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Norddeutsche Rundschau

29. September 2016 | 03:36 Uhr

Landwirtschaft : Kohlernte fällt zufriedenstellend aus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Auf dem Bio-Hof der Brüder Oliver und Renke Langmaack in Westerdeichstrich werden am Dienstag die Dithmarscher Kohltage eröffnet.

Täglich stehen auch in Dithmarschen konventionelle und biologische Arbeitsweise in den landwirtschaftlichen Betrieben im Wettbewerb miteinander. Doch „hier haben sich die Bio-Betriebe sehr gut etabliert“, betont Oliver Langmaack (43) aus Westerdeichstrich. Er und sein Bruder Renke (39) sind mit ihrer Gebrüder Langmaack GbR Gastgeber des feierlichen Kohlanschnitts – traditioneller Auftakt zu dem inzwischen 30. Erntefest für das überwiegend kugelrunde Gemüse.

Die beiden haben sich vor 15 Jahren entschieden, den in zweiter Generation geführten Hof nach Bioland-Richtlinien weiterzuführen. Sie schätzen, dass etwa sieben Prozent der 80 Millionen Dithmarscher Kohlköpfe von ihnen und weiteren rund 20 Bio-Bauern produziert worden sind – eine Nische, die sich aber konsolidiert habe. Daher irritiert Langmaacks auch der Ruf aus der Politik nach einer Verdoppelung der Bio-Höfe. „Darüber sollte allein die Nachfrage der Verbraucher entscheiden“, finden beide.

Außer Kohl bauen sie auf dem 160 Hektar großen Hof Möhren, Kartoffeln und Gemüseerbsen sowie Getreide (Weizen und Hafer) an. Bis zu zweieinhalb Jahre lassen sie zwischendurch Flächen unberührt und pflanzen dort nur Kleegras, damit die Böden auf natürliche Weise mit Stickstoff angereichert werden. Schafe weiden sich in der Zeit an dem Futter.

Ihr Kohl erfährt vor allem Handarbeit: Sie hacken und striegeln auf den mittelschweren Marschböden ihres Hofes das Gemüse zur Unkrautbekämpfung, statt Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Dabei hatten Langmaacks und ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen in diesem Jahr mit dem selben Feind zu kämpfen: Mit dem anhaltenden Ostwind in der ersten Jahreshälfte erlebten die Landwirte einen so starken Befall mit der Kohlschabe wie noch nie. Zusammen mit dem nassen Sommer ließ dies kein gutes Ende erwarten, doch die Gebrüder Langmaack atmen auf und formulieren vorsichtig optimistisch: „Wir haben insgesamt ein durchschnittliches, normales Ergebnis erzielen können.“ In eigenen Kühlhäusern wird zwischengelagert. Für die Vermarktung haben sie sich der in Neumünster ansässigen Zentrale für Bioland-Betriebe angeschlossen.

Bei der aufwendigen Wirtschaftsweise können Oliver und Renke Langmaack ganzjährig fünf feste Mitarbeiter beschäftigen, zuzüglich der Saisonkräfte jetzt in der Erntezeit. „Da gibt es auch im Winter immer etwas zu tun“, sagen die Brüder.

Zum feierlichen Anschnitt als Auftakt zu den 30. Dithmarscher Kohltagen werden die Kohlregentinnen Silke I. und Maren I. den Besuchertross mit Landwirtschaftsminister Robert Habeck anführen. Die Brüder Langmaack haben ihren Hof mit ihren Mitarbeitern herausgeputzt und bieten den Gästen Kohlgerichte zum Verkosten an. Und wie Oliver und Renke Langmaack den Kohl am liebsten: „Unser Lieblingsrezept ist Klausenburger Kraut“, ein Sauerkrautauflauf, wie er in Siebenbürgen zubereitet wird.

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