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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 03:05 Uhr

Kastastrophenschutz : Krisenstab probt den Ernstfall

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Katastrophenschützer des Kreises Steinburg üben im Itzehoer Lagezentrum und dem ChemCoast-Park Brunsbüttel den Umgang mit einem Chemieunfall.

Jedes Jahr führt der Zivil- und Katastrophenschutz Steinburg groß angelegte Übungen im Kreisgebiet durch. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe, der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) und den Freiwilligen Feuerwehren werden unterschiedlichste Einsatzszenarien geübt. Im Mittelpunkt der praxisnahen Übungen steht insbesondere die Kommunikation unter den verschiedenen Einsatzkräften am Einsatzort sowie mit der administrativen Ebene in der Führungsstab-Katastrophenschutz-Zentrale im Itzehoer Kreishaus. So auch bei der diesjährigen Katastrophenschutzübung am Sonnabend auf dem Gelände des norwegischen Chemiekonzerns Yara im ChemCoast Park Brunsbüttel – das Werk liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Büttel. Über 125 Verwaltungsmitarbeiter und Einsatzkräfte des Löschzug- Gefahrengut des Kreises Steinburg, DRK-Steinburg sowie der umliegenden Feuerwehren und weiterer externer Stellen waren in die Übung eingebunden.

Zum Szenario: Ein technischer Defekt an einer Versorgungsleitung, der zum Austritt von Ammoniak führte, sowie zwei vermisste und zwei zu evakuierende Personen bildeten den inhaltlichen Rahmen der Übung. Parallel dazu wurde im gesamten Kreisgebiet das Sirenensignal „Warnung der Bevölkerung“ ausgelöst (wir berichteten). „Damit möglichst vielen Steinburgern dieses wichtige Warnsignal bekannt ist, ist es erforderlich, dass wir regelmäßig solche Probealarme durchführen“, erklärte Landrat Torsten Wendt. Einen Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen gäbe es für diese Übungen nicht, betonte der oberste Katastrophenschützer in Itzehoe.

Im August hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) das vom Bundeskabinett beschlossene, neue Zivilschutzkonzept vorgestellt. Insbesondere der gewählte Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde zum Teil scharf kritisiert. Spätestens seit der Festnahme von drei mutmaßlichen Mitgliedern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) im Kreis Stormarn, hat die Terrorangst nun auch Schleswig-Holstein erreicht. Die Frage, die Übungen aufgrund der derzeitigen Ereignisse zu verschieben oder gar ausfallen zu lassen habe sich nie gestellt, äußerte der Landrat. „Wir machen einfach unseren Job, unabhängig von den Rahmenbedingungen“, so Torsten Wendt und weiter: „Es gibt keinen Grund zur Panik. Die Ereignisse haben gezeigt, dass die Polizei eine gute Arbeit macht, zudem gibt es keine Hinweise auf konkrete Anschlagsvorbereitungen.“

Dass bei der diesjährigen Katastrophenschutzübung ein Störfall in einem Chemieunternehmen das Einsatzszenario bilden würde, stand bereits über einen längeren Zeitraum fest. „Aufgrund von geplanten Wartungsarbeiten gibt es bei uns derzeit einen kurzen Produktionsstopp. Dieser Umstand hat es ermöglicht, dass die Katastrophenschutzübung auf unserem Werksgelände durchgeführt werden konnte. Während des laufenden Betriebes wäre dies aus Sicherheitsgründen nicht umsetzbar gewesen “, sagte Udo Stark, Sicherheits- und Umweltbeauftragter im Brunsbütteler Yara-Werk. Nachdem in den vergangenen Jahren die Abwehr und Bekämpfung einer Sturmflut mehrfach Gegenstand der Katastrophenschutzübungen war, war es zudem gemäß den Übungsrichtlinien an der Zeit, das Szenario eines Chemieunfalls und seiner Folgen zu trainieren.

„Es hat sich gezeigt, dass es im Bereich der Kommunikation unter den unterschiedlichen Einsatzkräften noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist“, zog der Landrat eine erste Bilanz. Eine Nachbesprechung, gemeinsam mit externen Beobachtern, die diese Übung begleitet haben, folgt.


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