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Landschaftspflege : Kuschelrinder auf den Vera-Weiden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Galloways sorgen durch extensive Bewirtschaftung für Arten- und Pflanzenvielfalt.

In der Ferne steht die Herde, noch hinter der Rantzau, die durch das Tal mäandert. 15 große Galloways und drei Kälber grasen auf den Weideflächen von Vera, dem Verein für extensive Robustrinderhaltung an der Rantzau. Vor gut einem Jahr nahmen die zotteligen Rinder ihre Arbeit auf. Denn die Tiere haben einen Auftrag. Sie sind Landschaftspfleger, die durch ihr natürliches Verhalten dazu beitragen, die Flächenentwicklung im Sinne einer naturnahen halboffenen Auen- und Weidelandschaft zu unterstützen.

Von den Erfolgen machte sich jetzt auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Bernd Voß aus Wilster ein Bild, der gestern an seinem „auswärtigen Tag“ in Schlotfeld zu Besuch war. Als Landwirt scheute der Politiker die Nähe zu den Tieren nicht und unternahm mit dem Vera-Vorsitzenden Gustav Stolzenburg sowie weiteren Vorstandsmitgliedern einen Gang über die Weide. „Vera ist einfach ein interessantes Projekt und ein gutes Beispiel wie etwas aus der Region und aus dem Ehrenamt entstehen kann“, sagte Voß. Der Verein leiste einen wichtigen Beitrag zur Arten- und Pflanzenvielfalt in der Region.

Auch auf den mehr als zehn Hektar an der Rantzau hat sich einiges verändert, berichtet Vera-Vorstandsmitglied Jens Billerbeck. Und der muss das schließlich wissen. Zwei bis drei Mal pro Woche ist der Hohenlockstedter bei den Rindern. „In der Kälberzeit bin ich mehrmals am Tag hier.“ Dabei hat er beispielsweise festgestellt, dass sich auch die Maulwürfe auf den Vera-Weiden außerordentlich wohl fühlen. Denn auf der benachbarten, konventionell bewirtschafteten Fläche gibt es kaum Maulwurfshügel. Und auch der Kuhdung kommt gut an. Wenn Kinder zu Besuch sind, frage er sie, warum die Fladen rund drei Mal so schnell zersetzt werden, wie normale Kuhfladen. „Weil sie besser schmecken“, sagt Billerbeck und beschreibt damit, dass sich die Kleinstlebewesen anscheinend lieber mit dem Galloway-Kot beschäftigen.

Mit den Tieren und den Vera-Weiden beschäftigen sich auch die Mädchen und Jungen der Wilhelm-Käber-Schule in einem Projekt, das von der Biologin Cordelia Triebstein von den Wasser- und Bodenverbänden geleitet wird. Zudem gibt es ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel. Bei dieser Kooperation entsteht sogar eine Masterarbeit über die Bewirtschaftung der Vera-Weiden.

Aber auch die Rinder selbst fühlen sich sichtlich wohl und pflegen ihren Herdentrieb. „Die haben ein richtiges Sozialverhalten“, sagt Jens Billerbeck, der sich nur Leitkuh Bertha schnappen muss, wenn die Tiere in einen anderen Teil geführt werden müssen. Die Hirarchie sei klar festgelegt. Jüngere Tiere machten sofort Platz, wenn ein älteres Rind erscheine. „Und wenn ein Kalb geboren wird, kommt die Mutter nach sechs Stunden vorbei und stellt es der Herde vor. Die treten dann zur Begrüßung an und stehen in Reih und Glied“, berichtet Billerbeck, dem die enorme Begeisterung für die Kuschelrinder an der Rantzau deutlich anzumerken ist.



>Infos zu Vera im Internet: www.vera-rantzau.de.

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erstellt am 22.Mai.2016 | 16:00 Uhr

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