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Stadtjubiläum und Lutherjahr : Kirchenwächter sorgen für offene Tür

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Pastor Stefan Egenberger erwartet besonders viele Besucher in der Stadtkirche.

Die Stadtkirche ist das älteste Gebäude Glückstadts. Erbaut wurde sie von 1618 bis 1621. Nachdem ein Orkan 1648 den Turm und das Gebäude zerstörte, erhielt sie 1650 ihre jetzige Gestalt. Immer, wenn der Aufsteller „Tritt ein“ auf den Eingangsstufen steht, kann das Gotteshaus am historischen Marktplatz besucht werden. An vielen Tagen ist die Kirche von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen, die Öffnungszeiten sind im Schaukasten am Kirchplatz ersichtlich.

Um diesen Service für Glückstädter und Touristen zu ermöglichen, verrichten elf ehrenamtliche Kirchenwächter den Aufsichtsdienst. In diesem Jahr rechnet der Kirchengemeinderat mit besonders vielen Besuchern, denn die Stadt feiert ihren 400. Geburtstag und die Kirche gedenkt des Beginns der Reformation vor 500 Jahren. Darum brauchen die Kirchenwächter Verstärkung.

„Jährlich besuchen etwa 10.000 Besucher unsere Stadtkirche, in diesem Jahr rechnen wir mit 30.000 Gästen. Gerade am Wochenende ist die Besucherzahl sehr groß. Das können wir mit unseren ehrenamtlichen Aufsichten nicht mehr schaffen“, beschreibt Pastor Stefan Egenberger die Situation. Deshalb hat die Kirchengemeinde Glückstadt die Stelle eines Kirchenwächters zum nächstmöglichen Zeitpunkt ausgeschrieben. Bis zum 31. Oktober soll die Teilzeitstelle mit 19 Wochenstunden besetzt werden, um als Ergänzung zu den ehrenamtlichen Kirchenwächtern die Öffnungszeiten deutlich erweitern zu können.

Zu den Aufgaben gehört die Präsentation der Stadtkirche gegenüber Touristen und Besuchern und die Überwachung des Kirchenraumes. Vorkenntnisse werden nicht verlangt, aber Bewerber sollten ein sicheres Auftreten und natürlich Interesse an der Stadtkirche haben. Die Arbeitszeit wird überwiegend am Wochenende liegen, die Stelle kann auch geteilt werden. Bewerbungen können im Kirchenbüro oder online abgegeben werden.

Nach Auskunft von Stefan Egenberger wird die Nordkirche sich mit 50 Prozent an den Kosten beteiligen. Einen Antrag zur weiteren Teilfinanzierung hat er an die Stadt gestellt. „Das wird nur für dieses besondere Jahr möglich sein. Deshalb suchen wir weiterhin Ehrenamtler, die sich bei uns engagieren möchten. Die Kirchenführer sind eine tolle Truppe, die mit Spaß und Leidenschaft dabei sind.“

Eine von ihnen ist Jutta Hasse. „Es gibt viele nette Begegnungen. Ich habe sogar eine alte Freundin aus der Schulzeit wiedergetroffen. Und einmal erzählten mir Besucher, dass ihre Eltern 1944 in der Kirche geheiratet haben.“ Da die Kirche relativ kalt ist, wechseln sich die Aufsichten nach zwei Stunden ab. Renate Grüttner erzählt, dass überwiegend Touristen die Kirche besuchen: „Jeder, der einmal in Glückstadt war, den zieht es wieder hierher. Viele ehemalige Marinesoldaten kommen mit ihren Frauen vorbei, um ihnen die Stadt zu zeigen.“

Ilka Dux erzählt von einem Erlebnis, als ein norwegisches Paar berichtete, die zwölfte Generation der Nachfahren von Georg Kriebel zu sein, der 1640 die Kanzel in der Kirche entworfen hat. Im Kanzelkorb sind Christus mit der Weltkugel und die Apostel dargestellt. Im Schalldeckel befindet sich eine Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes. Sehenswert sind daneben der dreistufige Altar, die Chorschranke, das Taufbecken, die Emporen, die Orgel sowie die Gemälde von Max Kahlke.

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