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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 20:50 Uhr

Test spezieller Transportlogistik : LNG-Test in Brunsbüttel – Vom flüssigen Erdgas im Kesselwaggon

vom

In der Schifffahrt gilt verflüssigtes Erdgas als Treibstoff der Zukunft. Die Brunsbütteler Häfen wollen die LNG-Versorgung am Standort etablieren.

Brunsbüttel | Erstmals wird im Elbehafen in Brunsbüttel am Montag ein Kesselwaggon mit verflüssigtem Erdgas (LNG) beladen. Der Test ist ein weiterer Schritt, um den umweltfreundlichen Treibstoff LNG in Deutschland zu etablieren. LNG soll künftig in der Schifffahrt eine bedeutende Rolle spielen, kann aber auch im gewerblichen Güterverkehr eingesetzt werden sowie in der übrigen Wärme- und Energieversorgung.

Die Reeder in Deutschland geben dem Treibstoff LNG in der Schifffahrt gegenwärtig nur wenig Chancen. Die Investitionskosten sind höher und die aktuellen Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich. Dennoch wird Flüssiggas als wichtiger Pfad bei der Einhaltung verschärfter Umweltvorschriften gesehen.

Bislang gibt es jedoch in Deutschland nur wenige Anwendungen und kein Importterminal, wo größere Mengen LNG angeliefert werden können. Die Brunsbütteler Häfen und ihr Geschäftsführer Frank Schnabel wollen LNG an dem Standort etablieren und sehen darin große Chancen. Dabei geht es sowohl um die Bebunkerung von Schiffen wie auch um die Versorgung der Industrie in Brunsbüttel mit Energie. Wo bislang in Deutschland LNG genutzt wird, muss es mit dem Lkw aus den Niederlanden importiert werden.

Der Schienenlogistiker und Waggonvermieter VTG hat in Kooperation mit den Brunsbüttel Ports den ersten Güterwaggon in Europa entwickelt, der LNG transportieren kann. Das verflüssigte Erdgas ist sehr kalt, bis zu minus 164 Grad Celsius, und benötigt deshalb eine spezielle Transportlogistik. Nachdem der Waggon beladen wurde, soll er auf eine Testfahrt gehen.

Hintergrund: LPG, LNG, CNG

Durch Kühlung und Kompression verflüssigte Gase werden als Flüssiggas bezeichnet. Unter LPG (Liquid Petroleum Gas) oder NGL (Natural Gas Liquids) versteht man in der Regel Gase wie Ethan, Propan oder Butan. LPG wird häufig auch als Autogas bezeichnet. Sie bleiben bei Raumtemperatur unter relativ geringem Druck flüssig.

Als LNG (Liquefied Natural Gas) wird verflüssigtes Erdgas bezeichnet. Es besteht, anders als LPG/NGL hauptsächlich aus Methan. Es wird zum Transport auf -161 bis -164 Grad Celsius abgekühlt und kann dann als Flüssiggut auf der Straße, dem Wasser oder der Schiene transportiert werden. LNG hat nur etwa ein Sechshundertstel des Volumens von gasförmigem Erdgas. Für die Verflüssigung ist allerdings 10 bis 25 Prozent des Energiegehaltes notwendig.

CNG (Compressed Natural Gas) ist komprimiertes Erdgas und bleibt selbst verdichtet gasförmig. Es wird in Erdgas-Pipelines transportiert.

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erstellt am 25.Apr.2016 | 10:21 Uhr

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