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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 07:04 Uhr

Handwerk : Landesweit beste Keramikmalerin

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nadja Wulf aus Averlak hat ihre Ausbildung bei Töpfermeister Michael Claußen in Brunsbüttel ausgezeichnet abgeschlossen.

Wenn es darum geht, Keramikprodukte mit Dekor zu versehen, ist Nadja Wulf aus Averlak Spitze. Die 26-Jährige hat in der Brunsbütteler Töpferei Claußen drei Jahre lang den Beruf der Keramikmalerin gelernt – und ihre Ausbildung jetzt als Landesbeste abgeschlossen. Ende des Monats wird sie dafür in Lübeck ausgezeichnet. Mit ihrem Top-Abschluss hat sich Katja Wulf zudem für einen Bundeswettbewerb in ihrem Beruf qualifiziert.

Keramikmalerei ist eine von drei Fachrichtungen beim professionellen Umgang mit Ton. Daneben gibt es noch die klassische Scheibentöpferei und die Industriekeramik. Grundsätzlich, sagt Meister Michael Claußen, der mit der jungen Frau aus Averlak bereits die fünfte Landessiegerin in seinem Brunsbütteler Betrieb ausgebildet, sei keiner der drei Bereiche losgelöst zu betrachten. Für die 26-Jährige war aber schnell klar, dass ihr Schwerpunkt die Keramikmalerei sein soll. „Ich habe schon immer gen gemalt“, erzählt sie. Bei der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb wurde sie in der Töperstraße fündig. Der Bewerbung schloss sich ein mehrmonatiges Praktikum an, dann stand der Lehre nichts mehr entgegen.

Michael Claußen begeistert vor allem die Ruhe, mit der Nadja Wulf zu Werke geht. Konzentration sei wichtig, nicht nur beim Bemalen der Keramiken, sondern auch beim gleichmäßigen Arbeiten. Das prämierte Gesellenstück ist ein mehrteiliges Teeservice. Hier komme es auf Gleichmäßigkeit bei der Bemalung ebenso an wie auf gleich geformte und gleich große Teetassen. Zwar handelt es sich um Handarbeit, aber ein Service ist eben auch eine kleine Serie.

Nadja  Wulfs maritimes Erfolgsdekor hat der Töpfermeister bereits in die Produktion übernommen. Dass die junge Gesellin auch gut Fotos mit dem Glasurpinsel auf Keramiken übertragen kann, hat sie beim Anfertigen der Fliesen für den Marner Regentinnen-Stieg bewiesen. Dort sind in der Steinstraße die Kohlregentinnen in einem kleinen „Walk of Fame“ verewigt. Jede konnte etwas persönliches von sich mit einbringen: Mal war es das Lieblingspferd, mal ein Motorrad. Derzeit arbeitet sie an einem Bierkrug für einen Wikingerfan. Der dreidimensional wirkende Kopf eines Kriegers verlangt eine ruhige Hand und äußerste Konzentration.

Wer so erfolgreich seine Ausbildung abschließt, hat auch gute Perspektiven. Wobei ein Wechsel aus der Brunsbütteler Töpeferei Claußen auch einen Ortswechsel nach sich ziehen würde. Denn so viele professionelle Töpfereien gibt es im Land nicht mehr. Michael Claußen weiß aber auch, dass etwa Kunstschulen ebenso wie die Industrie an fähigem Töpfernachwuchs interessiert sind. Daneben ist noch der Gang in die Selbstständigkeit möglich und natürlich der Weg zur Meisterschule. Nadja Wulf will sich ihren weiteren Weg erstmal in Ruhe überlegen. Und vielleicht erfüllt sich die Hoffnung ihres Ausbildungsmeisters ja doch noch und sie meldet sich zum Bundeswettbewerb an. Die 26-Jährige bleibt bei diesem Thema ganz gelassen. Sie arbeitet lieber akribisch in der Werkstatt von Michael Claußen. Dort ist am 12. und 13. November während der Weihnachtsausstellung auch ihr ganz besonderes Teeservice zu sehen.

 

 

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erstellt am 17.Okt.2016 | 06:17 Uhr

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