zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 13:30 Uhr

Ausgezeichnet : Kreative Impulse auf Plattdeutsch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Hohenasper Grundschule erhält den Professor-Miethke-Förderpreis für ihr Plattdeutsch-Projekt – und ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro.

Zum achten Mal hat die Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft (SHUG) den mit 3000 Euro dotierten Professor-Miethke-Förderpreis, der der Förderung von fachlichem und forschendem Engagement außerhalb von Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Land Schleswig-Holstein dient, verliehen. Zahlreiche Bewerbungen waren zum Thema „Schleswig-Holstein: Ein Land mit vielen Sprachen“ eingegangen. Neben der Grundschule Hohenaspe, die für ihr Projekt „Plattdeutsch an der Grundschule Hohenaspe“ mit 2000 Euro gefördert wird, freute sich die Elmshorner Elsa-Brandström-Schule (EBS) über eine Fördersumme in Höhe von 1000 Euro.

„Wir haben einerseits in Schleswig-Holstein alt eingesessene Sprachen wie Dänisch, Friesisch, Niederdeutsch und Romanes, aber auch die Sprachen, die erst in der relativ jungen Vergangenheit ins Land gekommen sind und die das sprachliche Mosaik des Landes vergrößern und bereichern“, betonte Alastair Walker vom Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die sprachliche Vielfalt könne helfen, die persönliche Identität zu stabilisieren und zu stärken. Zum anderen könne die Mehrsprachigkeit zur Förderung der geistigen Entwicklung eines Kindes beitragen.

In seiner Laudatio würdigte der wissenschaftliche, promovierte Mitarbeiter das Projekt der Grundschule, die ein Konzept mit gleich drei ineinander greifenden Zahnrädern aus Theater, Musik und Audioproduktion entwickelt habe. Mit diesem Konzept – zusammen mit der Begeisterungsfähigkeit und Kreativität der Kinder sowie der Unterstützung der Elternschaft und des schulischen Umfelds – sei es Jan Niemann als Lehrer und Waltraud Mügge gelungen, ein breites und innovatives plattdeutsches Angebot zu entwickeln. „Das Konzept setzt den Gedanken der plattdeutschen Modellschule überzeugend um und liefert zugleich spannende Impulse.“

Zudem hob Professor Ludwig Steindorff von der Kieler Universität das Projekt „Elmshorn auf Arabisch“ lobend hervor. Fünf Daz-Schüler haben in enger Zusammenarbeit mit sechs Oberstufenschülern des städtischen Gymnasiums das zweisprachige Kinder- und Jugendbuch mit dem Titel „Fina und Hamido entdecken Elmshorn“ entwickelt. Ziel des Buches sei, arabisch sprechenden Neuankömmlingen im Kinder-und Jugendalter zu helfen, den Zugang zur Krückaustadt, zur deutschen Kultur und zur deutschen Sprache zu finden. Gemeinsam mit der Autorin Bengta Reich und der Illustratorin Susanne Berger haben die Schüler einen deutschen Text erarbeitet, der ein Hauptaugenmerk auf die Erfahrungen und Herausforderungen der DaZ-Schüler bei ihrer Ankunft als Flüchtlinge in Elmshorn legte.

Auch der ehemalige Kreispräsident Hans-Friedrich Tiemann freute sich über die Auszeichnung und die Anerkennung für das Plattdeutsche. „De Sprach hett wat Besonderes, se is lebennig un starkt dat Heimaatgeföhl.“ In Anlehnung an die Bambi-Verleihung überreichte er an Jan Niemann einen „hölzernen Elch“ für sein „unermüdliches Engagement“. „Die heutige Auszeichnung belohnt die Schüler und Lehrer für ihren Einsatz zum Erhalt der plattdeutschen Sprache“, unterstrich auch Hohenaspes Bürgermeister Hans-Georg Wendrich stolz. Und er lobte auch, dass die Grundschüler auch außerhalb der Schule immer wieder Senioren- oder Weihnachtsfeiern mit plattdeutschen Liedern oder Theaterstücken bereichern. Das bestätigte auch Niemann. „Mit unserer Arbeit fördern und pflegen wir in unserem Dorf und in der näheren Umgebung die plattdeutsche Sprache und setzen sprachliche Lernimpulse bei den jüngsten Schülern.“ Denn: „Platt soll bleiben, was es zumindest bei uns noch ist: kreativ und lebendig.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen