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Treffpunkt Jugendzentrum : Klönen und gemeinsam kochen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Jugendzentrum am Kirchplatz in Glückstadt ist ein beliebter Treffpunkt. Kinder und Jugendliche kommen dort zum Spielen, Kochen und Klönen zusammen.

Selbst angebaute Minze, eigenhändig getrocknet: Daraus kocht Sara Vogel Tee. Die 31-jährige Mitarbeiterin des Jugendzentrums sitzt mit ihrem Kollegen Patrick Behrens (28) entspannt in der Küche. Es ist noch früh, nur einige Jugendliche sitzen nebenan in der Teestube und spielen. Beide Räume sind mittlerweile zu Mittelpunkten im Jugendzentrum geworden, um zu klönen. Es kommen alle Altersgruppen von kleinen Kindern bis hin zu Abiturienten und Auszubildenden. „Die Schulbildungen sind vielfältig“, bestätigt Sara Vogel.

Die intensive Nutzung der Küche geht auf Sara Vogel zurück, denn unter ihren Vorgängern fristet der Raum ein Nischendasein. Die Küche ist gemütlich eingerichtet und wird viel genutzt. „Hier wird jeden Tag gekocht“, sagt die Erzieherin. „Alle mögen gerne Suppen. Und gestern haben wir Brot gebacken.“ Es wird viel Wert auf gesundes Essen gelegt und das müssen die jungen Besucher selbst einkaufen. „Meist geht es so gegen 17 Uhr los“, sagt Sara Vogel. Viele essen mittags in der Schule und dann gerne abends noch im Jugendzentrum.

Im vergangenen Jahr wurde im Garten noch Gemüse selbst angebaut. Doch als der Neubau der Glückstädter Werkstätten gleich nebenan entstand, verschwand der Gemüsegarten. „Jetzt wird es ein Hochbeet geben.“ Dass die jungen Besucher aktiv mitgestalten, ist erwünscht. Und auch, dass sie alltägliche Dinge des Lebens kennen lernen. „Es gibt Kinder, die denken, Mandarinen kommen aus der Fabrik“, sagt Patrick Behrens, der vorher in Hamburg gearbeitet hat. Beide Erzieher wissen, dass sowohl Mädchen als auch Jungen Spaß am Kochen haben, Appetit auf Kleinigkeiten, die lecker sind, aber nicht teuer. Für den Einkauf hat das Jugendzentrum ein Budget zur Verfügung. Sara Vogel: „Spenden sind aber jederzeit erwünscht, auch Sachspenden, wie Nudeln.“ Gegessen wird, was da ist. „Oft improvisieren wir.“

Im Raum nebenan, in der Teestube, wird eher gespielt. Dort ist der Billardtisch das Zentrum der Kommunikation. Zum Leidwesen der Erzieher ist der Tisch allerdings kaum noch richtig zu gebrauchen, es müsste eigentlich ein neuer angeschafft werden. „Es fehlen noch ein paar Hundert Euro“, sagt Sara Vogel. Dann wäre das Geld zusammen. Die Teestube sei „der offene Bereich“, erklärt Patrick Behrens. „Hier werden Spiele gespielt, hier wird geklönt.“ Klar ist, dass kein Alkohol getrunken werden darf. Wer sich nicht daran hält, würde Hausverbot bekommen. Es gibt drei feste Regeln: „Ordentlicher Umgang, keine Drogen, keine Gewalt.“

Im Gegensatz zu früher kommen mehr weibliche Besucher ins Jugendzentrum und mehr Abiturienten – aber keine „Rumgammler“. Abhängen dürfen die Besucher aber trotzdem, so wie in dem Raum, wo auf einer Großleinwand per Konsole Spiele gespielt werden können. In einem anderen Raum helfen die Erzieher Jugendlichen bei Bewerbungen um Ausbildungsplätze. Auch an Fahrrädern kann gearbeitet werden, dabei hilft Sven Jäsch. In einem anderen Raum übt die Tanzgruppe, die auch schon Aufführungen hatte. Ein Lieblingsort von Sara Vogel ist der Kunstraum im oberen Stockwerk. Dort arbeitet sie zum Beispiel mit den jungen Besuchern gemeinsam an Bilderrahmen, die im Jugendzentrum Räume schmücken. „Wir wollen uns hier alle wohlfühlen. Es ist ein Stück weit ein Zuhause.“

Deshalb wurde mit Hilfe der Jugendlichen auch der ehemals düstere Raum hell gestrichen, in dem getanzt werden kann und Tischtennis gespielt wird. Alles in allem sind die beiden Erzieher sehr zufrieden, wenn es um das gute Klima geht. Den Politikern haben sie jüngst ein umfangreiches Konzept vorgestellt, wie und nach welchen Kriterien in der städtischen Einrichtung pädagogisch gearbeitet wird. Es wurde mit viel Anerkennung aufgenommen. Neu ist, dass Patrick Behrens in der Bürgerschule und in der Sporthalle-Nord an zwei Tagen ein Sportprogramm anbietet.

Auf Anfrage unserer Zeitung nach Wünschen, kommt dann auch prompt eine kleine Liste zusammen: Gern gesehen sind Spenden für einen neuen Billardtisch, für die Kochaktionen, eine große Auflaufform, Tischtennisschläger, Brettspiele für die Teestube, Skatspiele und ausrangierte Herrenhemden für den Kunstraum, damit die Kinder ihre Kleidung schützen können.


>Öffnungszeiten Jugendzentrum: täglich außer Sonntag ab 14 Uhr, donnerstags erst ab 17 Uhr.

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erstellt am 20.Apr.2017 | 04:42 Uhr

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