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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 06:54 Uhr

Cuxhavenfähre : Lkw-Fahrten vervierfacht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Reederei Elb-Link sieht nach schwerem Start positiv in die Zukunft – die Auslastung der Linie Brunsbüttel-Cuxhaven erreicht 60 Prozent

Nach anfänglich rauer See steuert die Cuxhavenfähre ruhiges Gewässer an. „Es war kein ganz einfacher Start. Gerne hätte ich die Wiederaufnahme der Fährverbindung um ein halbes Jahr verschoben und wäre zu Ostern dieses Jahres gestartet. Die Gesellschafter wollten trotz geäußerter Einwände jedoch gleich loslegen“, erklärte Christian Schulz, Geschäftsführer der Cuxhavener Rederei Elb-Link gegenüber der Landtagsabgeordneten Eka von Kalben. Im Zuge ihrer diesjährigen Sommertour unter dem Motto „Weites Meer – klares Wasser“ besuchte die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit ihrem Parteikollegen Bernd Voß unter anderen die Brunsbütteler Schleusenbaustelle, die Stadtwerke Steinburg GmbH in Itzehoe und die Cuxhavenfähre.

Sowohl der späte Start, als auch der umsatzmagere Winter sowie ein Gesellschafter, der sich nicht an getroffene Abmachungen gehalten habe, hätten das Fähr-Projekt zunächst in eine leichte finanzielle Schieflage gebracht. „Nun müssen wir zusehen, dass wir das erste halbe Jahr wieder auffangen“, so Schulz. Zur Freude der Rederei ist die Auslastung der beiden Fährschiffe seit Anfang Februar kontinuierlich von 33 Prozent auf jetzt 60 Prozent gestiegen. Auch die Passagierzahlen, die ohne Fahrzeug die Fährverbindung nutzen, haben deutlich zugenommen. Schulz: „Die Menge der zu transportieren Lkw hat sich seit Januar gar vervierfacht.“ Bis zu 90 Laster nutzen täglich die Fährverbindung als Alternativstrecke zum überfüllten Elbtunnel. „Trotz des Positivtrends muss sich im Bereich des Güterverkehrs noch deutlich mehr tun“, betonte der Reederei-Geschäftsführer.

Das sei wichtig, um vom saisonalen Touristikgeschäft unabhängiger zu sein und nach dem zweiten Jahr des Fährbetriebs die geplanten schwarzen Zahlen schreiben zu können. Derzeit gliedern sich die Einkünfte zu jeweils ein Drittel aus dem Catering, der Personenbeförderung sowie dem Güterverkehr.

Um den Güterverkehr zu pushen, sollen Unternehmen auf Logistikmessen stärker auf die Linie BrunsbüttelCuxhaven aufmerksam gemacht werden und nächtliche Sonderfahrten insbesondere für Schwerlasttransporte angeboten werden. Ferner ist die Einführung eines neuen Online-Buchungssystems geplant. Dieses liefert Spediteuren 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche einen Einblick in den Belegungsplan der zwölf Gefahrgutstellplätze beziehungsweise 16 Lkw-Stellplätze auf der jeweiligen Fähre und erleichtert Unternehmen somit die Tourenplanung. Eine Umrüstung des Schiffantriebs soll die Fähren zudem schneller machen, die Taktung der Fahrten erhöhen, was zu kürzeren Wartezeiten führt. Eine weitere Überlegung sieht den Einsatz einer dritten Fähre vor. Diese ist jedoch zurzeit noch auf der Ostsee vor Estland im Einsatz und kann frühestens abgezogen werden, wenn die neu georderten Fähren dort in den Dienst gestellt werden.

Mit Freude nahm Christian Schulz Überlegungen von Siemens zur Kenntnis. Das Unternehmen hatte mehrfach öffentlich geäußert, dass die Fährverbindung nach der Fertigstellung der Windkraft-Fabrik in Cuxhaven, die für Mitte 2017 geplant ist, von großer Bedeutung für das Unternehmen ist, da sie eine wichtige Verkehrsanbindung zu den Werken in Dänemark darstellt. „Wir müssen jedoch erst einmal sehen, was am Ende für uns wirklich dabei herumkommt“, zeigte sich Schulz noch reserviert.

Auch wenn Bestrebungen dahingehend geführt werden, den Güterverkehr zu stärken, setzt die Reederei weiterhin auf die touristische Nutzung. Da beide Schiffe barrierefrei sind und über großzügige Außendecks sowie eine vielseitige Bordgastronomie verfügen, dienen sie als Ausflugsziel für viele Sommergäste auf beiden Seiten der Elbe. Dies bestätigt auch die Brunsbütteler Tourist-Information, die eine deutliche Zunahme der Tagesgäste für die Schleusenstadt verzeichnet.

Seit Ferienbeginn hält die Rederei zudem ein Programm mit Angeboten für Busreiseveranstaltungen vor. Dieses wurde Anfang Juli im Rahmen von Deutschlands größter Fachbesuchermesse für Gruppen- und Busreisen in Köln vorgestellt. Elb-Link setzt dabei nicht nur auf die Sommersaison, sondern hält ein ganzjähriges Angebot für Gruppen vor.

Ab August setzt die Reederei zudem auf ein weiteres Standbein. Dann wird der „Seestern“ am Cuxhavener Steubenhöft eröffnet. Mit rund 100 Sitzplätzen wird das Ausflugsrestaurant aufgrund seiner einzigartigen Lage mit uneingeschränkter Sicht auf die Elbe nach vierjähriger Ruhezeit wiederbelebt und erweitert das Produktportfolio von Elb-Link.

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