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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 10:53 Uhr

Neuer Landtagsabgeordneter : „Kreis Steinburg auf gutem Klima-Weg“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der neue SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Bolln spricht über Herausforderungen in seinem Wahlkreis Steinburg-West.

Er ist gerade erst in den Landtag nachgerückt, und er wird für den Wahlkreis Steinburg-West bei den Landtagswahlen im Mai 2017 erneut als Kandidat der Sozialdemokraten antreten: der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Bolln. Im Redaktionsgespräch macht er seine politischen Schwerpunkte deutlich. Im Vordergrund steht dabei die Energie – „das ist mein Thema“, sagt der Schornsteinfegermeister, der ursprünglich aus Hohenaspe stammt und aus beruflichen Gründen mit Frau und Tochter heute in Barmstedt lebt. Sein Herz aber schlägt nach wie vor für den Kreis Steinburg, wobei er sich Hohenaspe und besonders dem Fußballverein dort verbunden fühlt.

Sein Engagement für den Klimaschutz will Bolln auch nach außen hin sichtbar machen. Schon während des Kreisparteitages der Steinburger Genossen in Wacken hatte er angekündigt, mit einem Elektroauto in den Wahlkampf zu ziehen (wir berichteten). So einfach geht’s allerdings nicht: „Das Auto ist bestellt, kommt aber erst im April“, erzählt er. Bis dahin werde er sich aber eines mieten. Lob richtete er an all jene „Leute, die da voran gehen“. Und an den Kreis Steinburg, in dem auf dem Sektor Energieeffizienz in den vergangenen Jahren viel passiert sei. Er weist dabei begeistert auf den Steinburger Weg zum Klimakreis hin. Die Verballhornung „Kreis Steinzeit“ sei auf dem Sektor schon überwunden, fügt er lächelnd hinzu. Er wünsche sich allerdings fünf oder sechs E-Tankstellen mehr. „Das wäre ein schöner Ansatz.“ Auch wenn in dem Bereich noch einiges passieren müsse, insbesondere was die Reichweite der Fahrzeuge angehe, sei die Planung auf gutem Weg, für effektivere Ergebnisse müsse die öffentliche Hand unterstützend eingreifen. „Wenn man nicht fördert, kommt man keinen Schritt weiter.“

Mobilität ebenso wie die Wärmegewinnung bleiben die Herausforderungen der Zukunft. Und dabei müsse der Verbraucher mitgenommen werden. Der Bürger müsse die realistische Chance haben, auf alternative Energie-Projekte zugreifen zu können. Stichwort: Mini-Blockheizkraftwerk. Mehr Akzeptanz für Windkraft – hier gehe es insbesondere um das Ziel, nicht eingespeisten Windstrom speichern zu können –, zusätzlichen Radwegebau und die Gestaltung des Nordtarifs sind weitere Bausteine. Bolln ist übrigens überzeugt, dass der Nordtarif im öffentlichen Personennahverkehr vorteilhaft für den Kreis Steinburg ist. Die zeitliche Umsetzung sieht er innerhalb von fünf Jahren. Einen HVV-Beitritt sähe er im Übrigen zeitlich nicht früher gegeben. Schließlich müsse noch in Hamburg die Akzeptanz geschaffen werden, den Tarifbereich zu erweitern. Das sei für die Hansestadt nicht erstrebenswert, würde eine weitere Kostensteigerung für die Tarifzonen bedeuten, meint Bolln. Er unterstützt damit seine Steinburger Parteigenossin Birgit Herdejürgen in der Abstimmung gegen den HVV-Beitritt.

Zweites großes Interessengebiet des Landespolitikers, der als betriebswirtschaftlicher Berater auf seinem beruflichen Sektor tätig ist, sind die Finanzen. Das Problem der Finanzflüsse von Bund über Land und Kreis bis zur Kommune in Angriff zu nehmen, sei Aufgabe der Politiker. Schaffung von Arbeitsplätzen im Zeichen des Strukturwandels sieht er im Kreis Steinburg als Notwendigkeit an. Und zur Arbeit gehöre auch das Thema Kinderbetreuung. Als wichtig erachtet Bolln das von den Sozialdemokraten angestrebte 100-Euro-Kita-Geld. Zunehmend würden in Familien beide Partner arbeiten, da müsse die Betreuung des Nachwuchses gewährleistet sein. Hier müssten Denkstrukturen verändert werden, „ganz klar“, sagt Bolln, der selber 16 Mitarbeiter beschäftigt.

Für den Wahlkampf sieht Bolln für sich und seine Genossen noch ein wichtiges Thema – gegen Rechts- oder Linksruck. Politik müsse sich fragen, warum Menschen sich nicht von den etablierten Parteien erreicht fühlen. Das zu ändern, müsse unbedingt gelingen. „SPD wie CDU müssen überlegen, die zu erreichen, die sich abgehängt fühlen und die, die Angst davor haben, abzurutschen.“  

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erstellt am 01.Dez.2016 | 18:28 Uhr

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