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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 03:08 Uhr

Entwässerung : Kanäle werden bis 2028 saniert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstadt investiert Millionen in die Stadtentwässerung – die Sanierung maroder Abwasserleitungen wird bis 2028 dauern.

Fast drei Millionen Euro hat die Stadtentwässerung Glückstadt (SEG) im vergangenen Jahr in der Elbestadt investiert. Und genauso viel Geld hat das Unternehmen in diesem Jahr für Sanierungen veranschlagt. Das gab während der jüngsten Verbandsversammlung im Rathaus Verbandsvorsteherin Christine Mesek bekannt. Und es gab für 2015 ein Plus von 14 000 Euro. Zudem wurde Bürgermeisterin Manja Biel zur stellvertretenden Verbandsvorsteherin gewählt.

Im Vordergrund der Sitzung standen die Finanzen. „Unseren Wirtschaftsplan für 2015 haben wir sicher eingehalten. Die Betriebskosten für das Kanalnetz und die Kläranlage waren sogar etwas niedriger als vorgesehen“, berichtete Verbandsvorsteherin Christine Mesek gegenüber unserer Zeitung. Der Jahresgewinn wird verwendet als Ausgleich zur Gebührenunterdeckung in der Sparte Niederschlagswasser aus 2014. Aufgrund hoher Investitionskosten der vergangenen Jahre ist dort ein Minus entstanden, das nun Schritt für Schritt wieder ausgeglichen wird.

Über die Kanalsanierung informierte Ingenieurin Andrea Stegmann. „Am Kommandantengraben haben wir planmäßig begonnen“, erklärte sie. Allerdings verwies sie auf die vierwöchige Verzögerung der Baustelle am Fortuna-Bad. „Es gab zu viele Leitungen, die in keinen Plänen verzeichnet waren.“ Vieles musste per Hand nachgearbeitet werden, um alte, nicht eingezeichnete Leitungen nicht zu beschädigen, dieses Risiko wäre zu groß gewesen. „Und Pech war, dass die Baugrube mehrfach überflutet wurde.“ Bis Dezember 2018 sollen dort rund 620 Meter Schmutzwasserkanal und rund 770 Meter Regenwasserkanal saniert werden. In diesem Jahr werden dafür rund 800 000 Euro investiert.

Im vergangenen Jahr wurden rund 2,9 Millionen Euro ausgegeben. Viele alte Leitungen waren marode. In der Nordmarksiedlung wurden bereits umfangreich neue Leitungen gelegt, die Arbeiten dauern auch in diesem Jahr an. In dieser Siedlung werden seit März rund 435 Meter Schmutzwasserleitung und zirka 355 Meter Regenwasserleitung im Pappelweg und im Elsterweg erneuert. Die Stadtentwässerung investiert dort rund eine Million Euro. Die Arbeiten liegen im Zeitplan: Im westlichen Flügel des Pappelwegs ist bereits alles fertig.

Eine weitere große Baustelle in den Sommermonaten ist der Lentzenweg. Dort wird seit Juni auf rund 400 Metern Länge die Schmutzwasserleitung erneuert, und ein neuer Regenwasserkanal wird gebaut. „Bisher gab es dort keinen“, sagte Andrea Stegmann. Dafür werden seitens der Stadtentwässerung rund 350 000 Euro investiert. Das gesamte Sanierungsprogramm für die Kanäle wird noch bis 2028 andauern.

Ein weiteres Thema war die Kläranlage. Heike Weißmann, Geschäftsbereichsleiterin der Entwässerung bei der SEG, ging in diesem Zusammenhang auch auf das Problem Kaserne ein. Von dort wurden im vergangenen Jahr 9000 Kubikmeter Wasser mehr eingeleitet als vorher. Die Kläranlage war kurz vor einem Kollaps (wir berichteten). Das Problem sei dann mit Drainagepumpen bewältigt worden. „Der Grundwasser-Spiegel ist gesunken.“ Doch grundsätzlich gehe sie davon aus, dass es dort immer noch eine undichte Leitung gebe. „Es wird weiter geprüft.“

Zu viel Regen gab es vor kurzem. Es war so schlimm, dass der „Notfall-Plan greifen musste“. 3000 Kubikmeter Wasser mussten nach Absprache mit dem Sielverband in die Elbe abgeleitet werden. „Das war nicht schön.“

Insgesamt wurden in der Kläranlage 2015 rund eine Million Kubikmeter Abwasser gereinigt. Die Investitionskosten lagen bei rund 77 000 Euro. Für dieses Jahr ist mit zirka 140 000 Euro fast die doppelte Summe eingeplant: Zurzeit wird das Prozessleitsystem erneuert, das zur Steuerung und Überwachung der Kläranlage und der Pumpwerke dient. Das größte Instandhaltungsprojekt wurde bereits umgesetzt: Im Juni wurden die Belüfterelemente in den Reinigungsbecken ausgetauscht, mit deren Hilfe Sauerstoff ins Wasser eingetragen wird. Mit diesem werden Millionen von Mikroorganismen versorgt, die Schmutzstoffe zersetzen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Abwasserreinigung leisten. Die Reinigungsleistung der Kläranlage Glückstadt ist seit Jahren konstant hoch. Im Jahr 2015 wurden rund 95 Prozent des Stickstoffs sowie fast 100 Prozent des im Abwasser enthaltenen Phosphors entfernt.

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erstellt am 21.Jul.2016 | 12:15 Uhr

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