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400 Jahre Glückstadt : Leben in der sumpfigen Stadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Festgottesdienst für alle Bürger am 22. März mit aus dem Leben von Glückstädtern über die Jahrhunderte zusammengetragenen Erinnerungen.

Alle Bürger sind am Mittwoch, 22. März, um 10.30 Uhr zu einem ökumenischen Festgottesdienst in der Stadtkirche eingeladen. Es ist der Tag, an dem der 400. Geburtstag der Stadt Glückstadt gefeiert wird. Es laden ein die Pastoren Gabriele Schinkel, Thomas-Christian Schröder und Stefan Egenberger sowie der katholische Pfarrer Joachim Kirchhoff, der auch die Andacht hält.

Es wird kein gewöhnlicher Gottesdienst. „Keine Familie wohnt länger als 400 Jahre in Glückstadt“, sagt Egenberger zum Kern des Gottesdienstes. Familien, die über die Jahrhunderte in die Elbestadt zogen, hatten „Träume und Hoffnungen“. Und eine Frage sei, was in Wirklichkeit daraus geworden sei.

Stellvertretend für alle Familien spielen einige in dem Gottesdienst eine Rolle. So die Familie Reinhard – vertreten durch Heimke Lühr – , die über vier Generationen eine Reepschlägerei betrieb. Nachweislich ansässig seit 1755. Egenberger erklärt, wie es dazu kam: „Christof Andreas Reinhardt, geboren 1729 in Gotha, ließ sich am 11. Januar 1755 beim Königlich Dänischen Leibregiment in Glückstadt anwerben.“

Karin Grüger hat Egenberger ein Taufkleid der Familie Bahlmann gegeben. Jeder Täufling aus der Familie von 1899 bis heute ist mit seinem Namen auf dem Kleid verewigt, auch Karin Grüger. Ihr Vater hatte viele Jahre ein Berufsbekleidungsgeschäft in der Schlachterstraße.

Aus einem Brief von Beatrice Dionis erfahren die Gottesdienstbesucher, wie schwer es für sie war, als sie 1620 nach Glückstadt kam. Sie war die Frau des bekannten Münzmeisters Albert Dionis, den Stadtgründer König Christian IV. angeworben hatte. Die Stadt war gerade drei Jahre alt, als das Ehepaar zuzog. „Es war noch keine Stadt, nicht einmal ein Dorf“, schrieb sie. Sie war entsetzt über das schlammige Land und die wenigen Holzhäuser. „Ich musste mein Leben anpassen an das sumpfige Gelände.“ Das Haus, welches ihr Mann baute, lag nahe am Marktplatz. Stefan Egenberger schlägt den Bogen weiter über die vielen Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Glückstadt eine neue Heimat fanden bis hin zu den Flüchtlingen, die 2015 kamen. „Der Gottesdienst wird cirka eine Stunde dauern“, sagt der Pastor. Die Lieder, die gesungen werden, sind dem Wandel der Zeit in 400 Jahren angepasst. Sein Motto hat Egenberger aus der Bibel: „Suchet der Stadt Bestes, denn wenn es ihr wohl geht, so geht es auch euch wohl.“

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erstellt am 21.Mär.2017 | 05:02 Uhr

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