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Kinderbetreuung : Kitas: Stadt will Millionen investieren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Verwaltung in Itzehoe schlägt mehrere Lösungsansätze vor, um akuten Mangel an Betreuungsplätzen zu begegnen.

Itzehoes Kindertagesstätten sind mehr als gut ausgelastet. „Keinen Spielraum“ hat die Stadtverwaltung inzwischen nach eigenen Angaben mehr (wir berichteten). Nun zeichnen sich mögliche Lösungen ab, um die Zahl der Plätze zu erhöhen. Drei Vorschläge der Verwaltung sollen morgen im Bildungsausschuss der Ratsversammlung diskutiert werden. Eine weitere ist in Vorbereitung. Sicher ist: Die Stadt muss Geld in die Hand nehmen.

Im Januar hatte Carsten Roeder, Leiter des Kinder- und Jugendbüros, ebenfalls im Bildungsausschuss die Politik eindringlich zum Handeln aufgefordert. Die Kinderzahlen hätten sich anders entwickelt als gedacht. Es klaffe vor allem bei den unter Dreijährigen eine große Lücke. Den empfohlenen Versorgungsgrad von 41,5 Prozent erreiche Itzehoe nicht annähernd. Lediglich für 27,5 Prozent der Kinder könne aktuell ein Platz angeboten werden. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, zügig Lösungen zu finden. Priorität sollte dabei die Zusammenarbeit mit freien Trägern gegenüber internen Lösungen haben.

Für die Sitzung morgen legt die Stadt nun drei Vorschläge vor, die in Zusammenarbeit mit Trägern bereits bestehender Kindergärten in Itzehoe erstellt wurden. Relativ kurzfristig könnten an der Kita IzzKizz in der Beethovenstraße 40 neue Plätze für über- und 20 für unter Dreijährige geschaffen werden. Dafür würde der Betreiber Wohnpark Klosterforst laut Sitzungsvorlage der Verwaltung 385 Quadratmeter Fläche im bestehenden Gebäude ausbauen. Knapp 300  000 Euro würde dies kosten. Wie diese finanziert werden können, wäre noch Gegenstand von Verhandlungen zwischen Stadt und Betreiber. Auch Fördergelder des Landes würden dabei eine Rolle spielen, heißt es aus dem Rathaus.

Darüber hinaus könnte IzzKizz aber auch noch deutlich größer werden: Denkbar, so die Vorlage weiter, wäre der Ausbau eines weiteren Stockwerks mit 800 Quadratmetern Fläche, die dann Platz für bis zu sechs weitere Kita-Gruppen bieten könnte. Die Kosten hierfür schätzt der Betreiber auf etwa eine Million Euro. Der Kindergarten würde auf über 250 Kinder anwachsen.

Alternativ schlägt die Verwaltung der Politik einen Neubau vor: Neben dem Hauptzollamt an der Ecke Moltke- und Kaiserstraße sei ein freies Gelände für den Bau eines Kindergartens für mindestens 100 Kinder geeignet. Die zentrale Lage des Standortes sei optimal. Die unmittelbare Nähe zum Freizeitgelände Freudenthal sowie zum künftigen Nahverdichtungsgebiet Eichtal mache einen Neubau dort „sehr sinnvoll“.

Mit dem Evangelischen Kindertagesstättenwerk und der katholischen St.-Ansgar-Gemeinde haben bereits zwei mögliche Träger für die Umsetzung des Projektes Interesse bekundet. Sie würden die Kosten für Bau und Ausstattung tragen, die dann über einen Zeitraum von 25 Jahren über Zuschüsse der Stadt an die neue Kita refinanziert werden könnten. Kostenschätzungen für das Projekt liegen noch nicht vor. „Erfahrungsgemäß ist bei einem Neubau dieser Größe mit 3,5 bis 4 Millionen Euro Aufwand zu rechnen“, schreibt dazu das Kinder- und Jugendbüro.

Parallel prüft die Verwaltung auch, inwieweit Tagesmütter zur Deckung des gewachsenen Bedarfs an Betreuungsplätzen beitragen können. In diesem Bereich sei aber noch nichts „beschlussreif“. Bildungsamtsleiter Andreas Arndt verweist auf schwierige rechtliche Fragen, etwa beim Arbeitsschutz, wenn Tagesmütter für die Stadt oder einen festen Träger als Angestellte tätig sind. Die Bildungspolitiker beraten die Vorschläge morgen ab 17 Uhr im Ständesaal des historischen Rathauses am Marktplatz. Die Sitzung ist öffentlich.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 05:03 Uhr

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