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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 05:40 Uhr

Jetzt auch Frauen im Haus Elim

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Suchthilfeeinrichtung erweitert ihr Angebot und stellt ein neues Logo vor

Bislang war das Haus Elim eine reine Männerwelt. Jetzt sind in der Suchthilfeeinrichtung im Herzen der Stadt Wilster auch Frauen eingezogen. Eine von ihnen ist Sonja Eichler. „Das ist hier wie eine kleine Familie“, fühlt sie sich sehr gut aufgenommen. Keiner werde gemobbt, keiner fühle sich ausgestoßen, alle würden sich gegenseitig helfen. Inzwischen ist Sonja Eichler sogar schon Sprecherin aller Bewohner. Aktuell leben drei Frauen in der Einrichtung. Für Bereichsleiter Dietmar von Seht ist das im Grunde nur ein logischer Schritt. „Wir nähern uns mit der Erweiterung der Zielgruppe Frauen der Normalität in der Betreuungslandschaft in Schleswig-Holstein.“

Ganz selbstbewusst macht das Haus Elim die Veränderung jetzt auch nach Außen deutlich: mit einem neuen Logo. Der alte Schriftzug wurde nach mehreren Entwicklungsschritten und einem Trägerwechsel hin zur Diako Nordfriesland zunächst durch die Beifügung GmbH ergänzt. Weil neben Männern jetzt auch Frauen zu den Bewohnern gehören, wurde der Zusatz „Sozialtherapeutische Hilfen für Suchtkranke“ um „Sozialtherapeutische Hilfen für suchtkranke Menschen“ erweitert. Das Schild präsentiert die Einrichtung jetzt als beleuchtetes Erkennungszeichen.

Mit welchen Vorgeschichten und persönlichen Erlebnissen die Menschen ins Haus Elim kommen, erklärt von Seht so: „Sucht ist meist ein misslungener Lösungsversuch, um mit Belastungen wie Burn-out, Dauerstress, Verzweiflung, Trauma, Depression, Beziehungsproblemen oder Vereinsamung umzugehen.“ Angehörige seien dabei oftmals überfordert, die Betroffenen selbst wüssten nicht weiter. Das Haus Elim bietet in differenzierten Wohn- und Therapieangeboten schnelle Hilfe an – in stationären oder teilstationären und aufgelockerten Wohnformen mitten im Sozialraum von Wilster. „Als kleine und überschaubare Einrichtung können wir individuelle Hilfe besonders gut leisten“, sagt von Seht. Und auch von der Stadt und ihren Menschen fühlen sich die Elim-Bewohner gut aufgenommen.

Aktuell werden von der Einrichtung 29 stätionäre und neun teilstationäre Plätze in Wilster angeboten. Hinzu kommen zwei Wohngemeinschaften in Wedel und Uetersen mit weiteren 12 bis 13 Plätzen. Die Aufenthaltsdauer beträgt zwischen drei Monaten und ein bis zwei Jahren. 14 Mitarbeiter kümmern sich um die Bewohner, sorgen für Stabilisierung und helfen auf dem Weg in die soziale Wiedereingliederung.

Den Alltag im Haus Elim beschreibt Sonja Eichler. Aufstehen sei zwischen 5 und 6 Uhr angesagt. Eine kleine Andacht, eventuell ein Besinnungstext führen in den Tag. Dann fordern vierbeinige Mitbewohner ihr Recht ein. In der Einrichtung leben auch mehrere Hunde. Das Haus Elim ist damit eine der wenigen Einrichtungen im Norden, die auch Haustiere zulassen. Sonja Eichler kümmert sich zum Beispiel um Hund Shadow. „Er gibt einem Halt und Verantwortung“, weiß sie auch den therapeutischen Ansatz zu schätzen. „Die Hunde sind ein Ruhepol und helfen beim Abbau von Stress“, sagt von Seht. Das gemeinsame Frühstück werde dann um 7.30 Uhr eingenommen. Anschließend verteilen sich die Bewohner auf die verschiedenen Arbeitsbereiche. Hauswirtschaft, Gemeinschaftsräume, Wäscherei, Gartenbereich, Fahrradwerkstatt, Winterdienst. Viele Fähigkeiten können hier bedient werden. Zusätzlich versorgt die Küche auch noch den örtlichen Kindergarten und die Gemeinschaftsschule. Und einen kleinen Kiosk gibt es auch. „Das ist alles selbstverwaltet“, stellt Dietmar von Seht heraus. „Wichtig ist, dass wir ein Jahr ohne Rückfall durchhalten“, sagt Bewohnerin Evelyn Hess. Das Umfeld und die Menschen im Haus Elim seien dabei für sie die Stütze.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 15:40 Uhr

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