zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 04:05 Uhr

Kontakt in die Heimat nur per Smartphone

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Smartphones sind ein nicht mehr wegzudenkender Teil unserer multimedialen Gesellschaft. Oft stellen jedoch Asylkritiker die Frage, wie Flüchtlinge, die hier auf Sozialleistungen angewiesen sind, sich derartige Annehmlichkeiten leisten können und ob sie diese benötigen.

Karim (27) aus Syrien lebt seit einigen Monaten in Heide und hat sein Smartphone, wie die meisten Flüchtlinge, aus seinem Heimatland mitgebracht. Er berichtet, dass das Smartphone auf der Flucht seine einzige Verbindung nach Hause gewesen sei. Seit er in Deutschland ist, sei es für ihn die zuverlässigste Methode, den Kontakt zu Freunden und Verwandten nicht zu verlieren. Denn Messenger-Dienste wie Whatsapp oder Skype laufen meist auch auf leistungsschwachen Smartphones, sind nahezu kostenlos und benötigen lediglich eine Verbindung zum Internet. Gerade in Deutschland werden Festnetzanschlüsse, Fax oder der heimische WLan- Anschluss oft für selbstverständlich gehalten. Allerdings sei das Festnetzwerk in Syrien und in vielen Ländern Nord-Afrikas nicht gut ausgebaut, was dazu führe, dass Smartphones dort als eine praktische und alltägliche Alternative zur Kommunikation verwendet werden.

Auch um Ereignisse während der Flucht in Bildform festzuhalten oder sich auf der langen, beschwerlichen Reise ein wenig abzulenken, sei ein Smartphone durchaus nützlich. Für Karim sind nach Whatsapp zudem die beiden kostenfreien Dienste des Softwaregiganten Google, nämlich Google Maps und der Google Übersetzer, besonders wichtig, da er diese während und nach der Flucht zur Orientierung sowie zur Überwindung von Sprachbarrieren nutze.

Smartphones sind für Flüchtlinge also keinesfalls als Statussymbol oder als Kostenfaktor für den Steuerzahler zu sehen, sondern als eine Notwendigkeit: Sie helfen Menschen dabei, sich in einem völlig fremden Kulturkreis mit anderer Amtssprache zurechtzufinden, nicht ausschließlich auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein und den Kontakt zur Heimat nicht gänzlich zu verlieren.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 09:03 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen