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Norddeutsche Rundschau

24. März 2017 | 14:56 Uhr

Schusswaffen : Kontrollen bei der Jägerschaft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wilster: Ab 1. Juli kann es unangemeldeten Besuch der Behörde geben.

Auf große Resonanz stieß die Einladung der Steinburger Jägerschaft zu einem Informationsabend im Colosseum zum Thema Waffenkontrolle. Die Referenten André Busche und Olaf Weddern berichteten über die behördliche Kontrollbefugnis und erläuterten den Ablauf von Kontrollbesuchen der beim Kreis Steinburg angesiedelten Waffenbehörde. Laut neuesten Verordnungen können diese Kontrollen ab 1. Juli 2017 unangemeldet erfolgen.

Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Sven Heesch, stellte die Referenten vor. André Busche ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Behältnisse, Räume und Sicherungskonzepte zur Aufbewahrung und Transport von Waffen und Munition, außerdem ist er Lehrbeauftragter für Waffenrecht im Fachbereich Polizei an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung Schleswig-Holstein. Polizeihauptkommissar Olaf Weddern ist ebenfalls Dozent für Waffen-, Umwelt- und Verkehrsrecht in demselben Fachbereich der Fachhochschule.


Jäger haben eine Ausweispflicht


Busche und Weddern stellten zu Beginn ihres Vortrags klar, dass grundsätzlich den Kontrolleuren der Zutritt zu den Räumen, in denen Waffen und Munition gelagert werden, gestattet werden muss. „Achten Sie also beim Aufstellen von Waffenschränken auf den Standort“, riet André Busche. Wer einen gültigen Jagdschein hat, muss die Waffen mit der Waffenbesitzkarte (WBK), auf der auch die Munition eingetragen sein sollte, nachweisen können. Busche gab einen Überblick über Tresore und ihre Unterschiede in der Aufbewahrung und den Widerstandsgrad. Der Waffenschrank darf ausschließlich der Waffeneigentümer als Zugriffsberechtigter bedienen. „Leute ohne Befugnis sollten nicht mal wissen, wo der Schlüssel ist“, machten Busche und Weddern eindrücklich klar. Sollten Waffen von einer dritten Person aufbewahrt werden, muss dafür ein schriftlicher Nachweis vorliegen.

Jäger haben eine Ausweispflicht zu erfüllen und müssen ihren Jagdschein, die Waffenbesitzkarte, Personalausweis, Führerschein und Fahrzeugschein jederzeit vorlegen können. „Die Jagd beginnt erst mit der Pirsch“, erklärte Olaf Weddern. Beim Transport von Waffen wird die Situation im Führen einer Waffe unterschieden. Zur direkten Jagdausübung darf die Waffe zugriffsbereit, aber nicht schussbereit mitgeführt werden. Beim Transport ohne Zusammenhang mit der Jagdausübung, zum Beispiel zum Schießstand, hingegen nicht zugriffsbereit und nicht schussbereit. „Zugriffsbereit ist eine Waffe dann, wenn sie in drei Sekunden mit drei Griffen in Anschlag gebracht werden kann.“ Ansonsten sind Waffen im abgeschlossenen Futteral oder Koffer im abgeschlossenen Kofferraum zu transportieren. André Busche zeigte Bilder von unerlaubten Waffen, wies auf Besonderheiten hin und erklärte das Führen von Messern. „Verboten ist auch das Mitführen von Küchenmesser mit einer Klinge von mehr als zwölf Zentimetern.“

Bei den zu erwartenden Waffenkontrollen rieten die beiden Experten zu Gelassenheit. „Es besteht ein öffentliches Interesse, dass Waffen ordnungsgemäß aufbewahrt werden. Und wenn alles richtig läuft, spricht nichts dagegen, dem Kontrollbeamten alles zu zeigen.“ Im Anschluss an den Vortrag standen Weddern und Busche für Fragen zur Verfügung. Dabei drehte sich vieles um die Lagerung von den Lang- und Kurzwaffen, Magazinen und Munition. Die Schlüssel für den Waffenschrank sind außerhalb von Griff- und Sichtweite aufzubewahren, „also nicht am Schlüsselbrett“, wie Busche anmerkte. Die Tresore müssen fest in der Wand verankert sein, um einen Abtransport unmöglich zu machen. Eine gemeinschaftliche Aufbewahrung von Waffen, etwa bei Familienangehörigen, ist erlaubt, wenn alle Personen einen Waffenschein und eine eigene WBK haben und bei gleichem Erlaubnis-Niveau in häuslicher Gemeinschaft leben. „Häusliche Gemeinschaft heißt, die Kinder haben einen Schlüssel zur elterlichen Wohnung.“ Abschließend machte Busche darauf aufmerksam, dass bisher verdachtsunabhängige Kontrollen nicht mit Gebühren verbunden sind. Merkblätter für den Transport und die Aufbewahrung von Waffen können über die Hegeringe angefordert werden.



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