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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 21:10 Uhr

Kultur hat eine neue Adresse

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neues Domizil am Markt eingeweiht / Amtsvorsteher: „Das muss für die Region unverzichtbar werden“

Zur Einweihung hätte man es kaum besser treffen können: ein lauer Sommerabend, gut gelaunte Gäste, ein blendend aufgelegter Kulturmacher Anton Brade. Dazu neugierig gewordene Passanten, die von der Musik von Anna und Saliou Cissokho angelockt wurden. Die Kultur in der Wilstermarsch und weit darüber hinaus hat eine neue Adresse: Wilster, Am Markt 14 a.

Mit der Eröffnung des Kulturhauses in der ehemaligen Gaststätte vis-à-vis der altehrwürdigen St. Bartholomäuskirche rückt ein spannendes Kulurprojekt ins Zentrum der Stadt. „Das hätten wir damals nicht gedacht, nachdem es in der Alten Schule mit Karacho zu Ende war“, erinnert Anton Brade. Gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Mitstreitern steht er für „25 Wochen Tanz und Theater in der Wilstermarsch“ und den anschließenden „KulturImbiss“. Nach dem Verkauf des alten Schulgebäudes musste sich der Verein aber ein neues Domizil suchen. „So viel Unterstützung habe ich während 30 Jahren als Kulturschaffender in Berlin nicht erlebt“, freut sich Brade, dass das Projekt so viele Förderer und Unterstützer fand, deren Namen er in fast schon mitreißender Manier einzeln präsentierte. Die Liste wurde vom Eröffnungspublikum mit herzlichem Applaus goutiert.

„So viele Gäste hatte dieses Haus lange nicht mehr“, spielt Amtsvorsteher Helmut Sievers auf schwierige Zeiten an. Umso mehr freut er sich, dass mit dem Kulturhaus jetzt wieder viel Lebens ins Stadtzentrum kommt. „Das muss ein unverzichtbarer Bestandteil für die ganze Region werden“, hofft Sievers auf eine gute Zukunft. Das tolle Programm der Vergangenheit habe bereits die Neugier vieler Menschen geweckt. „Ohne Menschen, die sich für Kultur einsetzen, wäre es um unsere Gesellschaft und um die Wilstermarsch sehr viel schlechter bestellt“, würdigt er das Engagement aller Beteiligten.

Ohne eine umfangreiche Anschubfinanzierung wäre der Startschuss jetzt wohl nicht gefallen. „Ich bin total begeistert“, schwärmt Günther Schiemann, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziokultur. Er erinnert aber auch daran, dass das Projekt zeitweise an einem seidenen Faden hing. So habe ein erster Zuschussantrag in letzter Minute zurückgezogen werden müssen, weil die Alte Schule als Standort weggefallen war. „Jeder andere hätte nach so einem Desaster das Handtuch geworfen“, würdigt er das Durchhaltevermögen des Kulturvereins. „Hut ab vor einer so phantastischen Leistung.“ Wohl auch an die Adresse der Kommunalpolitiker unter den Gästen gerichtet, meint Schiemann: „Ohne öffentliche Förderung kann Kultur nicht funktionieren.“ Seine Arbeitsgemeinschaft könne dem Kulturverein nur in den ersten beiden Jahren helfen. Entsprechend nahm er Stadt, Amt und Kreis in die Pflicht. „Ich hoffe, dass die Politik diese Chance nicht versemmelt.“ Immerhin sieht Schiemann den kulturrellen Bereich auf dem Vormarsch. Nach Bad Oldesloe sei Wilster die zweite Eröffnung in diesem Jahr. Demnächst soll ein Projekt in Itzehoe folgen.

Anton Brade warf zum Buffet dann ein fast 100 Jahre altes Grammophon mit Swingmusik an. Später konnte man – so Brade – bei zauberhafter Musik träumen. Saliou ließ das senegalesische Saiteninstrument Kora erklingen, Anna ihre Stimme. Eines ihrer Lieder handelte davon, dass Geld im Leben nicht alles ist.

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erstellt am 09.Sep.2016 | 16:34 Uhr

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