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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 05:47 Uhr

Heimische Tierwelt : Jungstörche vor dem Abflug

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schlechtes Jahr für die Störche im Kreis Steinburg. Es gibt weit weniger Nachwuchs als im vergangenen Jahr.

Die Gemeinde Lohbarbek feiert ihre beiden Jungstörche – doch kreis- und landesweit war es eher ein schlechtes Storchenjahr. Das berichtete Jörg Heyna, zuständiger Weißstorchgebietsbetreuer der „Arbeitsgemeinschaft Storchenschutz“ im Naturschutzbund, während des Storchenfestes in Lohbarbek. Dazu hatte Bürgermeister Martin Hildebrandt eingeladen. Der Grund war die erfolgreiche Brut im Horst von Björn Fölster. Nachdem im vergangenen Jahr der Nachwuchs verendet war, sind in diesem Jahr zwei Jungstörche flügge geworden.

Björn Fölster kümmert sich seit vielen Jahren um die Weißstörche. Er notiert unter anderem alle Begebenheiten und ist mittlerweile zu einem Experten geworden. „Am 9. April ist das Storchenmännchen eingetroffen, den Altstorch habe ich an seinem Verhalten wiedererkannt.“ Das Weibchen folgte zwei Wochen später. Beide Tiere kämen seit fünf Jahren immer wieder auf den Horst nach Lohbarbek. Das erste Ei sei vermutlich am 1. Mai gelegt worden. Am 1. Juni habe er am Futterverhalten der Altstörche feststellen können, dass Jungstörche geschlüpft seien, so Fölster.

Dies seien einerseits wenig, aber andererseits viel, denn im Kreis Steinburg zögen Störche im Durchschnitt nur ein flugfähiges Junges groß. Laut Fölster gibt es 29 Storchenpaare im Kreis. Geschlüpft seien 58 Küken, es gab dann jedoch nur 33 ausgeflogene Jungstörche. „Dieses Jahr ist im Land Schleswig-Holstein ein schlechtes Storchenjahr“, erklärt Fölster. „Mögliche Ursachen sind das anhaltend schlechte Wetter und die Mäusepopulation, die in diesem Jahr vollkommen eingebrochen ist.“ In Afrika hätten die Störche darüber hinaus auch unter Futtermangel gelitten, einige seien geschwächt und verspätet angekommen, und konnten deshalb nicht erfolgreich brüten. Positiv sieht er, dass sehr viele Jungstörche im Land unterwegs sind. Sie seien noch nicht geschlechtsreif und würden hoffentlich im kommenden Jahr zum Brüten wiederkommen. „In den Störwiesen laufen teilweise 25 Störche beim Mähen den Treckern hinterher.“ Die Lohbarker Jungstörche würden demnächst in den Süden fliegen, ohne ihre Eltern und ohne Führung. Die Altstörche folgten erst Ende August.

Jörg Heyna machte für die geringe Zahl der Jungstörche in erster Linie verantwortlich den Nahrungsmangel, zusätzlich das schlechte Wetter und Kämpfe, bei denen die Brut zerstört wurde. Die Störche seien in diesem früh eingetroffen, Anfang Februar sei bereits ein Nest in Vaale besetzt gewesen. „Die Bilanz für Schleswig-Holstein sieht in diesem Jahr so aus, dass aus 265 Horstpaaren 343 flugfähige Jungstörche hervorgegangen sind. Im Vorjahr gab es im Land 270 Horstpaare mit 502 Jungvögeln.“

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