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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 12:55 Uhr

Glückstadt : Lichtermeer am Binnenhafen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hunderte Besucher verfolgen beim Lampion-Fest in Glückstadt das Schauspiel aus Wasserfontänen, Feuerwerk und hell erleuchteten Schiffen.

Alles war stimmig: Das Wetter, ein erwartungsvoll wartendes Publikum, beste Laune auf den vielen bunt leuchtend im Binnenhafen schippernden Booten, die an Hamburgs Planten und Blomen heranreichenden Wasserspiele der Glückstädter Feuerwehr sowie das Abschlussfeuerwerk. „Alle waren begeistert und überrascht, wie schön das geworden ist“, lautete das Resümee von Glückstadts Wehrführer Ties Tießen.

Zusammen mit dem Betreiber des Hafenbistros „Nettchen“, Henning Plotz, der Seglervereinigung Glückstadt, dem Fischereiverein sowie den Kindergartenkindern der Familienbildungsstätte und anderen Akteuren, wurde am Freitag nach einigen Jahren des Warmlaufens eine phänomenale Veranstaltung geboten. Die alljährlichen Lampionfahrten zum Saisonabschluss habe es ja schon länger gegeben. „Wir haben Fackeln verkauft und im Hafen fuhren ein paar beleuchtete Boote herum. Das hatte aber noch nichts mit einem Lampionfest zu tun“, erzählte Tießen. Bei seinen Überlegungen nach einem richtigen Event, erinnerte sich der Wehrführer an die achtziger Jahre. Seinerzeit waren die Wasserspiele der Glückstädter Feuerwehr bei Schützenfesten und anderen Veranstaltungen in Verbindung mit beleuchteten Schiffen auch über Glückstadts Grenzen hinaus stets der Renner gewesen. Er trug seine Idee den Vereinen sowie dem Nettchen-Betreiber vor – und alle waren begeistert.

Tießen suchte daraufhin Kontakt zum früheren Feuerwehrgerätewart Manfred Schütt. Dieser hatte seinerzeit die Wasserspiele technisch realisiert. Das Mitglied der Ehrenabteilung war sofort in seinem Element. Schütt opferte etliche Stunden seiner Freizeit und baute einen Ponton mit Rohrgestell mit fest integrierten Strahlrohren. In Verbindung mit ausgemusterten Schläuchen war nach zwei Probeläufen die Wasserorgel fertig. Um den nötigen Pep mit synchroner Beleuchtung und Musik kümmerte sich dann Henning Plotz. Außerdem organisierte der Glückstädter noch ein Abschlussfeuerwerk. Wichtig war dem Wehrführer, dass die Feuerwehr trotz der Wasserspiele schnell zu jedem Einsatz hätte ausrücken können. „Aus den Einsatzfahrzeugen wurde kein Material entnommen. Bei Alarm brauchen wir nur die Schlauchleitung abkuppeln und sind sofort unterwegs“, erklärte Tießen.

Mit einsetzender Dämmerung wuchs die sich auf dem Hafenkopf und entlang der Hafenpromenade versammelnde Menschenmenge rasch an. Der Regen hörte auf und die Lampionfahrt startete gegen 19.30 Uhr. „Beide Vereine haben sehr viele Mitglieder ermutigt, mitzumachen und ihre Schiffe ansprechend zu beleuchten“, freute sich Tießen über den gelungenen Start.

Nach einer dreiviertel Stunde folgten synchron zur Musik und zwei an der Hafenpromenade sowie auf Rethövelseite stehenden Lichtersäulen die Wasserspiele. „Man hätte noch mehr Effekte und bunteres Licht reinbringen müssen“, befand Tießen im Nachhinein. Auch die Resonanz auf die gegen eine Spende abzugebenden Fackeln sei nur mäßig gewesen. „Mit ganzen vielen Fackeln auf beiden Seiten des Binnenhafens wäre es ein noch schöneres Bild geworden.“ Kurz nach 21 Uhr wurden die farbenprächtigen Wasserfontänen abgestellt und Joshua Klingbeil hatte seinen Auftritt. Gezündet auf dem Steg zum Zollkreuzer Rigmor, stieg anschließend ein buntes Höhenfeuerwerk in den abendlichen Himmel auf und erfreute die schätzungsweise 800 bis 1000 Besucher.

„Diese noch ausbaufähige Veranstaltung ist der Beweis dafür, dass alles nur funktioniert, wenn man gemeinsam die Sache anpackt“, meinte Henning Plotz mit Blick auf den kürzlich gegründeten Verein „Aktiv für Glückstadt“. Dessen Ziel ist es, zwanglos Ideen zu entwerfen und sie dann vielleicht auch – so wie am vergangenen Freitag geschehen – umzusetzen.

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