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Norddeutsche Rundschau

30. Juni 2016 | 21:33 Uhr

Kunstfestival : Jugend wagt sich auf unbekanntes Terrain

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kunst im Lastwagen: Vollgeladen mit den Werken junger Künstler macht sich ein Lkw ab heute auf Tour zu den Itzehoer Schulen. Das Projekt ist Teil des Kunstfestivals des Künstlerbunds Steinburg.

Schöne Bescherung auf dem Historischen Marktplatz: Direkt neben dem frisch aufgestellten Tannenbaum parkte gestern am 1. Adventssonntag ein Lastwagen, die geöffnete Ladebordwand passend mit rotem Schleifenband drapiert. Seine Fracht: eine geballte Ladung Kunst – die Jugendkunstausstellung des Kunstfestivals Itzehoe.

„Warum soll man sich Kunstwerke von Menschen ansehen wollen, die noch zur Schule gehen?“, fragte Manuel Zint im gegenüberliegenden Wenzel-Hablik-Museum: „Von Menschen, die noch über kein Zertifikat verfügen, auf dem steht: ‚Jetzt fertig‘.“ Weil dies „der Grundzug jedes Kulturschaffenden ist“, antwortete der Künstler, der die Jugendkunstausstellung mit initiiert hat. Er lobte vor den fast 100 Gästen, die zur Eröffnung gekommen waren, nicht nur das Können der 17 jungen Künstler, sondern vor allem ihren „Mut, sich auf unbekanntes Terrain“ zu wagen.

Zint setzte auf einen möglichen „gesellschaftsrelevanten Drall“ durch die Ausstellung, weil man sehen könne, zu welch sehenswerten Leistungen Jugendliche in der Lage seien. Zumal ihre Arbeiten „teils besser als die vielfach präsentierten künstlerischen Leistungen anderer“ seien, die sich von den Jugendlichen dadurch unterschieden, dass sie „meinen, fertig zu sein und darauf ihren Status des Erwachsenenseins gründen“.

Der Lastwagen für die Präsentation der Jugendkunst sei für eine Wanderausstellung nicht nur praktisch. Wie den Berg zum Propheten bringe er die Kunst „an Orte, an denen sich die Jugend tatsächlich aufhält“. Er wird in dieser Woche jeden Tag vor einer anderen Schule stehen. Außerdem mache er auf die prekäre Ausstellungs-Situation für Kunstschaffende in Itzehoe aufmerksam.

Dass diese sich zukünftig verbessern könne, überlegte Carsten Roeder vom Kunst- und Jugendbüro der Stadt mit Blick auf den Neubau des Hauses der Jugend: „Da haben wir zwei Proberäume für Musiker, aber über eine ausstellungskompatible Nutzung haben wir noch nicht nachgedacht.“ Entscheidend sei, ob die Jugendlichen das wollen, so Roeder.

Daran besteht kaum Zweifel: Kaum hatten die Nachwuchskünstler Ben Nobiling und Klara Stürmer sowie Hannes Panzer vom Jugendparlament das rote Band durchschnitten , war das mobile Museum überfüllt.

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erstellt am 02.Dez.2013 | 17:00 Uhr

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