zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 18:49 Uhr

Energiewirtschaft : KKW Brokdorf liefert Strom seit 30 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Betreiber Preußen Elektra spricht von einer "Erfolgsgeschichte" des Kernkraftwerks am Elbufer. Ende 2021 geht der Reaktor aber endgültig vom Netz.

Drei Jahrzehnte nach der Inbetriebnahme spricht der zuständige Geschäftsführer des Betreibers Preußen Elektra von einer Erfolgsgeschichte. „Unser Dank gilt allen Beschäftigten, die am Standort tätig sind und waren und die sich Tag und Nacht für den sicheren Betrieb der Anlage eingesetzt haben. Ihre hohe Identifikation mit ihrer Aufgabe und dem Kraftwerk hat maßgeblich zur Erfolgsgeschichte des Kraftwerks beigetragen“, sagt Dr. Erwin Fischer in einer Pressemitteilung. Die Anlage sei seit 30 Jahren „Garant für sichere und zuverlässige Stromversorgung“.

Am 8. Oktober 1986 hatte die Schichtmannschaft die erste Kernspaltung eingeleitet. Wenige Tage später ging Brokdorf ans Netz. In 30 Jahren hat die Anlage mehr als 330 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt.

Die Errichtung des Kraftwerks stand ganz im Zeichen der Proteste der Anti-Atom-Bewegung in Deutschland. Der Betrieb hingegen war aus Sicht von Preußen Elektra geprägt von vielen Erfolgen. „1992 und 2005 war das Kernkraftwerk Brokdorf sogar Weltmeister, bezogen auf die jährlich erzeugte Strommenge, insgesamt 24 Mal rangierte es in den internationalen Top Ten.“ Für diese Ergebnisse werde das Kernkraftwerk weltweit hoch geschätzt. Zuletzt sei dies bescheinigt worden durch exzellente Ergebnisse im Rahmen der internationalen Überprüfung der World Association of Nuclear Operators (WANO) im Frühjahr dieses Jahres.

Im Schnitt habe Brokdorf jährlich mehr als 10 Milliarden Kilowattstunden Strom in das Netz eingespeist und der Umwelt damit pro Jahr an die 10 Millionen Tonnen Kohlendioxid erspart. 2015 rangierte das Kernkraftwerk Brokdorf mit einer eingespeisten Strommenge von 10,6 Milliarden Kilowattstunden deutschlandweit auf Platz 1 knapp gefolgt vom Kernkraftwerk Isar 2 in Bayern. Damit erzeugte das Kraftwerk rund die Hälfte der Stromerzeugung in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr.

„Eine hohe Verfügbarkeit der Anlage und damit einhergehend gute Produktionsergebnisse sind unser Beitrag für eine stabile Stromversorgung im Norden“, so Kraftwerksleiter Uwe Jorden. „Hier in Schleswig-Holstein mit einer stark schwankenden Stromeinspeisung aus Windkraftanlagen wird unser Beitrag für die Netzstabilität immer wichtiger. Nahezu täglich passen wir unsere Kraftwerksleistung an die Anforderungen des Netzbetreibers an, um die Windeinspeisung zu kompensieren. Wir liefern dann, wenn wir gebraucht werden! Diese Aufgabe werden wir bis zum letzten Tag sicher und zuverlässig erfüllen“.

Das Kernkraftwerk Brokdorf hat eine elektrische Leistung von 1480 Megawatt brutto und beschäftigt rund 500 Menschen. Entsprechend der 13. Novelle des Atomgesetzes geht die Anlage spätestens zum 31. Dezember 2021 vom Netz. Voraussichtlich bereits im Februar geht Brokdorf allerdings erst einmal für einige Wochen vom Netz. Dann findet die jährliche Revision statt – diesmal um einige Monate vorgezogen.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Okt.2016 | 11:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen