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Norddeutsche Rundschau

25. März 2017 | 08:41 Uhr

Ärger mit der Post : Letzte Leerung? – Viel zu früh!

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit Juni können Briefe, die am nächsten Tag zugestellt werden sollen, nur noch bis 17.30 Uhr bei der Post in Itzehoe abgegeben werden. Der Anwaltverein sieht seine Arbeitsabläufe in Gefahr.

Ortwin Krause ärgert sich. „Völlig unverständlich“ findet der Itzehoer Fachanwalt für Arbeit-, Sozial- und Familienrecht die Entscheidung der Deutschen Post, die Abholzeiten für Briefe aus der Kreisstadt schrittweise immer weiter vorzuziehen. Wer in Itzehoe einen Brief aufgibt und möchte, dass dieser am nächsten Tag zugestellt wird, muss diesen seit Ende Juni vor 17.30 Uhr an der Hauptpost abgeben.

„Früher ging das bis 18.30 Uhr, dann lange bis 18 Uhr“, sagt Krause. Handelt es sich um Einschreiben, müsse auch noch die Wartezeit am Schalter mitgerechnet werden. „Dann müssen meine Mitarbeiter bereits mitten am Nachmittag zur Post“, erklärt der Anwalt. Für ihn eine Störung des Arbeitsablaufes. „Normale Bürozeiten gehen nun einmal bis 18 Uhr. Es kann doch nicht sein, dass die Dinge, die am späten Nachmittag fertig werden, einen Tag liegen bleiben.“

Auch in Zeiten der E-Mail-Kommunikation habe der postalische Schriftverkehr eine hohe Relevanz, sagt der Anwalt, in dessen Kanzlei täglich zwischen 50 und 100 Postsendungen verschickt werden. „Wir Geschäftskunden sind auf einen reibungslosen Ablauf des Postverkehrs angewiesen. Ich kann eigentlich gar nicht glauben, dass eine Kreisstadt wie Itzehoe praktisch um 17.15 Uhr vom Postverkehr abgekoppelt wird.“

Mit seiner Kritik steht Krause nicht allein. Im Namen aller Mitglieder hat Andreas Bothe, Vorsitzender des Anwalt- und Notarvereins im Landgerichtsbezirk Itzehoe, die Post aufgefordert, die „taggleiche Versendung“ aus Itzehoe wieder so zu organisieren, dass sie wenigstens bis 18 Uhr möglich ist. An ihn seien inzwischen auch Beschwerden aus anderen Berufszweigen herangetragen worden, teilt Bothe mit. „Ich halte die aktuelle Situation auch für Privatkunden nicht für akzeptabel“, fügt Krause hinzu.

Laut Postsprecher Martin Grundler besteht aber keine Hoffnung auf eine Rückkehr zu den alten Abfuhrzeiten. Änderungen seien für Itzehoe derzeit nicht geplant. Dass die „Schlussabholung“ aus der Kreisstadt bereits um 17.30 Uhr erfolge, habe wirtschaftliche Gründe. „Durch die immer weiter sinkenden Mengen an Briefsendungen sind wir gezwungen, unsere Transportnetze an die aktuellen Mengen anzupassen.“

Als besonders „abgekoppelt“ sieht die Post Itzehoe nicht. 17.30 Uhr sei für vergleichbare Städte „keine ungewöhnliche Schlussabholungszeit“. Auch an anderen Standorten hätte die Post die Abholung aufgrund veränderter Bedingungen vorziehen müssen, so Grundler. Ein Grund seien auch die vielen Baustellen, etwa auf der A7. „Durch die daraus entstehenden Verkehrsstaus wird es immer schwieriger, die Sendungen zeitgerecht in die einzelnen Produktionsstandorte zu transportieren.“

Geschäftskunden aus Itzehoe rät der Postsprecher in dringenden Fällen ihre Briefe nach Elmshorn zu bringen. Die dortigen Filialen seien bis 18 Uhr geöffnet. Am großen Briefzentrum nahe der A23 bestehe zudem die Möglichkeit Sendungen für den nächsten Tag bis 20 Uhr im Briefkasten einzuwerfen.

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erstellt am 19.Aug.2016 | 05:00 Uhr

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