mit Kinderwagen könnten sich dann besser durch die Innenstadt bewegen.

In der Planungsvariante, die weiter verfolgt werden soll, ist der Standplan für den Wochenmarkt die Grundlage. Zwischen diesen Ständen sollen dann Streifen mit glatten Steinen angelegt werden. Die genaue Breite und die Details sind noch unklar. „Diese Streifen passen natürlich nicht zu allen Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt, dem Jahrmarkt oder der Matjeswoche“, weiß Hans-Peter Tiedemann. „Aber der Wochenmarkt ist zweimal wöchentlich und die häufigste Nutzung des Platzes.“ Auch weist er darauf hin, dass es in Glückstadt mehrere Altenheime gibt, und der Altersdurchschnitt in den nächsten Jahren noch steigen werde.

Friedrich Seitzinger (74) legt Wert auf ein Gesamtkonzept: „Natürlich müssen die barrierearmen Querungen über den Marktplatz auch Anschlüsse haben, insbesondere zu den Fußgängerwegen, der Kremper Straße und zu den öffentlichen Toiletten.“

Der Seniorenbeirat besteht aus den sieben Mitgliedern Hans-Peter Tiedemann, Marita Endemann, Christa Kolmorgen, Friedrich Seitzinger, Elke Böhse, Hannelore Kelsch sowie Peter Kelsch und trifft sich regelmäßig, um Themen, die für ältere Mitbürger wichtig sind, zu beraten und Stellungnahmen abzugeben. „Wir möchten das Sprachrohr für die älteren Menschen in unserer Stadt sein“, sagt Hans-Peter Tiedemann. „Dazu brauchen wir interessierte Mitstreiter, aber auch Bürger, die sich mit ihren Anliegen an uns wenden.“


>Kontakt: Marita Endemann, 04124-87 84.

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