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Norddeutsche Rundschau

01. Oktober 2016 | 15:47 Uhr

Festival-Dokumentation : Kunst-Leuchtturm strahlt aus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Dokumentation über das Festival des Künstlerbunds soll auch Investoren auf Itzehoe aufmerksam machen.

Mit der Kunst die Wahrnehmung des städtischen Raums verändern und anregen, dass die Stadt neu entdeckt und diskutiert wird – das war das Ziel des Kunstfestivals des Künstlerbunds Steinburg im vergangenen Herbst. Es ist gelungen. Das Festival war ein Erfolg und wurde auch über die Region hinaus beachtet. Zum Beispiel von Gerd Warda, Herausgeber und Chefredakteur von „Schleswig-Holstein. Die Kulturzeitschrift für den Norden“ und „Wohnungswirtschaft heute“ in Bosau.

„Viele Städte bis 100 000 Einwohner stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie Itzehoe“, weiß er. Doch nirgends habe er bislang erlebt, dass „Künstler mutig die Initiative ergreifen, den Finger in die Wunde legen und in Form eines Kunstfestivals sich zu ihrer Stadt bekennen und zur Diskussion anregen“. Das, so Warda, sei „in dieser Form einmalig in Schleswig-Holstein, ja in ganz Deutschland“, es mache Itzehoe zu einem „Leuchtturm“.

Deshalb hat Wada dem Künstlerbund eine Kooperation angeboten: Gemeinsam wird eine Dokumentation über das Festival erstellt, um die Idee der Veranstaltung, das Ja zur Stadt, auch nach außen zu tragen. „Durch die Dokumentation wollen wir den Bürgern anderer Städte zeigen, dass es geht: Dass wir gemeinsam etwas bewegen können, wenn wir an einem Strang ziehen, Kunst und Wirtschaft“, sagt Robert Hirse. Der freie Journalist war als „Festival-Reporter“ für den Künstlerbund im Einsatz und wird auch an der Dokumentation mitwirken.

Das 48-seitige Heft werde dem Festival nachempfunden und ebenfalls als Art Stadtspaziergang gestaltet, erklärt Kristof Warda aus der Redaktion von „Schleswig-Holstein“. An einem roten Faden geht es durch die Stadt und ins Wenzel-Hablik-Museum. Auch die Jugendkunstausstellung wird behandelt. Das Heft erscheint Anfang Mai pünktlich zur Kulturnacht bei der Wohnungswirtschaft heute Verlagsgesellschaft mbH. Als Teil der Zeitschriften „Schleswig-Holstein. Die Kulturzeitschrift für den Norden“ und „Wohnungswirtschaft heute“ ist die Publikation – teils in gedruckter, teils in digitaler Form – für mehr als 35 000 Abonnenten im deutschsprachigen Raum erhältlich. „Das wird nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik gelesen“, betont Wada. Es würden alle Entscheidungsträger erreicht, die im Stadtentwicklungsbereich tätig sind – auch potenzielle Investoren. „Wo Wohnen und Kultur stimmen, siedelt man gerne. Und wo Kunst und gutes Wohnen sind, investiere ich gerne als Investor“, fasst Warda zusammen.

Im Künstlerbund ist die Freude über die Kooperation groß. „Schön, dass wir es noch einmal auf den Punkt bringen können“, meint Wiebke Logemann. In der Stadt selbst würden diese Zusammenhänge zum Teil noch nicht gesehen.

Manuel Zint erinnert an die Anfänge – das Projekt „Secession!“. Damit soll Kunst an Orte gebracht werden, wo sie normalerweise nicht ist. So gab es beispielsweise schon Ausstellungen im Backstage-Raum der Lauschbar oder in einer Bude auf dem Weihnachtsmarkt. „Als Künstler sitzt man hier auf dem Trockenen“, so Zint. „Es gibt keine Ausstellungskultur, keine Stadtgalerie, keinen Kunstverein.“ Darüber sei viel gejammert worden. „Irgendwann hatten wir keine Lust mehr zu jammern und haben gesagt: ‚Dann gehen wir jetzt in die Nischen rein‘.“ Zint ist sich sicher: „Ohne dieses Ausstellungsprojekt hätte es das Kunstfestival nie gegeben.“

Auch bei diesem Weg, Kunst an kunstferne Orte zu bringen und so auch Menschen zu erreichen, die sich sonst nicht mit künstlerischen Positionen beschäftigen würden, soll dem Künstlerbund durch die Dokumentation Rückenwind gegeben werden. Um der Kunst viel Raum zu geben, wird auf Anzeigen verzichtet. Stattdessen werden für die Deckung der Kosten Förderer gesucht, die dann über Zitate in die Dokumentation eingebunden werden. Das, meint Robert Hirse, sei doch auch viel nachhaltiger: „Teil einer Vision zu sein: Kunst und Wirtschaft – gemeinsam für die Zukunft der Stadt!“

 

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erstellt am 15.Feb.2014 | 08:00 Uhr

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