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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 10:48 Uhr

Wilster : Lieferverkehr verärgert Anlieger

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Bauaufsicht des Kreises Steinburg hat die Planungen fürs Einkaufszentrum ins Visier genommen. Die Politiker der Stadt stellen ihre Entscheidung zurück.

Es klingt eigentlich nach einer Formsache: Weil in eine seit Monaten verwaisten Bäckereifiliale im Wilster Einkaufszentrum (WEZ) ein Blumenladen einziehen soll, muss die Nutzungsänderung auch offiziell im Bebauungsplan vermerkt werden. Die erforderliche Änderung ruft allerdings Anlieger mit massiven Einwänden auf den Plan. Ihre Befürchtung: Das Plangebiet wird in einem schleichenden Prozess immer mehr zum Gewerbegebiet. Gleichzeitig würden Vorgaben nicht eingehalten und mit veralteten oder unvollständigen Unterlagen operiert. Auch gebe es zahlreiche missverständliche Formulierungen. Inzwischen befasst sich auch die Bauaufsicht beim Kreis Steinburg mit dem Thema.

Ein Knackpunkt für Anlieger ist vor allem die Zuwegung für den Lieferantenverkehr. Eigentlich soll der über die Straße Am Bahndamm erfolgen. Viele Lkw-Fahrer nutzen aber eine Zufahrt, die als Privatgelände ausgewiesen und auch entsprechend ausgeschildert ist. Das Pikante: Die Straße ist inzwischen ebenfalls im Eigentum des WEZ-Investors. Eine der Betroffenen ist Maren Scheffler. Sie beklagt, dass es bis zur Erweiterung des Einkaufszentrums keine großen Probleme gegeben habe. Dann aber sei ein Zaun weggenommen worden – die Lkw hatten freie Fahrt. „Jetzt geht der ganze Lieferverkehr direkt an meinem Haus vorbei.“ Lediglich der Aldi-Markt, so hat sie beobachtet, halte sich an die Regeln. Ohnehin, so beklagt sie gemeinsam mit anderen Anwohnern, würden Anlieferungszeiten nicht mehr eingehalten.

Im städtischen Bauausschuss stieß das als 5. vorhabenbezogene Änderung des Bebauungsplanes Nr. 13 „Am Steindamm“ deklarierte Thema auf erhebliches Interesse. Das Gremium sollte über Einwendungen und Anregungen von Trägern öffentlicher Belange und privaten Betroffenen befinden – sah sich angesichts zahlreicher offener Fragen am Ende dazu aber nicht im Stande. SPD-Ratsherr Carsten Schröder: „Die SPD sieht hier noch mehr Beratungsbedarf.“ Auch CDU-Fraktionschef Mark Dethlefs betonte: „Wir entscheiden erst, wenn alle zufrieden sind.“ Voraussichtlich wird das Thema auch von der Tagesordnung der Ratsversammlung nächsten Dienstag genommen.

Zu klären bleibt unter anderem die offene Frage der Zuwegung. Das mit der B-Plan-Änderung betraute Planungsbüro schreibt in einer Stellungnahme dazu, dass dies zu prüfen sei. Gegebenenfalls müsse man die Durchfahrbarkeit unterbinden. Das Problem: Bei einer Privatstraße hat die Stadt keinerlei Handhabe. Laut Roman Stöckmann vom Amt Wilstermarsch ist jetzt die Bauaufsicht beim Kreis Steinburg „Träger des Verfahrens.“ Dabei gehe es um Bebauungsplan-Auflagen, die nicht eingehalten würden. „Da muss der Kreis jetzt Feststellungen treffen, die dann einzuhalten sind“, sagte Mark Dethlefs.

„Uns geht es nicht um den Blumenladen, sondern um das gesamte Rahmenprogramm“, betonte Anliegerin Maren Scheffler. Dazu gehöre auch die Frage, inwieweit die jetzige Verkaufsfläche im WEZ über das Erlaubte hinausgehe. In jedem Fall sorgt reges geschäftliches Treiben für viel Verkehr. Während fast alle befragten Behörden und Verbände – von der IHK über das archäologische Landesamt bis zum Landessportbund – keine Bedenken anmelden, warnt die Polizei vor erheblichem Verkehrsaufkommen. Schon jetzt, so moniert die Direktion in Itzehoe, reichten die Parkflächen vor Ort kaum aus. Wegen des Suchverkehrs und des erhöhten Fahrzeugaufkommens müsse die Verkehrssituation am Steindamm völlig neu bewertet werden.

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erstellt am 05.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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