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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 03:33 Uhr

Pendler : „Kreis Steinburg gehört in den HVV“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Grünen-Abgeordneter Bernd Voß und Kreisverband richten in Itzehoe eine Diskussionsrunde zum Thema Nahverkehr aus. Weitere Expertenrunden sollen folgen.

Es ging um Gerechtigkeit, um einfache Tarifstrukturen, um Pendlerströme – und immer noch um den Beitritt des Kreises Steinburg zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Der Grünen-Landtagsabgeordnete Bernd Voß und der Kreisverband der Grünen hatten zur Diskussion gebeten, das Thema: „Fahrgastgerechter Nahverkehrsverbund in Metropolen, Umland und ländlichen Raum“. Weitere Veranstaltungen zum Thema Nahverkehr mit anderen Experten sollen in den nächsten Monaten folgen.

Neben dem Abgeordneten hatten Holger Busche, Verkehrsreferent der Grünen-Landtagsfraktion, und Karl-Peter Naumann auf dem Podium Platz genommen, um sich den Fragen der wenigen Besucher zu stellen. Und Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, stellte gleich zu Beginn klar: „Es gibt keinen Königsweg. Es wird im öffentlichen Nahverkehr nie einen einfachen Tarif geben, der gerecht ist, und es wird nie einen gerechten Tarif geben, der einfach ist.“

Zuvor hatte Busche versucht zu erklären, warum der Kreis Steinburg nicht im HVV ist (weil 2002 nur die an Hamburg grenzenden Kreise berücksichtigt wurden) und warum ein möglicher Beitritt des Kreises Begehrlichkeiten in Neumünster, Lübeck und anderen Orten wecken könnte, die ebenfalls nicht weiter entfernt liegen würden.

Das wollte Naumann so allerdings nicht stehen lassen. Für ihn gibt es einen entscheidenden Faktor: Die Pendlerströme. Lübeck und auch Neumünster seien eigenständige Zentren. „Es ist wichtig zu wissen, wie die Pendlerströme sind. Dann kann man ein Gesamtkonzept machen.“ Der langjährige Bundesvorsitzende von Pro Bahn bekannte klar: „Im Grunde genommen gehört der Kreis Steinburg aufgrund der Pendlerbewegungen in den HVV.“ Denn es gehe letztlich immer nur darum, „was die Pendler brauchen, nicht um Kreisgrenzen“. Für Karl-Peter Naumann steht auch fest, dass der mögliche Beitritt des Kreises Steinburg zum HVV die jetzt beginnenden Verhandlungen über einen Nordtarif überhaupt nicht behindert hätten.

Für Bernd Voß ist es jetzt wichtig, dass „endlich zwischen den Regierungen verhandelt wird, wie beim Hafenschlick und beim Gastschulabkommen, bei denen es in den vergangenen Jahren auch zu einem positiven Abschluss gekommen ist“. Das sei die Chance den Nahverkehr für den Norden neu zu strukturieren. Zwei Jahre gibt der Grünen-Landtagsabgeordnete den Verhandlungspartnern bis es Ergebnisse geben müsse. Diese Zeit hätte es nach Ansicht von Voß auch benötigt, um einen HVV-Beitritt in trockenen Tüchern zu haben. Auf die Frage aus den Zuschauerreihen, ob es möglich sei, dass noch etwas vor der Landtagswahl im Mai nächsten Jahres passiere, sagte Voß: „Das ist nicht völlig unrealistisch.“

Für Naumann ist es jetzt wichtig, dass bei den anstehenden Verhandlungen auch die Fachverbände eingebunden und die Nutzerperspektiven gesehen werden und „nicht irgendwas unter Politikern ausgeklüngelt wird“. Auch der Pro-Bahn-Ehrenvorsitzende sieht in den Verhandlungen um einen neuen Tarif eine Chance. Er mahnte aber, dass man sich zuvor Gedanken machen müsse, welche Strukturen man schaffen wolle. Dann könnten Tarife und Fahrpläne darauf ausgerichtet werden.

Launig führte Naumann Beispiele an, wie es auf jeden Fall nicht laufen dürfe. „Auf dem Bahnsteig in Heide stehen drei verschiedene Fahrkartenautomaten – so darf Tarif nicht aussehen. Das ist eher Kinderverwirrstunde.“ Aber man habe auch aus der Vergangenheit gelernt: „Als ich in den 1960er Jahren mit der Familie von Hamburg-Harburg nach Kiel gefahren bin, brauchten wir wegen der verschiedenen Verbände 28 Fahrkarten.“ Dagegen sei der SH-Tarif heute wirklich ein „sauberer Fortschritt“.

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erstellt am 29.Sep.2016 | 05:59 Uhr

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