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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 23:19 Uhr

Bildung : Lernen digital: Eine Schule als Vorbild

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wolfgang-Borchert-Schule Itzehoe für den Einsatz neuer Medien ausgezeichnet.

Youtube im Unterricht? Für Sven-Eric Leisner ist das kein Problem, im Gegenteil: Zum Beispiel für Mathematik oder Physik gebe es auf der Video-Plattform im Internet „wunderbare Erklär-Geschichten“, sagt der neue Leiter der Wolfgang-Borchert-Schule (WBS). In einer sechsten Klasse baut er digitale Medien deshalb in den Unterricht ein, ebenso halten es die Kollegen. Die Gemeinschaftsschule ist eine von 20 Einrichtungen im Land, die für das Projekt „Lernen mit digitalen Medien“ ausgesucht wurden. Die dazu passenden Tafeln und Urkunden hat Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in Neumünster den Schulleitern überreicht, verbunden mit einem großen Lob: „Das Engagement der Schulen ist beispielhaft.“

Vor fünf Jahren habe die WBS begonnen, sich technisch auf die neuen Anforderungen einzustellen, sagt Konrektor Gerrit Lange, Koordinator für Wahlpflichtunterricht und Medien. „Wir sind ja im 21. Jahrhundert – da wollen wir als Schule natürlich auch ankommen und gerade im Bereich Medienkompetenz und Verantwortung die Führung übernehmen.“ Zum Konzept gehören drahtloses Internet in der gesamten Schule, Beamer in allen Räumen und für alle Fächer inhaltliche Bausteine, die die digitalen Medien einbeziehen. Fast 60 Tablet-PCs sind vorhanden, die die Lehrer in „Zehner-Päckchen“, so Lange, in allen Klassen einsetzen können. Auch Dokumentenkameras wurden angeschafft, um Texte oder Grafiken aus Schülerheften gleich an die Wand werfen zu können.

Die Hälfte der Technik sei vorhanden gewesen, als sich die WBS vor knapp einem Jahr beim Land als Projektschule beworben habe. Das taten auch 110 andere Einrichtungen, übrig blieben 20, die digitale Medien besonders wirksam einsetzen. 10  000 Euro aus Landesmitteln brachten das Projekt weiter voran, das die WBS schrittweise weiterverfolgen werde, so Lange und Leisner. Dazu gehört auch, es mit den anderen ausgewählten Schulen im kommenden Monat in Berlin vor Bildungspolitikern aus Bund und anderen Ländern zu präsentieren. Auch mit Besuch in der Schule sei zu rechnen, sagt Lange.

Dort sollen alle 649 Schüler in den 25 Klassen eingebunden werden. „Eine funktionierende Infrastruktur ist das A und O“, betont der Konrektor. Jetzt müssten noch Kollegen geschult und die Eltern verstärkt einbezogen werden. Die Schüler jedenfalls machen mit: „Es hat einen gewissen Motivationsschub gegeben.“ Zwar werde weiter Mathe, Physik oder etwas anderes unterrichtet, doch mit den digitalen Medien sei die Schule dichter dran an der Lebenswelt der Jugendlichen. „Gelernt wird weiter“, betont Lange, und auch die Kreidetafel werde immer noch eingesetzt. „Manche Dinge haben sich hervorragend bewährt, bei anderen Dingen gibt es die Möglichkeit, durch die digitalen Medien einen erheblichen Mehrwert zu bekommen.“ So könnten die mobilen Geräte auch an Unterrichtsorten außerhalb der Schule zum Einsatz kommen, oder der Unterricht werde online dokumentiert und für die Schüler abrufbar. „Dafür muss eine rechtssichere Plattform zur Verfügung stehen“, sagt Lange.

Leisner ist „hellauf begeistert“, wie akribisch und engagiert das Projekt aufgebaut worden sei. So konnte er schon nach wenigen Wochen im neuen Amt eine Auszeichnung des Landes entgegen nehmen: „Ein toller Einstieg.“

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erstellt am 24.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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