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Norddeutsche Rundschau

24. März 2017 | 23:05 Uhr

Bahnstrecke Kellinghusen-Wrist : Land setzt Signal auf Grün

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Finanzierung der Bahnstrecke Kellinghusen-Wrist ist gesichert. Das hat das Verkehrsministerium am Freitag bestätigt. Die Kosten belaufen sich auf knapp sieben Millionen Euro.

„Jahrelang haben die Kellinghusener auf eine Entscheidung gewartet, jetzt ist sie gefallen. Das Land will die Reaktivierung der Bahnstrecke Kellinghusen-Wrist finanzieren. Das gab gestern in Kiel Wirtschaftsminister Reinhard Meyer bekannt. „Es ist ein großartiger Tag für Kellinghusen und die Region“, kommentierte Bürgermeister Axel Pietsch die Entscheidung, dass Bahnnutzer künftig von Kellinghusen direkt nach Hamburg mit der Bahn fahren können. Schon 2011 hatte die damalige Landesweite Verkehrsservicegesellschaft erste konkrete Pläne für eine Reaktivierung der Bahnstrecke Kellinghusen-Wrist bekanntgegeben. Doch die Realisierung scheiterte am Geld, die Kellinghusener wurden trotz zahlreicher Vorstöße immer wieder vertröstet.

Dass der Wirtschaftsminister grünes Licht gab, lag an den erhöhten Regionalisierungsmitteln, die Berlin an das Land Schleswig-Holstein zahlt. Bis zum Jahr 2031 stehen Schleswig-Holstein aus dem bundesweiten 8,2-Milliarden-Topf jährlich durchschnittlich 30 Millionen Euro mehr zur Verfügung als in den vergangenen Jahren. Aus diesen Mehreinnahmen soll auch die Bahnstrecke nach Wrist ausgebaut werden.

Auf die positive Nachricht aus Kiel hat Bürgermeister Axel Pietsch lange gewartet. „Die Zukunft gehört dem öffentlichen Personennahverkehr. Und Kellinghusen erfährt jetzt ein Stückchen Zukunftssicherung.“ Dankbar zeigt sich Pietsch allen Beteiligten gegenüber, die mitgeholfen hätten, dass es zu dieser Entscheidung kam. Besonders dankbar ist er Minister Reinhard Meyer, der die Entscheidung „zur Anbindung an Hamburg letztlich getroffen hat“.

In der Störstadt hatten sich viele Beteiligte für den Bahnhalt eingesetzt. So der Kaufmännische Verein, aber auch die Ratsversammlung forderte einmütig die Strecke. Unterstützung gab es auch von den Landtagsabgeordneten. „Ich freue mich, dass die Finanzierung der Bahnanbindung Kellinghusen – Wrist nun dauerhaft sichergestellt ist“, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Birgit Herdejürgen. „Jetzt kann das Projekt starten.“ Dies sei dem erfolgreichen Einsatz des Wirtschaftsministers in Verhandlungen mit dem Bund und den Ländern zu verdanken. „Erst jetzt kann eine verantwortungsvolle Zusage gemacht werden, die auch für die Zukunft Bestand hat. Die Schienenanbindung an Hamburg ist eine Chance für die weitere Entwicklung Kellinghusens.“

„Für die Stadt ist das eine ganz wichtige Entscheidung“, sagt auch der CDU-Abgeordnete Hans-Jörn Arp. „Verkehrsminister Meyer hat das Projekt immer versprochen, jetzt gab es keine Gründe mehr dagegen und er musste liefern.“ Das von der CDU einmal angeschobene Projekt mache die Stadt attraktiver. „Und es ist der erste Schritt hin zu einem Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund.“ Eingesetzt für die Bahn hatte sich auch der FDP-Landtagsabgeordnete Oliver Kumbartzky. „Ein guter Tag für Kellinghusen. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr: Die Landesregierung kann sich nun nicht mehr hinter dem Kostenargument verstecken.“ Eine Reaktivierung der Bahnstrecke wäre für Kellinghusen und die ganze Region ein riesen Gewinn – vor allem für Berufspendler, aber auch für Tagestouristen.

Es sei ein Erfolg für Kellinghusen und die ganze Region, dass mit den zusätzlichen Mittel auch die Reaktivierung der Strecke Wrist – Kellinghusen angegangen wird“, betont auch der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Voss. „ Jahrelangen Bemühungen tragen Früchte. Kellinghusen kann aber nicht Endpunkt der Metropolbahn bleiben. Die Strecke muss in weiteren zukünftigen Entwicklungsschritten über Kellinghusen hinaus weiter in Richtung Neumünster führen können.“ In ein Gesamtkonzept für die Region gehöre auch die Verbesserung der Parkmöglichkeiten am Bahnhof Wrist.

Die letzten Kostenschätzungen für die Bahn lagen bei knapp sieben Millionen Euro. Der Betrieb würde pro Jahr etwa 200  000 Euro kosten. Pro Stunde soll ein Zug zwischen Kellinghusen und Hamburg-Altona verkehren, die Fahrzeit mit modernen Triebwagen (Stadler Flirt) soll 49 Minuten betragen.

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erstellt am 16.Jul.2016 | 07:53 Uhr

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