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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 04:55 Uhr

Stadtsanierung : Macht die Politik die Stör auf?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit fünf Jahren kämpft ein Verein darum, das Wasser in die Stadt zurückzuholen – jetzt hofft er auf Fördermittel für das Projekt

In Liegestühlen sitzen die Itzehoer am Wasser und genießen die Sonne, Jugendliche gönnen sich ein Eis am Ufer und die arbeitende Bevölkerung nutzt die Idylle, um es sich mit dem Laptop gemütlich zu machen. Solche und andere Szenen sind es, die die Mitgliedern des Vereins Störauf vor Augen haben, wenn sie davon träumen, das Wasser in die Stadt zurückzuholen. Seit nunmehr fünf Jahren setzen sie sich für ein großes Ziel ein: Die Schleife der Stör, die einst durch die Itzehoer Innenstadt führte und die in den 70er-Jahren zugeschüttet wurde, soll – zumindest teilweise – wiederhergestellt werden. „Unser Grundanliegen ist es, die Stadt attraktiver zu machen“, sagt der Vorsitzende Michael Ruff.

Machbarkeitsstudien liegen vor, im vergangenen Jahr hatte der Verein aktiv in der Öffentlichkeit für das Projekt geworben, nun hoffen die Mitglieder auf politische Lösungen. Die könnten sich möglicherweise schon bald abzeichnen: Momentan laufen vorbereitende Untersuchungen für die Städtebauförderung, um Mittel aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ zu beantragen. „In den Voruntersuchungen geht es vor allem um den Theatervorplatz“, sagt Ruff. „Wir hoffen, dass dort mit Wasser geplant wird.“

Dass diese Hoffnung nicht ganz unberechtigt ist, bestätigt Stadtplaner Marc Springer. Der Gedanke von Störauf sei ein wichtiger Impuls, der zudem noch aus der Mitte der Bürgerschaft komme. „Er ist einer der Kernbestandteile des Maßnahmenkonzepts für die Stadtsanierung.“

Nach den Vorstellungen des Vereins könnte rund um das Theater – von der Breiten Straße bis zum Landgericht – der erste Bauabschnitt der neuen Störschleife realisiert werden. Die soll keineswegs eine originalgetreue Rekonstruktion sein, sondern eine moderne und städtebaulich sinnvolle Neuinterpretation. „Wir möchten lediglich die Struktur der Störschleife nachbilden und den natürlichen Lebensraum möglichst genau wiederherstellen“, so Ruff. Bestehende Bauten würden nicht angefasst, eine Verbindung zur Stör nicht geschaffen, sodass niemand Angst vor Hochwasser haben müsse. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt beziffert der Vorsitzende auf vier bis fünf Millionen. „Eine normale Größe für städtebauliche Projekte.“

Den Fraktionen der Ratsversammlung haben die Vereinsmitglieder ihr Konzept bereits vorgestellt: „Ich hatte den Eindruck, dass die Politiker unsere Idee gut finden“, sagt Ruff. Ob der Verein wirklich die Politik von seiner Idee überzeugt hat, wird sich nach der Sommerpause zeigen: Dann befassen sich die politischen Gremien mit der Städtebauförderung. Bis dahin müssen Ruff und seine Mitstreiter noch mit dem kleinen Wasserlauf zwischen Rathaus und Theater Vorlieb nehmen, wenn sie ein gemütliches Plätzchen suchen. Der deutet zumindest ansatzweise den Verlauf der alten Störschleife an.

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